Bremer Senior Service

Der Traum von der eigenen Firma

Die Existenzgründerberatung Bremer Senior Service hilft seit Jahren Menschen in Weyhe, die sich selbstständig machen wollen. Dabei gibt es viel zu beachten, positive Beispiele sind aber vorhanden.
25.01.2018, 18:43
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Stephen Kraut
Der Traum von der eigenen Firma

Franz Rönz (links) vom BSS hat unter anderem Rene und Claudia Kleeberg bei dem Aufbau der eigenen Firma geholfen. Auch Wirtschaftsförderer Dennis Sander (hinten) freut diese Geschichte.

Stephen Kraut

Weyhe. Der Schritt zum eigenen Betrieb ist für viele Menschen verlockend. Doch um eine erfolgreiche Firma aufzubauen, bedarf es mehr als nur einer guten Idee. Was genau, dazu berät die Existenzgründerberatung Bremer Senior Service (BSS) seit vielen Jahren – auch in der Gemeinde Weyhe. Frank Rönz vom BSS blickt auf ein durchaus positives Jahr 2017 zurück, auch wenn rund einem Drittel der Ratsuchenden am Ende nahegelegt wurde, von dem Traum Abstand zu nehmen. Wie erfolgreich der Weg zur Selbstständigkeit mit Unterstützung der BSS aber sein kann, weiß beispielsweise Rene Kleeberg, Inhaber der KFZ-Werkstatt Car Arena, zu berichten.

In der großen Werkstatt-Halle von Kleeberg stehen zwei Autos, eines schwebt in luftiger Höhe auf einer Hebebühne. Zu Beginn seiner Tätigkeit sah das noch anders aus. „Jeder Anfang ist schwer, das ist ganz klar“, so der Inhaber. Im August 2016 eröffnete er die Car Arena. Das Konzept zu Beginn: eine Werkstatt für Autos aller Art und eine Selbsthilfewerkstatt. „Das haben wir inzwischen aber beendet“, sagt Kleeberg zum zweiten Punkt. Dadurch sei er selbst kaum noch zum Reparieren bekommen. Ansonsten, so der Lahauser, laufe der Betrieb inzwischen allerdings wunderbar. „Jeden Tag kommen neue Kunden, ich schaffe bald schon nicht mehr alles alleine“, betont er. Dass es dazu überhaupt kommen konnte, hat der 47-Jährige nach eigenen Angaben auch Frank Rönz und dem Bremer Senior Service zu verdanken.

Bei einem ersten Treffen habe Rönz ihm zunächst erklärt, was alles beachtet werden muss, bevor der eigene Betrieb überhaupt eröffnen kann. Entmutigt hat das Kleeberg aber nicht. „Ich dachte mir: 'Jetzt erst recht'.“ Rönz sei zu Beginn skeptisch gewesen, doch das Konzept des KFZ-Altgesellen überzeugte ihn schließlich. „Er hat mich begleitet von der ersten Idee bis heute“, betont Kleeberg.

„Generell“, betont Rönz, „bleibt es bei den meisten Ratsuchenden nicht bei einer Beratung“. So habe es 2017 in Weyhe 34 Erstberatungen gegeben. Zwar waren es in den Vorjahren noch jeweils 38, „aber in Zeiten der guten Konjunktur geben weniger Menschen ihren sicheren Job auf“, berichtet Rönz. Daher sei die Zahl noch immer gut. „Insgesamt werden wir so bei 80 bis 100 Terminen gewesen sein“, schätzt er. Die Branchen, in denen sich die Menschen selbstständig machen wollen, seien dabei sehr unterschiedlich. Rönz zählt auf: „Café, Kunsthandwerksfirma, Handyreparatur, Hufschmied, mobiler Friseur, individuelle Kinderbetreuung – um nur einige zu nennen.“ Dabei würde es sich relativ gleichmäßig aufteilen: Etwa ein Drittel der Ratsuchenden geht in die Selbstständigkeit, einem Drittel wird davon abgeraten. „Aus Erfahrung wissen wir ungefähr, was laufen kann und was nicht“, so Rönz. Ein Blick auf die errechneten Zahlen gebe einen weiteren Anhaltspunkt zu den Chancen des angedachten Betriebes. Bei dem verbleibenden Drittel befänden sich die Verfahren noch in der Schwebe. „Es laufen die Bankgespräche oder die Businesspläne werden noch erstellt“, sagt Rönz.

Wichtig sei es gerade bei größeren Firmen, betriebswirtschaftliche Kenntnisse zu haben oder eine Person im direkten Umfeld zu wissen, die das übernimmt. „Das Wichtigste ist natürlich, sich in seinem Bereich auszukennen“, betont Rönz. „Aber gerade bei komplexeren Aufgaben in der Buchhaltung sind die entsprechenden Kenntnisse unabdingbar.“ Schließlich dürfe man Ausgaben wie die private Krankenversicherung nicht vergessen. Das sei oft das größte Manko.

Auch daran hat Kleeberg dank Rönz gedacht. „Eine gute Nachbarin hat mich da unterstützt“, informiert er. So habe er auch die Prüfung zum Altgesellen geschafft, die zur Führung einer eigenen Werkstatt berechtigt. Und nun plant er weitere Ausbauten bei seiner Firma. Wahrscheinlich ebenfalls mit Unterstützung durch Frank Rönz und den BSS.


Der Verein Bremer Senior Service (BSS) veranstaltet an jedem dritten Donnerstag im Monat eine Existenzgründerberatung in Weyhe. Anmeldungen sind möglich bei Wirtschaftsförderer Dennis Sander, Telefon 0 42 03 / 71 -2 18, E-Mail: sander@weyhe.de.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+