32-Jähriger für Bedrohungen in Spielothek zu Geldstrafe verurteilt "Besoffen und aufgeregt"

VON RENATE SCHÖRKEN
27.07.2011, 05:00
Lesedauer: 1 Min
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VON RENATE SCHÖRKEN

Syke·Twistringen. Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, Hausfriedensbruch: Mit seinem wütenden Auftritt in einer Twistringer Spielothek machte sich ein 32-jähriger Besucher nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Verden gleich mehrfach schuldig.

In der Verhandlung vor einer Strafrichterin des Syker Amtsgerichts schrumpfte die lange Anklageschrift allerdings auf zweifache Bedrohung, in einem Fall tateinheitlich mit Beleidigung. Dafür soll der Arbeitslose auf Antrag der Staatsanwältin 150 Euro (30Tagessätze zu je fünf Euro) Geldstrafe bezahlen. Die Richterin wollte eine verminderte Schuldfähigkeit durch Trunkenheit nicht ausschließen.

Der frühere Syker, mittlerweile im Lippe-Kreis beheimatet, wollte nach eigener Darstellung schlicht Geld eintreiben, als er an einem Septemberabend des vergangenen Jahres die Spielothek betrat. Er habe dem Besitzer 5000 Euro geliehen und nicht zurück bekommen, erklärte er dem Gericht. Ständig sei er abgewimmelt worden. Auch an dem Abend, als er nach einer Hochzeitsfeier mit Freunden nach Twistringen fuhr, um die Rückzahlung einzufordern. Mag sein, gestand der Angeklagte, dass er sich nicht gut benommen habe. "Ich war besoffen und aufgeregt." Den umfangreichen Anklagevorwurf bezeichnete er indes als Schwachsinn.

Nach der Beweisaufnahme mit einem halben Dutzend Zeugen galt der Angeklagte der Bedrohung und Beleidigung gegenüber zwei unbeteiligten Frauen überführt. Eine 23-Jährige soll er als Schlampe beschimpft und gedroht haben, ihr den Kopf abzureißen. Eine 46-Jährige musste sich den Satz anhören: "Ich jage dir eine Kugel in den Kopf." Beide Frauen nahmen nach eigenen Worten die Bedrohung in dem Augenblick ernst. "Die Situation war so aufgeladen, und er war sehr aggressiv", sagte die Jüngere. Der Angeklagte entschuldigte sich im Gerichtssaal. "Kann sein oder auch nicht sein, dass ich das gesagt habe. Ich war total besoffen." Ob er das Urteil annimmt, will er sich noch überlegen.

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