Weyher Bürgerbus Die Frau am Steuer

Der Verein Bürgerbus Weyhe hat eine neue Vorsitzende: Regine von Larcher. Sie will sich vor allem den Fahrern widmen. Aber gar nicht mal so sehr, indem sie weitere hinzu gewinnt.
28.05.2017, 12:37
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Die Frau am Steuer
Von Sebastian Kelm

Weyhe. „Nee! Nee!“ Die Frage, ob sie als neue Vorsitzende das Fahren beim Weyher Bürgerbusverein aufgeben will, erscheint Regine von Larcher offenbar so abwegig, dass sie diese mit einem Lachen quittiert. „Ich bin immer viel und gern Auto gefahren“, sagt sie weiter.

Gleichwohl weiß sie, dass einiges mehr von ihr verlangt wird, seit sie vor gut einer Woche die Aufgabe übernommen hat, den etwa 150 Mitglieder starken Verein zu führen. Ihren Fokus will sie verstärkt auf die 37 aktiven Fahrer darunter richten. Natürlich möchte sie deren Zahl auch ausbauen, schließlich könne man nie genug davon haben. Aber sie denkt vor allem an die Pflege des aktuellen Teams. „Das haben wir vernachlässigt“, räumt Regine von Larcher ein. Für August sei ein Workshop geplant, bei dem Ideen für die Zukunft des Vereins ausgetauscht werden sollen. „Ungefähr die Hälfte hat sich schon angemeldet“, ist sie zufrieden mit der bisherigen Beteiligung.

Eine denkbare Veränderung braucht aber gar nicht erst vorgeschlagen werden, die schließt sie von vornherein aus: „Eine dritte Linie wird es mit Sicherheit nicht geben. Dafür bräuchten wir 20 Fahrer mehr.“ Und eine Änderung des Verlaufs der 116 habe der Verein mit dem neuen Schlenker durch Lahausen ja erst zum Jahreswechsel vorgenommen.

Einen Blick wird Regine von Larcher aber auch auf all jene Fahrer haben, die dem Verein den Rücken gekehrt haben. Das werden altersbedingt mehr und mehr, erzählt sie. Sie wolle Ursachenforschung betreiben, woran die Abgänge lagen, andererseits einfach in Kontakt bleiben mit den Ehemaligen. „Das sind Multiplikatoren“, weiß sie um ihre Bedeutung, wenn es darum geht, den guten Ruf des Bürgerbusses weiter zu tragen. Im Streit sei jedenfalls bislang niemand gegangen, betont sie. Wenngleich der Motor nicht immer ganz rund laufe, wie sie zugibt.

Keine Kritik aber an ihrem Vorgänger Franz Riedel. Dem hat sie den Vorsitz überhaupt erst zu verdanken: Als sie vor sieben Jahren bei Airbus aufhörte, wo die heute 62-Jährige im Bereich Aus- und Weiterbildung tätig war, schloss sie sich dem Bürgerbusverein an, wenig später holte Riedel sie auch schon in den Vorstand. Die Wahl-Melchiorshauserin, geboren in Stuttgart und aufgewachsen in München, wurde 2013 dann dritte Vorsitzende.

Doch wie kam sie überhaupt zum Bürgerbus? Sie habe sich engagieren, der Gesellschaft etwas zurückgeben wollen, nachdem sie zuvor in der Freizeit nur im Orchester mitwirkte. Als Riedel dann aber jüngst erneut an sie herantrat, ob sie ihn an der Spitze des Vereins beerben wolle, habe sie schon gezögert: „Ich habe mir Zeit genommen für diese Entscheidung. Es ist ja eine gewisse Verantwortung.“ Letztlich habe sie aber an nichts denken können, was dagegen sprach: „Es hat mir immer Spaß gemacht – alles, auch die Vorstandsarbeit.“

Ein paar Aufgaben will sie nun aber schon abtreten. Die Vermietung des Elektro-Mobils an Vereine etwa – ein Projekt, das sie einst mit initiiert hatte – wird sie in die Hände von Vorstandskollege Manfred Soboll legen. Zeit für eine Bilanz nach rund zwei Jahren: „Langsam wird das Angebot besser angenommen. Am Anfang waren wir wohl ein bisschen zu euphorisch.“ Auch den Telefondienst wird sie wohl mittel- bis langfristig nicht mehr machen können.

Vom Lenkrad aber, das hat Regine von Larcher zweifelsfrei klar gemacht, bekommt sie keiner weg. Auf welcher Linie ist sie eigentlich lieber unterwegs? Auch da muss sie nicht lange überlegen: „Die 117!“ Und warum? „Da ist mehr los?“ Ruhige Touren seien nicht so ihre Sache. Sie mag das Quatschen mit Stammgästen, die täglichen Begegnungen mit den Menschen möchte sie nicht missen. „Ein 97-Jähriger fährt immer schon bei mir mit“, erzählt sie.

Ansonsten lautet ihr Ziel, den Verein auf Kurs zu halten. Die Richtung sei vorgegeben: „Wir sind eine Instanz in Weyhe. Aus einem Pionierbetrieb ist ein nicht mehr wegzudenkender Fahrbetrieb geworden.“

„Eine dritte Linie wird es mit Sicherheit nicht geben.“ Regine von Larcher
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