Schlagloch-Piste weist zurzeit 124 Krater auf Baubetriebshof empfiehlt komplette Sanierung der Bremer Straße

Stuhr-Brinkum. Die Bremer Straße zwischen dem Ortsausgang Brinkum und der B6 muss wohl abgefräst und vollständig saniert werden. Zu diesem Schluss kommt der Leiter des Stuhrer Baubetriebshofs, Hauke Peters.
25.02.2010, 06:00
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Von Hauke Gruhn

Stuhr-Brinkum. Die Bremer Straße zwischen dem Ortsausgang Brinkum und der B6 muss wohl abgefräst und vollständig saniert werden. Zu diesem Schluss kommt der Leiter des Stuhrer Baubetriebshofs, Hauke Peters. Auf wenigen hundert Metern weist die viel befahrene Strecke durch den harten Winter bedingt zurzeit exakt 124 Schlaglöcher auf. Diese sollen demnächst notdürftig gestopft werden, doch eine langfristige Lösung ist das nicht.

Sie sind mal länglich, mal rund, mal groß und mal klein, manche sind tief, andere eher flach: Handgezählte 124 Schlaglöcher zieren aktuell die Bremer Straße. 'Das ist schon gravierend. Das ist im Moment schon die schlimmste Straße Stuhrs', sagt Baubetriebshof-Leiter Peters. 'Es dringt Wasser in die Straße ein, bei Frost dehnt sich das Ganze aus und damit wird die Asphaltdecke weggesprengt.' Gerade bei den bereits einmal geflickten Stellen träten vermehrt Schlaglöcher auf, so Peters. 'Die Problematik ist uns schon länger bekannt.'

Gehandelt wird derzeit aber nur eingeschränkt. 'Wir haben kürzlich probeweise Schlaglöcher mit zwei verschiedenen Materialien gefüllt. Wir wollen diese Produkte testen, ob sie auch länger halten', erzählt Peters. Ende nächster Woche sollen dann vermehrt Schlaglöcher mit einer sogenannten Kaltmischung gestopft werden - sofern es die Witterung zulässt. Bei höheren Temperaturen kann auch normaler Asphalt verfüllt werden, doch für den Baubetriebshof-Leiter zeichnet sich ab: 'Wir werden wohl empfehlen, die gesamte Deckschicht abzufräsen und zu sanieren.'

Die ehemalige Bundesstraße besteht laut Peters aus drei Schichten: der Tragschicht ganz unten, der Binderschicht und eben jener Deckschicht, bei der das Winterwetter großen Schaden verursacht hat. Die Schichten sind durch eine Bitumemulsion miteinander verbunden. 'Das ist wie Haftkleber', erläutert Peters. 'Eindringendes Wasser und der Frost können diese Klebestellen aber trennen. Verbunden mit den Vibrationen durch den Verkehr kommt es dann zu Rissbildungen.' Allerdings droht auch Gefahr von unten: 'Es können Risse in der Tragschicht entstehen', sagt Peters. 'Wenn die defekt ist, müsste komplett ausgekoffert werden.' Um das genau zu wissen, sei aber eine Kernbohrung notwendig.

Zurzeit herrscht auf der Rumpelpiste Bremer Straße Tempo 30, doch nicht viele halten sich daran. Manche brausen gar mit 70 bis 80 Sachen über die Schlaglöcher hinweg. Für Schäden an ihren Fahrzeugen müssen die Halter allerdings selbst aufkommen. 'Würden sich alle an Tempo 30 halten, könnten eigentlich auch keine Schäden auftreten', betont Peters. Durch die bevorstehenden Flickarbeiten solle die Geschwindigkeitsbegrenzung aber schnellstmöglich überflüssig werden.

Sanierung kostet etwa 150.000 Euro

Im Stuhrer Rathaus ist derweil schon damit begonnen worden, auszurechnen, was die Sanierung der Deckschicht kosten könnte. 'Für die gesamte Länge von etwa einem Kilometer würde ich ungefähr 150000 Euro veranschlagen', sagt Benno Arens, der bei der Gemeinde für den Bereich Tiefbau zuständig ist. 'Davon haben wir momentan aber genau null Euro.' Die Auswirkungen des Winters seien nicht voraussehbar gewesen, betont Arens. Da man aber für die Verkehrssicherheit zuständig sei, müsse man gegebenenfalls handeln. 'Bei schlimmen Fällen bleibt uns keine Wahl.' Im März sollen alle Schäden im Gemeindegebiet begutachtet werden. Bei größeren Sanierungsvorhaben müsse dann auch die Politik beteiligt werden, so Arens. 'Schließlich muss das Geld bereitgestellt werden. Vielleicht kann man dafür bei anderen Maßnahmen kürzen.'

Dass bei der Bremer Straße auch die Tragschicht beschädigt sein könnte, befürchtet der Tiefbauexperte derzeit nicht. 'Das müssten wir im Rahmen einer Sanierung aber prüfen.' Laut Arens wurde die Bremer Straße zuletzt vor etwa zehn Jahren saniert. Für eine erneute Sanierung der Deckschicht müssten eine Ausschreibung und ein Vergabeverfahren her. Und das dauert: 'Eine Sanierung könnte wohl erst im Sommer vonstatten gehen.'

Und bis dahin wird eben so gut wie möglich geflickt. Doch auch das geht ins Geld: Laut Hauke Peters kostet das Füllen eines größeren Schlaglochs mit etwa eineinhalb Eimern Asphalt rund 50 Euro. Für die Bremer Straße dürften folglich mehrere tausend Euro allein für die kurzfristige Instandsetzung fällig werden. Und: Langsam wird der Asphalt zum Flicken der Schlaglöcher knapp. 'Da sind inzwischen schon Vorbestellungen nötig', berichtet Peters, der das Ganze aber mit Humor nimmt. 'Wenigstens habe ich jetzt wieder genug Salz.'

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