Streit um Maskendeals Rotenburger Polizei sammelt Anzeigen gegen Fynn Kliemann

Nach den Betrugsvorwürfen gegen Fynn Kliemann sind bei der Polizei Rotenburg Anzeigen und Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob sich der Geschäftsmann strafbar gemacht hat.
12.05.2022, 12:11
Lesedauer: 1 Min
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Rotenburger Polizei sammelt Anzeigen gegen Fynn Kliemann
Von Hannah Krug

Die Polizeiinspektion Rotenburg sammelt momentan Anzeigen und Hinweise aus der Bevölkerung gegen den Geschäftsmann und Influencer Fynn Kliemann. "Wir haben einige wenige Mitteilungen über unsere Online-Wache bekommen", sagt Hainer van der Werp, Sprecher der Polizeiinspektion Rotenburg. Über dieses System können Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen online Strafanzeige erstatten.

Van der Werp bestätigt, dass sich die Behörde mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Stade abstimmt. "Die Staatsanwaltschaft prüft den Fall strafrechtlich und wenn es zum Verdacht einer Straftat kommt, dann werden wir die Ermittlungen aufnehmen." Vermutlich würden die Ermittlungen dann in Rotenburg geführt werden, auch wenn Kliemanns Geschäftspartner woanders ansässig seien.

Auslöser für die Anzeigen war die Berichterstattung der Satireshow "ZDF Magazin Royale" über einen mutmaßlichen Maskenbetrug in der vergangenen Woche. Moderator Jan Böhmermann warf Fynn Kliemann vor, Informationen beim Geschäft mit Corona-Schutzmasken verschleiert zu haben. Nach Recherchen des Magazins soll Kliemann in Bangladesch und Vietnam hergestellte Masken als fair produzierte Güter aus der EU vertrieben haben. Zudem soll Kliemann dazu beigetragen haben, dass 100.000 fehlerhafte Masken an Flüchtlingsunterkünfte geliefert wurden.

In Folge der Berichterstattung haben mehrere Kooperationspartner die Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann beendet. Nun hat auch die EWE beschlossen, die mit der Kliemannsland GmbH vereinbarte Medienkooperation sofort zu beenden. Das erklärte das Unternehmen am Donnerstag in einer Mitteilung. EWE habe für das Kliemannsland einen Weg in die Klimaneutralität aufgezeigt und die ersten Schritte aktiv medial begleitet.

Wie sich der Fall juristisch entwickelt, darüber kann nur spekuliert werden. "Wie sich das entwickelt, das werden wir sehen", sagt van der Werp. Ein Vorgang wie dieser sei nichts Ungewöhnliches für die Polizei.

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