Brinkumer KGS-Team sucht neue Talente

Das Ziel ist die Golf-AG

Golf ist ein Altherrensport. An der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Brinkum straft man diesem Vorurteil allerdings Lügen.
14.10.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Das Ziel ist die Golf-AG
Von Christoph Starke

Golf ist ein Altherrensport. An der Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Brinkum straft man diesem Vorurteil allerdings Lügen.

Denn die Schule verfügt über ein sehr erfolgreiches Golfteam, das vor Kurzem beim Bundesturnier „Jugend trainiert für Olympia“ in Heidelberg den zweiten Platz geholt hat und sich nur ganz knapp der Siegermannschaft geschlagen geben musste (wir berichteten). KGS-Sportfachbereichsleiter Frank Ostersehlt will den Golfsport an seiner Schule weiter nach vorne bringen. Sein großes Ziel: eine AG.

Cara Iden, Katharina Hesse, ihr Bruder Fabian, Lennart Goering und Jonas Spelbrink heißen die Helden des Grüns, die regelmäßig auf der Anlage in Okel trainieren. Mit dem dortigen Golfclub Syke pflegt die Schule eine Kooperation. Das sei von den jungen Golfern selbst ausgegangen, lassen sie wissen.

Die fünf Jugendlichen sind mit dem Sport aufgewachsen, wie sie erzählen. Entweder seien es die Familien gewesen oder der Bekanntenkreis, die sie zum Sport gebracht hätten. Bereits als Kleinkinder haben sie teilweise schon den Schläger in der Hand gehabt. „Für Kinder ist der Golfschwung eine ganz natürliche Bewegung“, erläutert Jörg Widdra, Jugendwart beim Golfclub Syke. „Erwachsene müssen das wieder erlernen. Im Laufe ihres Lebens haben sie Bewegungsmuster gelernt, die dem Golfschwung zuwider sind.“ Gemerkt habe er das bei seinen eigenen Kindern, als diese das erste Mal den Abschlag übten. „Das war ein Aha-Erlebnis“, erinnert er sich.

Zweiter Platz beim Bundesturnier

Seit zweieinhalb Jahren existiert das Team an der KGS. Zweimal sind sie niedersächsische Landesmeister in ihrer Wettkampfklasse geworden. Beim Bundeswettbewerb wurden die Schüler 2014 Sechster, bevor sie in diesem Jahr das Ergebnis toppen konnten und sich den Vizetitel sicherten. „Das ist ein Wahnsinnserfolg“, unterstreicht Ostersehlt. Gegner in Heidelberg seien teilweise Privatgymnasien wie die Sieger aus St. Leon Rot (Baden-Württemberg) gewesen, deren Schule sogar Golf als Profil hat. Beim Turnier sei das Brinkumer Team das einzige einer Gesamtschule gewesen. „Und der zweite Platz war ein ganz knapper. Nur drei Schläge haben gefehlt. Das ist schon wirklich eine Sensation“, lobt Widdra die Leistung. „Für St. Leon Rot war es eine völlig unerwartete Situation, derart in Bedrängnis zu geraten.“

Mit Hochnäsigkeit seien die KGS-Golfer aber nicht konfrontiert worden, erzählt Fabian Hesse: „Die sind alle schon ganz in Ordnung.“ Sie selbst bleiben auf dem Teppich, ziehen keine professionelle Golfkarriere in Betracht. „Mit zehn Jahren dachte man das vielleicht“, erinnert sich Jonas Spelbrink. „Man muss dafür richtig viel arbeiten“, hält Fabian Hesse fest. Ihre Leistungen seien war nicht unbemerkt geblieben, letztendlich würde es sich aber immer noch um ein Jugendturnier handeln.

Fabian Hesse, Jonas Spelbrink und Cara Iden verlassen das Quintett allerdings. Als 1998er-Jahrgänge sind sie zu alt für die Wettkampfklasse. Deswegen sucht Frank Ostersehlt dringend neue Golftalente.

Und worauf kommt es an beim Golf? „Kraft gehört dazu, aber Präzision ist wichtiger“, erzählt Fabian Hesse. Golf sei in erster Linie ein Kopfsport, doch natürlich trainiere er auch die Muskelpartien und die Kondition – vor allem, wenn man einen hügeligen Platz bewältigen müsse. Nach langem Spielen mache sich auch mal der Golfarm bemerkbar.

Und es ist tatsächlich ein vornehmer Sport. Als Oberbekleidung sind am liebsten Poloshirts gesehen. „Und am besten keine Jeans“, hält Jonas Spelbrink fest. Es gibt spezielle Golfschuhe, flache Turnschuhe seien aber auch in Ordnung. Die eigentliche Ausrüstung ist nicht ganz günstig. „Neue Leute können aber erst einmal Schläger vom Verein gestellt bekommen“, halten die jungen Golfer fest. Sie wünschen sich weitere Mitspieler: „Wer will, soll gerne vorbeikommen.“

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