Selbsthilfegruppe für MS-Kranke und Angehörige feiert 25-jähriges Bestehen / Ehrung für Anja Wrede Die erste Anlaufstelle

Weyhe·Landkreis Diepholz. Multiple Sklerose ist kein Tabuthema in der Gesellschaft. Das merkte Reinhard Ruge bereits im Jahr 1991. Mit seinen damals 35 Jahren reagierte er nicht, wie man es erwartet hätte, schockiert, sondern eher positiv auf die Diagnose. "Ich fühlte mich damals eher befreit als belastet", erinnert sich der heute 55-Jährige. Vieles, was ihn in seinem alten Leben gestört hatte, habe er dank der Krankheit hinter sich gelassen. "Meine Familie hat zuerst geschockt reagiert", erzählt er. Die Nachricht über seine Erkrankung wurde im Allgemeinen aber recht gut aufgenommen, so Ruge.
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Von ENNO EIDENS

Weyhe·Landkreis Diepholz. Multiple Sklerose ist kein Tabuthema in der Gesellschaft. Das merkte Reinhard Ruge bereits im Jahr 1991. Mit seinen damals 35 Jahren reagierte er nicht, wie man es erwartet hätte, schockiert, sondern eher positiv auf die Diagnose. "Ich fühlte mich damals eher befreit als belastet", erinnert sich der heute 55-Jährige. Vieles, was ihn in seinem alten Leben gestört hatte, habe er dank der Krankheit hinter sich gelassen. "Meine Familie hat zuerst geschockt reagiert", erzählt er. Die Nachricht über seine Erkrankung wurde im Allgemeinen aber recht gut aufgenommen, so Ruge.

Ruge war einer der Gäste bei der Feier der MS-Gruppe Syke und Umgebung. Im großen Saal des Gasthauses Scholvin-Ortmann in Riede trafen sich etwa 60 Menschen, die gemeinsam 25 Jahre Selbsthilfe Revue passieren ließen. Organisatorin Anja Wrede aus Weyhe dankte in ihrer Begrüßung den vielen freiwilligen Helfern der Gruppe. "Sehr aufgeregt" sei sie vor ihrer Rede gewesen, verriet sie - sprach dann jedoch entspannt über den weiteren Verlauf der Feier. Geplant waren ein gemeinsames Essen, eine Diashow mit Bildern aus der Geschichte der Ortsgruppe, Gastredner und eine Tombola.

Besuch vom Landesverband

Gastredner Gerhard Zeller, Vorstandsmitglied des Landesverbandes Niedersachsen der Deutschen MS-Gesellschaft, betonte die "außerordentlich wichtige Rolle" der vielen Ortsgruppen. "Das sind meist die erste Anlaufstelle für MS-Erkrankte", so Zeller. Auch sei vielerorts eine gute Öffentlichkeitsarbeit nur dank aktiver Gruppen wie der Syker Ortsgruppe möglich. Gut organisierte Veranstaltungen stärken die Solidargemeinschaft und helfen jedem Einzelnen, so Zeller. Des Weiteren bat er alle Anwesenden darum, der Syker Ortsgruppe, die auch für den gesamten Nordkreis zuständig ist, weiterhin die Treue zu halten und zur Gemeinschaft zu stehen.

Eine besondere Ehre wurde in Zellers Vortrag noch Anja Wrede zu teil: Für ihren Einsatz um den Verband wurde sie mit der Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Leicht verspätet kam es zu dieser Verleihung, da der ehemalige Schirmherr des Landesverbands, Christian Wulff, durch seine Wahl zum Bundespräsident dieser Pflicht nicht mehr nachkommen konnte.

Abschließend hob Zeller noch die "engagierte und dynamische Arbeit" der Ortsgruppe Syke hervor. Multiple Sklerose habe als Krankheit durch gute Öffentlichkeitsarbeit wie diese endlich ein Gesicht bekommen, sagte er.

Eine heimliche Auszeichnung verdienten auch Hermann und Margarete Ahrens. Seit 1955 sind die beiden Kirchweyher ein Ehepaar. Der erste Verdacht auf Multiple Sklerose trat 1985 auf, als es der heute 77-jährigen Margarete plötzlich sehr schlecht ging. Gewissheit konnten ihr die Ärzte allerdings erst fünf Jahre später geben. Den Rat ihres Arztes, Stillschweigen zu bewahren schlug sie entschieden aus.

Margarete Ahrens war es wichtig, dass jeder aus Familie und Freundeskreis von ihrer Krankheit weiß. Heutzutage fallen ihr viele Dinge sehr schwer, erzählt sie. Trotzdem legt sie großen Wert darauf, soviel wie möglich selbst zu erledigen. Eine große Hilfe ist ihr dabei ihr Ehemann Hermann, 79 Jahre alt.

Viele der anwesenden Mitglieder betonten, dass der große Rahmen, in dem die Feier stattfand und die vielen gruppenexternen Besucher zeigen würden, dass Krankheiten wie Multiple Sklerose längst ein öffentliches Thema geworden sind. Auch dank der Arbeit der MS-Gruppe Syke und Umgebung.

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