LKW-Verbot auf der Kattenturmer Heerstraße Anwohner freuen sich über Entlastung

Stuhr/Bremen . Die Sperrung der Kattenturmer Heerstraße für Lkw ab sieben Tonnen bewegt weiterhin die Gemüter. Während die Anwohner sich entlastet fühlen, spricht ein Brinkumer Unternehmer von einer Mehrbelastung durch das Verbot - in finanzieller Hinsicht.
10.02.2010, 05:31
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Von Claudia Gilbers

Stuhr/Bremen . Die Sperrung der Kattenturmer Heerstraße für Lkw ab sieben Tonnen bewegt weiterhin die Gemüter. Während die Anwohner sich entlastet fühlen, spricht ein Brinkumer Unternehmer von einer Mehrbelastung durch das Verbot - in finanzieller Hinsicht. Und der Stuhrer Bürgermeister Cord Bockhop kritisiert weiterhin die seiner Meinung nach mangelnde Kommunikation mit den Bremern.

Seit rund drei Monaten ist die Kattenturmer Heerstraße (Bundesstraße 6) zwischen der Theodor-Billroth-Straße und der Landesgrenze am Kattenescher Weg jetzt ganztägig für Lastwagen ab sieben Tonnen gesperrt. Gegen das Verbot haben 15 Firmen, darunter auch Stuhrer Unternehmen, Klage beim Bremer Verwaltungsgericht eingereicht. Die Entscheidung soll im Eilverfahren fallen, steht bislang aber noch aus.

Ein erste Bilanz nach drei Monaten Lkw-Verbot kann aber schon Marcus Wittrock, Geschäftsführer des Logistikunternehmens Mennen & Wittrock/ Hermann Titschkus in Brinkum-Nord, ziehen. Zusätzliche Kosten würden seinem Unternehmen durch das Verbot entstehen - Wittrock schätzt rund 150000 Euro pro Jahr. 'Das belastet unsere Wirtschaftlichkeit', sagt der Spediteur. Entlassen müsse er aber niemanden. Eine 'massiven Entlastung' sei das Verbot dagegen für die Anwohner des etwa 900 Meter Teilstücks der Kattenturmer Heerstraße, betont dagegen Norbert Breeger von der Vereinigung der Bürgerinitiativen Obervieland/ Huckelriede für eine menschengerechte A281. Im Moment werde gerade eine Fragebogenaktion unter den Anwohnern zu dem Thema ausgewertet. Die genauen Ergebnisse würden vermutlich erst in der kommenden Woche bekannt gegeben, aber schon jetzt könne man sagen, dass Lärm und Erschütterungen deutlich abgenommen hätten.

Laut Breeger würden dadurch rund 500 Bürger im direkt gesperrten Bereich entlastet und etwa nochmal so viele im vorderen Bereich der Straße. 'Das ist eine sehr positive Wirkung', sagt Breeger, der außerdem die regelmäßigen Kontrollen der Polizei lobt.

Ziel der Initiativen sei es aber nicht, dass die Lastwagen durch das Verbot nun durch andere Wohnquartiere fahren - etwa durch die Stuhrer Landstraße. 'Der überregionale Verkehr muss an den Wohngebieten vorbeigeführt werden', fordert Breeger. Wichtig sei deshalb die Fertigstellung des fünften Bauabschnitts der Autobahn 281. Denn auf Dauer helfe keine Flickschusterei. 'Wir sollten uns nicht an Übergangslösungen zerfleischen', sagt er in Richtung der Unternehmer und der Gemeinde Stuhr. Gemeinsames Ziel müsse stattdessen sein, für den fünften Bauabschnitt den Tunnel unter dem Flughafen möglichst schnell zu realisieren.

Einen zügigen Bau der A281 - das fordert auch Bürgermeister Cord Bockhop. Leider sei aber noch nichts Neues in der Hinsicht passiert. Überhaupt ist der Stuhrer Verwaltungschef mit der Kommunikation mit den Bremern - also in Sachen Kattenturmer Heerstraße dem Senator für Umwelt, Bau, Verkehr und Europa - alles andere als zufrieden. 'Ich kann nur verurteilen, was die Vorgehensweise angeht', kritisiert Bockhop. Der Diskussionsprozess sei frühzeitig geschlossen worden und ein Fachgespräch habe es auch nicht gegeben. 'Da ist viel Murks gelaufen', schimpft Bockhop, der sich vielmehr ein Wort des Bedauerns gewünscht hätte.

Stattdessen werde die Bedeutung Stuhrs im vernetzten Raum nicht richtig wahrgenommen, betont der Bürgermeister im Hinblick auf wichtige Verkehrsadern, wie die A1, die A28 und die B6, die über Stuhrer Gebiet verlaufen und die auch Bremen mit dem Umland und darüberhinaus verbinden. Auch der Flughafen befinde sich zum Teil auf Stuhrer Gebiet. Reglementiert würden die Straßen aber erst auf Bremer Gebiet, kritisiert Bockhop.

Was den durch das Lkw-Verbot bedingten Ausweichverkehr angeht, hat er in Gesprächen mit Bürgern gehört, dass nun mehr Lastwagen auf der Stuhrer Landstraße unterwegs sind. Gezielte Beschwerden hätte es aber nicht gegeben.

Dass die Stuhrer Landstraße verstärkt zur Ausweichstrecke wird, kann Spediteur Marcus Wittrock nicht ausschließen. Im Moment würden die Fahrer seiner Lkw immer den Umweg über die A1 nehmen. 'Weil die Baustelle noch nicht da ist, die aber ja ab April kommen soll', sagt Wittrock.

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