Catch-Cup in Hüttenbusch Zweikampf um fünf Gürtel

Beim Hüttenbuscher Catch-Cup geht es am kommenden Sonnabend um fünf Titel. Verteidiger ist Eddy Steinblock, sein Herausforderer ist Tscheche und nennt sich "Atom Strongman".
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Von Michael Schön

Beim Hüttenbuscher Catch-Cup geht es am kommenden Sonnabend um fünf Titel. Verteidiger ist Eddy Steinblock, sein Herausforderer ist Tscheche und nennt sich "Atom Strongman".

Die Zahl der verbotenen Angriffsvarianten beim Wrestling ist recht überschaubar. Den Finger ins Auge des Gegners zu stechen, ihn an den Haaren zu ziehen und ihm in den Unterleib zu treten – geht alles gar nicht. Was aber mit einem Augenzwinkern geduldet und bisweilen sogar ausdrücklich begrüßt wird, ist die Diffamierung des Kontrahenten. Eddy Steinblock, Titelverteidiger und Inhaber der Promotionsagentur, die den Hüttenbuscher Catch-Cup ausrichtet, hat bei der Präsentation der zu diesem Spektakel eingeladenen Kämpfer seinen tschechischen Herausforderer „Atom“ Strongman als eben einen solchen üblen Gesellen hingestellt.

Er kenne ihn zwar nicht, sei nur einmal auf dem Weg zum Wettkampf an ihm vorbeigefahren, doch der Mann bediene sich vorwiegend unfairer Praktiken, behauptet Steinblock. „Atom“ Strongman habe ihm bereits auf dem digitalen Wege geschworen, dass er ihm alle Titel nehmen werde.

Steinblock ist nicht nur übermäßig tätowiert, sondern auch extrem dekoriert: Neben dem Titel, den sein Verband, die European Professional Wrestling Association (EPW), vergibt, hat das Schwergewicht aus Wilstedt noch vier weitere WM-Gürtel eingeheimst. Ein Zweikampf um fünf Titel also – der Einsatz erscheint nicht gerade niedrig am kommenden Sonnabend im Hüttenbuscher Schützenhof. Steinblock kann dennoch relativ entspannt in den Hauptkampf gehen, der der letzte des Abends sein wird. Zwar gebe es kein Drehbuch, versichert er, das für den Verlauf eines Kampfes entworfen wäre – der sei vielmehr völlig offen. Doch bisher hat der Lokalmatador noch bei allen seinen Hüttenbuscher Kämpfen in den vergangenen vier Jahren siegreich den Ring verlassen. Da konnten die Gegner in noch so Furcht erregender Gestalt und mit noch so verstörten Gesichtsausdrücken daherkommen.

Mit 142 Kilo im Vorteil

„Atom“ Strongman ist wahrlich nicht von Pappe. Der jetzt in den USA lebende Tscheche ist nicht nur zwei Meter groß und verfügt damit über entsprechende Reichweiten und Hebelkräfte, sondern auch etwa zwei Jahrzehnte jünger als der Wahl-Blonde, der inzwischen 59 ist, wenn er auch gern angibt, er sei 49. Steinblock kann dafür 142 Kilo in die Waagschale werfen, gegenüber vergleichsweise bescheidenen 129 Kilo, die der Titelbewerber in den Ring bringt. Strongman hat seine Wrestling-Karriere in jungen Jahren unterbrochen, um bei den Wettkämpfen der ganz starken Männer mitzumischen.

Er zog Lastwagen, rannte unter Mitführung von schweren Stahlkoffern die Treppen hoch und schleuderte Fässer oder schwere Steine durch die Gegend. Jetzt geht er wieder einem grundsoliden Broterwerb nach. Gutes Geld für harte Arbeit. Die in Hüttenbusch antretenden Gladiatoren seien allesamt Profis, die sich bei ihm beworben hätten und von ihm unter gut abgewogenen Gesichtspunkten aus einem Überangebot an Kandidaten ausgewählt worden seien, versichert Steinblock. Die nun naheliegende Frage, mit welcher Etatgrößenordnung er für die Ausrichtung des Catch-Cups kalkuliere, kontert der Routinier mit einem verbalen Ausfallschritt. „Das Geld reicht!“

Seine Akteure kommen aus ganz verschiedenen Herkunftsländern, wenn auch die mit deutscher Staatsangehörigkeit in der Überzahl sind. Die Namen – etwa Dirty Dragon aus Albanien oder Dark Soul aus Deutschland – geben bereits einen Hinweis darauf, welche Rolle die jeweiligen Kämpfer spielen. Entweder den Bad Guy oder den Publikumsfavoriten. Steinblock empfiehlt den Besuch an beiden Wettkampftagen, besonders auch den Junioren-Wettkampf des EWP-Verbandes zwischen dem bekennenden Ruhrpottler Carnage und dem Niederländer Jonny Evers. Schließlich rühmt er den „Highflyer“ Young Money Chong von den Philippinen. Ein Highflyer ist übrigens keiner, der im hohen Bogen aus dem Ring fliegt, sondern ein Akrobat, der seinen Gegner in zwei Meter Höhe mit den Füßen traktiert. Als Schiedsrichter fungiert Felix Schulz (Mühlheim). Beginn an beiden Veranstaltungstagen, Freitag, 27. November, und Sonnabend, 28. November, ist um 20 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Karten gibt es bei der Wümme-Zeitung in Lilienthal, im Schützenhof bei Jürgen Bohling unter 0 47 94 / 9 50 41 oder 01 71 / 4 40 19 00 und an der Abendkasse.

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