Flächen werden von den Gemeinden nicht freigegeben Beim Schlittschuhlaufen vorsichtig sein

Stuhr. Petrus sorgt zurzeit dafür, dass die Quecksilbersäule sich dauerhaft im unteren Teil des Thermometers eingerichtet hat. Das hat zur Folge, dass sich die Gewässer in Stuhr und Weyhe einen Eispanzer zulegen. Beim Schlittschuhlaufen sollte man jedoch einiges beachten.
26.01.2010, 04:55
Lesedauer: 3 Min
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Beim Schlittschuhlaufen vorsichtig sein
Von Markus Tönnishoff

Stuhr. Petrus sorgt zurzeit dafür, dass die Quecksilbersäule sich dauerhaft im unteren Teil des Thermometers eingerichtet hat. Das hat zur Folge, dass sich die Gewässer in Stuhr und Weyhe einen Eispanzer zulegen. Beim Schlittschuhlaufen sollte man jedoch einiges beachten. Apropos Schlittschuhe: Langsam werden die Bestände in den Läden knapp.

Der WESER-KURIER wollte es mal wissen und rückte dem Eis auf dem Silbersee mit einem Hammer zu Leibe. Rund zehn Zentimeter Eisdicke zeigte der Zollstock an. Amtlich freigeben werden die Seen von den Gemeinden jedoch nicht. Auch die Eisdicke wird nicht gemessen. 'Jeder geht auf eigene Gefahr aufs Eis. Eltern haften für ihre Kinder', erklärt Hartmut Martens, Fachdienstleiter für Verkehr, Ordnung und Soziales im Stuhrer Rathaus. 'Das hat etwas mit Haftungsgründen zu tun', ergänzt Ulf Panten, Umweltbeauftragter der Gemeinde Weyhe. Die Gemeinde Weyhe habe deshalb an den Gewässern Schilder aufgestellt: Betreten auf eigene Gefahr, ist darauf zu lesen. Zwar sei die Eisfläche zum Beispiel auf dem Mühlenkampsee in diesen Tagen sicher dicker als vor zwei Wochen, trotzdem will Panten keine Empfehlung geben, die Eisfläche zu betreten. 'Die Stabilität der Eisfläche hängt auch von der Menschenmenge ab, die sich auf ihr tummelt.' In früheren Jahren sei er oft in der Leester Marsch unterwegs

gewesen. 'Dort fand sich immer eine Fläche. Und da das Wasser da nicht tief war, hat man sich maximal nasse Füße geholt.'

Doch es gibt auch Gewässer, auf denen das Eislaufen komplett verboten ist - nämlich auf den Seen in Biotopen. 'Die Tiere im Wasser unter dem Eis befinden sich in der Winterruhe. Durch das Eislaufen kommt es zu Erschütterungen, sodass die Tiere gestört würden', erläutert Panten. Demzufolge ist zum Beispiel der See im Böttchers Moor für Eisläufer tabu.

Ruhe bewahren, keine Hektik

Schlittschuhläufer, denen das Eis unter den Kufen wegbricht, sollten einige Tipps beherzigen. Hennig Sittauer, Gemeindepressesprecher der Stuhrer Feuerwehr, rät: 'Auf jeden Fall sollte man sich ruhig verhalten und nicht in Hektik verfallen.' Da der größte Teil des Körpers ja unter Wasser ist, kühlt sich dort das Blut extrem ab. Starke Körperbewegungen würden dann dazu führen, dass das kalte Blut schneller durchs Herz fließt. Zudem komme es zu einem Kräfteverlust. 'Wenn jemand ins Eis eingebrochen ist, sollte er versuchen, andere Menschen auf sich aufmerksam zu machen.' Aber: Wichtig sei es, das ein potenzieller Retter nicht zu dicht an den Eingebrochenen rangehen. 'Der bricht dann nämlich vielleicht auch gleich ein.' Deshalb sollte er so schnell wie möglich die Feuerwehr alarmieren. Sodann sollten Retter versuchen, dem Eingebrochenen etwas zuzuwerfen, woran er sich festhalten kann, damit ein größtmöglicher Teil des Körpers über Wasser bleibt. 'Rettungsringe, die sich

bei den DLRG-Stationen finden lassen. Oder aber lange Äste', so Sittauer. Auch eine Stoffdecke, mit der der aus dem Wasser ragende Oberkörper gewärmt werden könne, könne helfen. 'Man ist dann ja pitschnass, und der Oberkörper kühlt dann durch die kalte Luft und den Wind schnell aus.' Viel Hoffnung kann Sittauer einem Eingebrochenen jedoch nicht machen. 'Es gibt Berechnungen, die zeigen, dass man im eiskalten Wasser maximal 15 Minuten überleben kann.' Für die Feuerwehr sei es kaum möglich, so schnell am Einsatzort zu sein. 'Wenn der Alarm kommt, brauchen die Feuerwehrleute rund zehn Minuten, bis sie mit ihren Wagen ausrücken können.'

In diesem Winter scheint sich das Eislaufen jedoch großer Beliebtheit zu erfreuen. 'Noch haben wir Schlittschuhe, aber Übergrößen so ab 45 aufwärts haben wir nicht mehr am Lager', erzählt Andreas Kömpf, Geschäftsführer von Ratio in Brinkum.

Es gebe zwei Arten von Schlittschuhen: Eiskunstlauf und Eishockey. Für den Anfänger empfiehlt Kömpf die Kunstlaufschuhe. 'Sie haben vorne an den Kufen Zacken, sodass man besser bremsen kann.' Auch Real in Groß Mackenstedt hat noch Schlittschuhe auf Lager.

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