Zu wenige Spieler: SV Eintracht Hepstedt/Breddorf und TSV Timke legen ihre Kicker-Sparten zusammen

Zwei Vereine wollen Fußballclub gründen

Die Zahl der Menschen schrumpft, und sie werden immer älter. Auch Sportvereine spüren den demografischen Wandel. Der SV Eintracht Hepstedt/Breddorf und der TSV Timke können nicht mehr zwei Fußballmannschaften bilden. Die beiden Vereine reagieren auf die Veränderungen.
10.03.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Irene Niehaus

Die Zahl der Menschen schrumpft, und sie werden immer älter. Auch Sportvereine spüren den demografischen Wandel. Der SV Eintracht Hepstedt/Breddorf und der TSV Timke können nicht mehr zwei Fußballmannschaften bilden. Die beiden Vereine reagieren auf die Veränderungen.

Hepstedt·Breddorf·Kirchtimke. Der Sportverein Eintracht Hepstedt/Breddorf und der TSV Timke sind dabei, ihre Fußballsparten auszugliedern. Die Jugend- und Herrenfußballabteilungen sollen bald eine Ehe eingehen und einen neuen Verein bilden. Der soll, so die Überlegungen, den Namen FC Ummel tragen. Die Mitglieder beider Vereine haben ihren Vorständen jetzt den Auftrag erteilt, die Fusion voranzutreiben. "Es ist ein tiefgreifender Einschnitt, deshalb haben wir ihnen natürlich das Thema zur Diskussion gestellt", sagt Matthias Otten, Geschäftsführer des SV Eintracht Hepstedt/Breddorf.

Nachwuchs-Probleme

Nach dessen Hauptversammlung in der vergangenen Woche haben nun auch die Timker ihrem Vorstand das Okay gegeben, den Zusammenschluss auf den Weg zu bringen. 63 Frauen und Männer kamen am Donnerstagabend zusammen. Der Vorstand weiß die große Mehrheit hinter sich. Lediglich ein Mitglied stimmte gegen die Fusion, eines enthielt sich.

Mit dem Zusammenschluss wollen die beiden Sportvereine die Zukunft ihrer Fußballabteilungen sichern. Sein Verein verliere mehr und mehr Kicker, begründet Matthias Otten die Pläne. Es gibt immer mehr andere Sport- und Freizeitangebote. Auch den demografischen Wandel und den Wegfall der geburtenstarken Jahrgänge macht Otten für die Entwicklung verantwortlich. Mannschaftssport sei zudem heute weniger beliebt als früher. Mit der Fusion wollen die beiden Vereine erreichen, talentierten Spielern die Möglichkeit zu bieten, "niveauvollen Fußball zu spielen", so der Timker Vorstand. "Spielgemeinschaften klappen sehr gut, sind aber im Herrenbereich nicht möglich", betont Armin Springwald, 2. Vorsitzender des TSV Timke.

Gedankenspiele zu fusionieren, gibt es in den beiden Vereinen schon seit einiger Zeit. Konkreter wurde es im Sommer. Da löste sich im SV Eintracht Hepstedt/Breddorf die 2. Herrenmannschaft auf, weil der Trainer sie nicht mehr voll kriegte. Jetzt laufen beim SV Hepstedt/Breddorf nur noch die Kicker der 1. Herrenmannschaft über den Rasen. Beim TSV Timke sieht es etwas besser aus. Zwei Fußballteams kann der Verein im Herrenbereich stellen, aber das nur mit Ach und Krach. Ziel des neuen FC Ummel ist es, drei Mannschaften auf die Beine zu stellen, sagt Otten. Sich einen Namen in der Region machen, mittelfristig die Kreisliga anpeilen und Sport und Jugend fördern - das verbinden die Vereinsvorstände mit dem neuen Fußballclub.

Im Jugendfußball bildeten die beiden Vereine bisher eine Spielgemeinschaft, die JSG Ummel. Daran beteiligt ist auch der FC Ostereistedt-Rhade. Nach der Fusion startet der Fußballnachwuchs unter einem neuen Namen. Dann soll er im neugegründeten FC Ummel mit dem FC Ostereistedt eine Spielgemeinschaft bilden.

Den Vertrag über die Kooperation wollen die Vorstände in nächster Zeit ausarbeiten. Er wird die sportlichen Rahmenbedingungen regeln. Fest steht offenbar, dass die Fußballer die Sportplätze im Wechsel nutzen. Für die Platzpflege, die Bewirtung, die Eintrittsgelder, die Instandhaltung sollen weiterhin die Stammvereine verantwortlich sein, so Springwald. Die Fußballer bleiben Mitglied in ihrem Heimatverein. Auch soll der Vertrag einen Passus über die Auflösung des FC Ummel beinhalten, falls es gewünscht werde, so Springwald.

An dem neuen Fußballclub werden sich beide Vereine finanziell beteiligen. "Es kann nur günstiger werden", vermutet Springwald. Es werde nur noch einen Trainer geben, zum Training würden die Plätze gegebenenfalls nur an einem Ort genutzt werden. "Die Fixkosten bleiben, die variablen Kosten können sinken".

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