Blue Weaver spielt wieder Keyboards bei den Bee Gees – diesmal bei einer Tribute-Band Zurück in Massachusetts

Ende der 70er-Jahre gab es keine größere Popband als die Bee Gees. Mit "Saturday Night Fever" erfanden sie den Disco-Sound und jetteten als Superstars im eigenen Flugzeug um die Welt. Mit dabei ihr Keyboarder Blue Weaver, heute in Worpswede zu Hause. Seine Zeit mit den drei Gibb-Brüdern lässt er jetzt mit der Musical-Produktion "Massachusetts" noch einmal aufleben. Zusammen mit den Italian Bee Gees und den alten Hits ist er wieder auf Tournee.
26.02.2013, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Lars Fischer

Ende der 70er-Jahre gab es keine größere Popband als die Bee Gees. Mit "Saturday Night Fever" erfanden sie den Disco-Sound und jetteten als Superstars im eigenen Flugzeug um die Welt. Mit dabei ihr Keyboarder Blue Weaver, heute in Worpswede zu Hause. Seine Zeit mit den drei Gibb-Brüdern lässt er jetzt mit der Musical-Produktion "Massachusetts" noch einmal aufleben. Zusammen mit den Italian Bee Gees und den alten Hits ist er wieder auf Tournee.

Worpswede. "Wenn ich die Augen schließe, fühlt es sich manchmal genauso an wie damals", sagt Blue Weaver. Damals, das war von 1975 bis 1982, war er ein Bee Gee. Auch wenn vor allem immer die drei Gibb-Brüder Robin, Barry und Maurice im Mittelpunkt standen, so begriffen sich die Musiker selbst als mehrköpfige Band. Ihr Keyboarder Blue gehörte unbedingt dazu, er komponierte diverse der größten Hits mit und lebte zeitweise mit den anderen Bandmitgliedern zusammen in Florida. Heute ist er abwechselnd in Worpswede und in Malaga zu Hause. Ging die Band damals auf Tour, dann mit einem "Bus mit Flügeln", wie Weaver sagt. Ein Privatjet flog die Bee Gees um die Welt, sie waren Superstars, denen kommerziell kaum einer das Wasser reichen konnte.

Heute gibt es diese Band nicht mehr – oder vielleicht doch? Die Original Bee Gees trennten sich irgendwann nach der Jahrtausendwende, 2003 starb Maurice, vor knapp einem Jahr folgte ihm Robin. Barry Gibb ist der einzige Überlebende, auch der vierte Bruder Andy, der als Solokünstler erfolgreich war, ist bereits seit 1988 tot. Und doch leben die Hits nicht nur in der Erinnerung der Fans weiter, sondern werden auch wieder auf die Bühne gebracht. Verantwortlich dafür ist die italienische Musical-Produktion "Massachusetts", die auch Blue Weaver so überzeugte, dass er als Gaststar mit einstieg.

The Italian Bee Gees sind nicht nur in den Augen des Keyboarders mehr als nur einfach eine Tribute-Band. Das Außergewöhnliche ist, dass auch Pasquale, Walter und Davide Egiziano im wahren Leben Brüder sind, die optisch und stimmlich dem Original zum Verwechseln ähnlich sind. "Sie können bestimmte Dinge wohl nur deshalb so exakt hinbekommen, weil sie als Brüder genauso fühlen wie die ,richtigen‘ Bee Gees", vermutet Weaver. Das Faszinierende ist, dass sie die äußerst komplizierten und oft akrobatisch hoch angesetzten Vokal-Sätze flexibel beherrschen. Auch wenn es eine ungefähre Zuordnung gibt, wer wessen Part übernimmt, beherrscht jeder alle Partien.

Entlastung in den Falsett-Lagen

Das wird dann zum Vorteil wenn – wie jetzt beim Auftritt im Bremer Musical Theater – einen der Drei Stimmprobleme plagen. Davide, der meist den Robin-Part ausfüllt, schleppt sich mit einer Erkältung auf die Bühne. Pasquale und Walter entlasten ihn in den Falsett-Lagen, das Publikum bekommt von alledem nichts mit, so perfekt greifen die Rädchen ineinander. Die Brüder antizipieren, wer was übernehmen muss.

53 Stationen hat die Deutschland-Tour, die durchweg in Theatern mit über 1000 Plätzen stattfindet. Der Bremer Auftritt ist nahezu ausverkauft, das Publikum feiert die Italiener und Blue Weaver, die hinterher bei einer Autogrammstunde so umlagert sind wie richtige Stars. Die Begeisterung für die Musik der Bee Gees scheint ungebrochen und wenn man sie heute hört, fällt auf, wo Dieter Bohlen sich so manche "seiner" Ideen wohl ausgeborgt haben mag.

Eigentlich wollte er nicht mehr auf solch kräftezehrende Tourneen gehen, aber nachdem er einen Auftritt der Truppe gesehen hatte, entschied sich Blue Weaver um. Stand er früher hinter seinen Tasteninstrumenten im Hintergrund, so ist er heute als Gaststar der Höhepunkt der Show. Das weitgehend chronologisch aufgebaute Programm wird durch Video- und Fotoprojektionen ergänzt, ein Moderator berichtet die Geschichte der Band. Weaver erzählt einige Anekdoten oder behauptet, eigentlich habe jener legendäre Disco-Film "Saturday night Weaver" statt "fever" heißen sollen.

Vor allem aber spielt er zusammen mit den drei Brüdern und der sechsköpfigen Begleitband Hits wie "Stayin‘ alive", "Night fever", "How deep is your love" oder "Words". Und nicht nur er schließt dabei manches Mal die Augen und fühlt sich zurück versetzt in die glitzernde Disco-Welt von vor 35 Jahren.

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