Ausstellung beim Sudweyher Weihnachtsmarkt

Aus Schrott mach Kunst

Wenn der Sudweyher Weihnachtsmarkt an diesem Sonnabend wieder öffnet, ist auch Heiko Pabst mit dabei. Der Sudweyher stellt seine Metall-Kunst aus. Und das zum ersten Mal.
15.12.2017, 17:42
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Stephen Kraut

Weyhe-Sudweyhe. Am Sudweyher Bahnhof findet an diesem Wochenende zum ersten Mal ein Weihnachtsmarkt statt. Die Erlöse sollen dem Umbau des historischen Gebäudes zugute kommen (wir berichteten). Eine Premiere ist es aber auch für Heiko Pabst. Zwar fertigt er bereits seit etwa vier Jahren Figuren aus gerostetem Metall an, an diesem Sonnabend stellt er seine Werke aber erstmals aus.

„Meine Frau und ich haben solche Arbeiten auf einem Markt gesehen“, erinnert sich Pabst an die Entstehung der Idee, selbst künstlerisch aktiv zu werden. „Ich meinte: 'Das kann ich auch'.“ Heute ist der Disponent für technische Gase zwar vor allem am Schreibtisch aktiv, doch mehr als 20 Jahre seines Berufslebens arbeitete Pabst auch als Dreher. „Wenn man einmal Handwerker ist, bleibt man das auch“, glaubt er.

Und so baut er seine Utensilien – seinen Schweißbrenner, aber auch andere Werkzeuge wie Metallschneider – vor seiner Garage auf, wenn er die Zeit findet. „Das Wetter muss mitspielen, sonntags will man die Nachbarn nicht stören“, nennt er einige Hindernisse bei der Arbeit. „Eine eigene Werkstatt wäre schön, aber das wird zu teuer“, ergänzt er. Schließlich mache er das nur als Hobby, und das solle auch so bleiben.

Sein Material findet Pabst vor allem auf Schrottplätzen in der Region. „Ich fahre am liebsten nach Achim, die haben viele landwirtschaftliche Geräte, auch Schmiede bringen dort ihre nicht genutzten Stücke hin“, erklärt der Sudweyher. Dabei achtet er darauf, auch Außergewöhnliches zu finden. „Hufeisen gehen immer, Kugeln sind sehr selten, daher nehme ich sie auch direkt mit, wenn ich welche sehe“, erläutert er. Ansonsten sind in seinen Figuren aber auch Sensen und Sägen zu erkennen, ebenso Haken und Schaufeln. Und in einem Exemplar findet sich sogar ein alter Helm. „So etwas habe ich bisher nur einmal entdeckt“, sagt er. Auch bei Kunden würde er schon einmal schauen, was dort in den Schrottcontainern gelandet ist. „Ich bin außerdem schon zu Landwirten gefahren und habe da angefragt, aber viele sind geizig“, berichtet er schmunzelnd.

Der erste Sinneseindruck zeigt gleich eine ganze Reihe unterschiedlicher Motive. Es gibt Vögel, Mäuse oder Schweine, abstrakte Figuren, und sogar ein Junge ist mit dabei. „Manchmal fällt mir den ganzen Tag nichts ein, dann geht es auf einmal wieder ganz schnell“, berichtet er. So unterscheide sich auch die Arbeitszeit: „Es gibt Tage, da sitze ich an einer Figur vier Stunden, an anderen nur zehn Minuten.“ Aber so vielfältig sind auch die Größen seiner Arbeiten: Von wenigen Zentimetern Höhe bis hin zu menschengroßen Stelen ist alles dabei. „Ich würde gerne auch einmal an größeren Stücken arbeiten, aber man muss die Figuren ja auch noch transportieren können“, merkt er an.

Drei kleine Stelen haben auch einen Holzfuß. Kerzen, die teilweise aus dem Material gefertigt wurden, gehören ebenfalls zu den Ausstellungsstücken von Pabst. „Aber eigentlich fehlt mir für Holz das Talent. Ich arbeite lieber mit Metall“, betont er. Durch die Tatsache, dass das Material bereits rostet, könne es natürlich auch geschehen, dass einmal etwas von einer Figur abbricht. „Aber in den vier Jahren ist mir das eigentlich noch nicht passiert“, so Pabst. Aber er beruhigt potenzielle Kunden: „Wenn einmal etwas abbrechen sollte, können mich die Leute anrufen. Ich repariere das dann.“

Für seine Ausstellungspremiere hat er nach eigenen Angaben keine konkreten Ziele. „Ich wünsche mir, dass die Leute auf mich zukommen, mir sagen, ob ihnen meine Arbeiten gefallen und wir etwas schnacken“, sagt er – und ergänzt dann: „Ich hoffe, dass es trocken bleibt.“ Da er der einzige Aussteller unter freiem Himmel sei, sieht Pabst seine Aufgabe auch darin, dafür zu sorgen, dass die Besucher „ein bisschen was zu gucken“ haben. Dafür will er auch einige Tannen aufstellen. Ob es bei einer einmaligen Ausstellung bleibt oder er seine Werke künftig häufiger in der Region präsentiert, will Pabst erst danach entscheiden. „Aber ich möchte auch nicht jedes Wochenende irgendwo ausstellen“, betont er. Das Ganze sei eben ein Hobby.

Der Sudweyher Weihnachtsmarkt hat an diesem Sonnabend von 13 bis 20 Uhr geöffnet, Sonntag können Besucher dort von 13 bis 18 Uhr stöbern, essen und trinken. Weitere Informationen zu der Veranstaltung und dem Förderverein Sudweyher Bahnhof gibt es unter www.sudweyher-bahnhof.de.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+