Auswirkungen von Corona

Weniger Unfälle im Landkreis Rotenburg

Im Landkreis Rotenburg verzeichnete die Polizei 2020 einen Rückgang bei den Verkehrsunfällen von fast 15 Prozent. Insgesamt 14 Personen kamen bei Unfällen im Kreisgebiet ums Leben.
15.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Weniger Unfälle im Landkreis Rotenburg
Von Marius Merle
Weniger Unfälle im Landkreis Rotenburg

Bei diesem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich Kreisstraße 226/Fabrikstraße in Stemmen starb im vergangenen Dezember ein 83-jähriger Mann. Insgesamt kamen bei Verkehrsunfällen im Landkreis Rotenburg im Jahr 2020 14 Personen ums Leben.

Christian Butt

Landkreis Rotenburg. Die Anzahl der Verkehrsunfälle im Landkreis Rotenburg ist im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen. „Das dürfte vor allem daran liegen, dass coronabedingt weniger Verkehr auf den Straßen unterwegs war und vermehrt im Homeoffice gearbeitet wurde“, heißt es von der Polizei, die nun die Verkehrsunfallstatistik präsentiert hat. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der verzeichneten Unfälle im Kreis Rotenburg um fast 900 auf 5153. Dies entspricht einem Rückgang von 14,8 Prozent.

Bei 128 schweren Verkehrsunfällen wurden 14 Menschen getötet und 145 schwer verletzt. „Damit registriert die Polizei im Bereich der Unfalltoten rückläufige Zahlen, jedoch eine leichte Steigerung bei den Schwerverletzten“, heißt es weiter. Hauptunfallursache bei den schweren Verkehrsunfällen bleibt unangepasste Geschwindigkeit (40). In 28 Fällen waren Vorfahrtsverletzungen ausschlaggebend, zehnmal spielte der Konsum von Alkohol oder Drogen eine Rolle.

Auch weniger Wildunfälle

Durch die geringere Anzahl an Unfällen insgesamt sank 2020 auch zum ersten Mal seit vielen Jahren sogar die Anzahl der Wildunfälle. Laut Statistik kam es zu 1766 Unfällen und somit zu einem Rückgang um 256 Zusammenstößen mit Wildtieren. „Trotzdem liegt der prozentuale Anteil der Wildunfälle im Landkreis Rotenburg bei knapp 35 Prozent am Gesamtunfallgeschehen. Dieses Phänomen lässt sich in der gesamten Region erkennen“, lässt die Polizei verlauten. Die Wild-Warnbeschilderung werde daher laufend an die entsprechenden Unfallorte angepasst.

Die allgemein positive Tendenz aus 2020 spiegelt sich auch bei den Verkehrsunfallfluchten wieder. Insgesamt 939 Mal - und damit 162 Mal weniger als im Vorjahr - entfernte sich ein Unfallbeteiligter unerlaubt von der Unfallstelle. Gut die Hälfte der Unfallfluchten ereigneten sich auf Parkplätzen oder beim Vorbeifahren an geparkten Fahrzeugen. „Die Zahl der aufgeklärten Fälle konnte erhöht werden. Hier registrierten die Unfallermittler eine erfreuliche Steigerung der Aufklärungsquote auf über 44 Prozent“, wird im Bericht erläutert.

Schwere Unfälle mit Radfahrern

Trotz vermehrter Nutzung von Fahrrädern und steigendem Anteil von Pedelecs sank auch die Zahl der Fahrradunfälle im Jahr 2020 von 225 auf 189. „Leider ist die Zahl der verletzten Radler in Relation zur Beteiligung am gesamten Unfallgeschehen sehr hoch“, betont die Polizei. 128 Fahrrad- und 22 Pedelec-Fahrer wurden 2020 verletzt. Drei Menschen erlitten tödliche und 25 schwere Verletzungen. Die Polizei appelliert weiterhin daran, einen Fahrradhelm zu tragen. Aus Sicht der Beamten seien immer noch zu viele Radfahrer „oben ohne“ unterwegs.

Im Vergleich der Risikogruppen „Junge Fahrer“ und „Senioren“ schneiden die Fahranfänger bei der Gesamtzahl der Unfälle schlechter ab. Junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren waren 2020 an 1044 Verkehrsunfällen beteiligt, Menschen über 65 Jahren 842-mal. „Anders sieht es bei den Unfallfolgen aus: Sechs Senioren wurden getötet und 30 schwer verletzt. In der Gruppe der jungen Fahrer erlitten zwei Menschen tödliche und 25 schwere Verletzungen.“ Ein Hauptunfallpunkt im Landkreis Rotenburg bleibt derweil die Hansalinie zwischen den Anschlussstellen Posthausen und Rade. Die Beamten der Autobahnpolizei Sittensen verzeichneten im vergangenen Jahr 640 Unfälle. Dabei wurde ein Unfallbeteiligter getötet, 18 Menschen erlitten schwere und 137 leichte Verletzungen.

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