Grönemeyer-Linie in Heiligenrode Ab Montag rollt der Bus durch den Westen

Stuhr/Heiligenrode . Großer Bahnhof für die neue Grönemeyer-Buslinie - rund 100 Bürger, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter waren am Freitag bei der Einweihung auf dem Parkplatz der Heiligenroder Kirche dabei.
14.08.2010, 09:00
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Ab Montag rollt der Bus durch den Westen
Von Markus Tönnishoff

Stuhr/Heiligenrode . Großer Bahnhof für die neue Grönemeyer-Buslinie - rund 100 Bürger, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter waren am Freitag bei der Einweihung auf dem Parkplatz der Heiligenroder Kirche dabei. Und weil auch die Linien 101 und 55 zukünftig öfter fahren, hatten die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und die Wolters Linienbusbetriebe jeweils einfach mal einen Bus mitgebracht und auf dem Parkplatz abgestellt. Der Grönemeyer-Bus, geschmückt mit gelben und blauen Luftballons, war natürlich auch da - im Gegensatz zu seinem Namensgeber.

So einen Auflauf erleben die Heiligenroder auch nicht alle Tage. Eingerahmt von den Bussen präsentierte sich der Parkplatz als Festplatz mit Stehtischen und einer Bühne, die auf einem Lkw angesiedelt war. Dort sorgte die Schülerband Kabelsalat für die musikalische Unterstützung. Doch zuvor kletterte Stuhrs Bürgermeister Cord Bockhop auf die Bühne. 'Die Stärkung der Verkehrsinfrastruktur ist der Gemeinde ein wichtiges Anliegen', sagte er. Die Gemeinde wolle sich dem Umweltschutz stellen. 'Da muss man nicht reden, sondern handeln.' Er appellierte an Eltern, die Busse zu nutzen und somit ihren Kindern ein Vorbild zu sein. 'Die Generation Kindersitz kann vorbei sein, wenn wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.' Alle Himmelsrichtungen der Gemeinde würden nunmehr angesteuert. Pro Woche gebe es jetzt 92 neue Fahrten. Investitionen in den ÖPNV würden zwar nicht unbedingt eine Rendite bringen, seien aber wichtig für den Klimaschutz. Besonders lobte er auch die von Kindern gestalteten Haltestellen. 'Das sind kleine Kunstwerke.' Abschließend wünschte er dem Bus 'immer eine Handbreit Luft im Reifen'.

Die Haltestellen hatten es auch Wolfgang Müller vom VBN angetan. 'Man muss jetzt eben wissen, dass Currywurst eine Haltestelle ist. Das ist neu. Bochum hätte gerne eine Grönemeyer-Linie, Stuhr hat sie', rief er unter Applaus aus. Leo Wilmering, Geschäftsführer bei Wolters, freute sich, dass die Grönemeyer-Linie 'den Bürgern mit viel Pfiff den ÖPNV näher bringt'. Für die BSAG ergriff Pressesprecher Jens-Christian Meyer das Wort. 'Sollte Grönemeyer mal im Bremer Weserstadion spielen, kann man mit Bus und Bahn hinkommen. Wir denken über die Grenzen Bremens hinaus.' Dass Stuhr die Grönemeyer-Linie auf die Beine gestellt habe, sei bemerkenswert.

Bei der Grönemeyer-Line, die übrigens auch auf den Namen Linie 113 hört, kommt ein Sprinter mit zwölf Sitz- und Stehplätzen zum Einsatz. Die Einweihung war zwar gestern, seinen Betrieb nimmt der Sprinter jedoch erst am kommenden Montag auf. Montags bis freitags gibt es zwischen 7.20 Uhr und 17.40 Uhr sieben Fahrtenpaare. Insgesamt hält der Bus an 13 Haltestellen, die nicht nur nach der jeweiligen Straße, sondern auch nach Titeln von Liedern des Sängers benannt sind. 'Die werden übrigens auch im Bus angesagt', weiß Hartmut Martens, Fachdienstleiter für Verkehr, Ordnung und Soziales im Stuhrer Rathaus.

Die Strecke führt von Heiligenrode über Groß Mackenstedt, Stelle zur Proppstraße im Groß Mackenstedter Gewerbegebiet. Von dort aus geht es über die Delmenhorster Straße zur Varreler Landstraße, wo dann Ecke Schulstraße die Endstation ist. Passenderweise ist sie nach dem Titel 'Zeit, dass sich was dreht' benannt worden. Zwischendurch gibt es Umstiegsmöglichkeiten zur Linie 204, die einerseits Delmenhorst und andererseits das Roland-Center in Bremen-Huchting ansteuert.

Ihren Namen hat die Linie bekommen, weil sie tief im Westen der Gemeinde ihren Anfang hat. Und da 'Tief im Westen' eine Zeile aus Grönemeyers Hit 'Bochum' ist, einigte man sich schnell auf den Namen. Auch der Sänger hatte nichts dagegen. Nach Auskunft seiner Managerin Claudia Kaloff fand er die Idee 'lustig'. Die Kosten für die Grönemeyer-Linie schlagen mit rund 70000 Euro zu Buche, die Hälfte davon übernimmt der Zweckverband Verkehrsverbund Bremen-Niedersachsen.

Fahrt aufgenommen hatten die neuen Linien bereits im April des Jahres 2008 - zumindest planerisch. Damals richtet die Politik sich an die Verwaltung mit der Bitte, ein Verkehrskonzept zu entwickeln, um die Stuhrer Ortsteile besser zu vernetzen. Vier Monate später verteilte die Gemeinde Fragebögen, in denen die Bürger ihre Wünsche, Vorstellungen und das eigene Nutzungsverhalten des ÖPNV darstellen konnten. Nach der Auswertung der Fragebögen nahm die Verwaltung die Linien 55 und 101 ins Visier. Die 55 bekommt ab dem 16. August zwei zusätzliche Fahrtenpaare in den Nächten von Freitag auf Sonnabend. Sonntags ab 9 Uhr gibt es vier Fahrtenpaare. Die Linie 101 (Bassum-Fahrenhorst- Brinkum-Bremen), die montags bis freitags im Stundentakt verkehrt, bekommt täglich 4,5 Fahrtenpaare zusätzlich verpasst.

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