Joey Kelly im Interview "Das ist eine große Sache"

Da hat die ISU den richtigen Referenten nach Stuhr geholt. Die kostenlosen Tickets für Joey Kelly waren schnell vergriffen. Der WESER-KURIER hat vorab mit dem Musiker und Extremsportler gesprochen.
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Von Claudia Ihmels

Herr Kelly, Sie haben schon über 40 Marathons absolviert, an einem Wettlauf zum Südpol teilgenommen und mehrere Wüsten-Ultra-Läufe bestritten, um nur wenige Beispiele zu nennen. Wie findet man da eigentlich noch neue Herausforderungen?

Joey Kelly: Es gibt viele Wettkämpfe, die man mehrfach absolvieren kann, um beispielsweise seine persönliche Bestzeit zu steigern. Zudem gibt es generell noch ganz viele Wettbewerbe, die zwar weniger populär, aber trotzdem spannend sind und die ich gerne bestreiten würde.

Ursprünglich sind Sie ja als Musiker der Kelly Familiy bekannt geworden, standen jetzt seit langem wieder mit einigen Ihrer Geschwister auf der Bühne. Was hat Sie denn zur Rückkehr zur Musik bewogen?

Vor einem guten Jahr habe ich mich mit meinem Bruder Angelo zusammengesetzt, und wir haben über ein Comeback nachgedacht. Ich freue mich sehr darüber, dass das geklappt hat und wir nach 15 Jahren wieder gemeinsam auf der Bühne stehen und zusammen Musik machen. Ich hätte nicht annähernd damit gerechnet, dass das neue Album und die Tour, die uns im kommenden Jahr 40 Konzerte in sieben Ländern bescheren wird, so erfolgreich sein würden. Das ist eine große Sache.

Was ist die größere Herausforderung? Extremsport oder die musikalische Bühne?

Der musikalische Auftritt auf der Bühne ist körperlich nicht so anstrengend. Beides ist jedoch auch nicht vergleichbar.

Und was war denn bisher insgesamt Ihre größte Herausforderung?

Da gibt es eine ganze Reihe von Wettkämpfen, welche ich dazu zählen würde – wie zum Beispiel den Wettlauf zum Südpol, das Race Across America, das ich im kommenden Jahr zum vierten Mal bestreiten werde, oder den Lauf durch das Death Valley (Tal des Todes) bei Temperaturen von 50 Grad Celsius. Jeder Wettkampf hat meines Erachtens seine eigenen Höhen und Tiefen, ist oftmals schlecht mit anderen Challenges vergleichbar.

Sie sind bei TV-Wettbewerben wie der Wok-WM, dem Turmspringen und der Stock Car Challenge etliche Male gegen Stefan Raab angetreten, der auch als sehr ehrgeizig gilt. Alles nur Show oder ist er auch tatsächlich ein schwieriger Gegner?

Bei den Raab-Events waren immer starke Gegner wie Olympiasieger und Weltmeister vor Ort. Stefan Raab ist ein Wettkampftyp, daher war es hart, ihn zu schlagen. Die etwa 50 Raab-Events über einen Zeitraum von 14 Jahren haben mir jedoch viel Spaß bereitet. Es war eine schöne Zeit.

In Stuhr werden Sie zum Thema „No Limits – Wie erreiche ich mein Ziel“ referieren. Was erwartet das Publikum dabei denn genau?

Die Präsentation enthält eine Auswahl meiner Wettkämpfe der letzten zwei Jahrzehnte, eine Art „Best Of“.

Für welches Ziel trainieren Sie persönlich im Moment?

Bis vor wenigen Wochen hatte ich noch für den diesjährigen Deutschlandlauf trainiert, am vergangenen Wochenende bin ich den Frankfurt Marathon, meinen 50. Marathon, gelaufen, und aktuell bereite ich mich auf den RTL-Spendenmarathon Ende des Monats und anschließend auf das Race Across America und ein Amazonasprojekt, die im kommenden Jahr stattfinden werden, vor.

Haben Sie selbst auch schon mal ein Ziel nicht erreicht?

Glücklicherweise bin ich bis jetzt immer im Ziel angekommen, einige Male jedoch nicht so, wie ich es mir im Vorfeld erhofft hatte. Beispielsweise hatte ich mir dann meine Kraft nicht optimal eingeteilt.

Kann man als Extremsportler eigentlich ohne schlechtes Gewisses auch mal ordentlich schlemmen oder einen Tag faul auf dem Sofa verbringen?

Das geht natürlich auch. Eine Regenerationsphase nach Wettkämpfen ist wichtig. Auch belohne ich mich nach einem anstrengenden Wettkampf manchmal mit einem guten Essen.

Wird man Ihnen in Stuhr auch beim Training begegnen können, oder reisen Sie nur für den Vortrag an und direkt danach wieder ab?

Ich werde in Stuhr nur zum Vortrag an- und danach wieder abreisen.

Das Interview führte Claudia Ihmels.

Joey Kelly wurde zunächst als Mitglied der Kelly Familiy bekannt. Insgesamt verkaufte die Musikgruppe über 20 Millionen Tonträger. Der 1972 geborene Joey Kelly nimmt seit 1996 an sportlichen Wettbewerben teil. Seine Bandbreite reicht von Extremsport wie dem Ironman bis hin zu Show-Wettbewerben im Fernsehen wie der Wok-WM. In Stuhr ist Joey Kelly an diesem Montag, 6. November, auf Einladung der Interessengemeinschaft Stuhrer Unternehmen (ISU) im Gasthaus Nobel zu Gast. Die kostenlosen Tickets waren nach Angaben der ISU schnell vergriffen.

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