Holger Kühn aus Erichshof hat heute 30 Aquarien zu Hause und ist seit 30 Jahren Mitglied der Aquarienfreunde Die Goldorfe im Gurkenglas

Weyhe-Erichshof. Es blubbert. Und blubbert. Die ganze Zeit, ohne Unterlass. Kein Wunder bei 30 Aquarien. Bei Holger Kühn ist die 30 offenbar eine ganz besondere Zahl. Denn er hat nicht nur 30 Aquarien, sondern ist auch seit 30 Jahren Mitglied im Verein Aquarienfreunde Weyhe. Bereits als Jugendlicher im Alter von 14 Jahren trat Kühn dem Klub bei. Und er ist dabei geblieben. Übrigens als einziger aus der (damaligen) Jugendgruppe.
25.08.2011, 05:00
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Von NILS HARTUNG

Weyhe-Erichshof. Es blubbert. Und blubbert. Die ganze Zeit, ohne Unterlass. Kein Wunder bei 30 Aquarien. Bei Holger Kühn ist die 30 offenbar eine ganz besondere Zahl. Denn er hat nicht nur 30 Aquarien, sondern ist auch seit 30 Jahren Mitglied im Verein Aquarienfreunde Weyhe. Bereits als Jugendlicher im Alter von 14 Jahren trat Kühn dem Klub bei. Und er ist dabei geblieben. Übrigens als einziger aus der (damaligen) Jugendgruppe.

Die Faszination für Fische, an der sind eigentlich seine Eltern Schuld. Und ein Nachbar. Denn der war Angler und züchtete Goldorfen, die er als Köderfischer für Hechte und Zander einsetzte. "Irgendwann Anfang der 1980er-Jahre hat er mir mal einen geschenkt, den habe ich in ein fünf-Liter-Gurkenglas gesetzt", erinnert sich der 44-jährige Chemielaborant. Auch seine Schwestern bekamen je ein Exemplar - doch die Liebe hielt nicht lange. Der Bruder übernahm auch die Fische der Schwestern und nannte fortan vier Goldorfen in vier Gurkengläsern sein Eigen. Die Faszination war da. Und bald auch das erste Aquarium.

An seinem 14. Geburtstag wusste er nicht, was er sich wünschen sollte. "Meiner Mutter waren die Gurkengläser im Zimmer sowieso ein Dorn im Auge. Deshalb schlug sie vor, ein Aquarium anzuschaffen", erzählt Kühn. Gesagt, getan. Das erste Aquarium war da. 29 sollten folgen. Heute tummeln sich Schwertträger, Guppies, Panzerwelse und Skalare in den Fischtanks. Und das ist nur eine Auswahl. Oben, im Dachgeschoss von Kühns Haus , zieht er die jungen Fische auf; die älteren Tiere paddeln in den Aquarien, die im Erdgeschoss stehen.

Doch zurück zu den Anfangstagen des Aquarianers Holger Kühn. Nachdem seine Eltern einen Zeitungsartikel gelesen hatten, in dem es um den Verein Aquarienfreunde ging, schickten sie ihren Sohnemann zu den Gleichgesinnten. Denn Holger Kühn hatte inzwischen Blut geleckt. "Ich hatte immer schon Interesse an Tümpeln und Teichen und allem, was darin schwimmt", sagt er. In der Jugendgruppe waren sie damals zu fünft, insgesamt hatte der Verein in den Spitzenzeiten etwa 50 Mitglieder. "Heute sind es vielleicht noch 35", so Kühn. Und eine Jugendgruppe gibt es auch nicht mehr. Das alte Lied. Internet, Pubertät, andere Hobbys - da bleibt die Aquaristik oft auf der Strecke.

Trotzdem, der feste Stamm hält treu zur Stange. Es finden regelmäßige Treffen statt, teilweise mit Referenten. Dazu gibt es zweimal im Jahr die Zierfischbörse in Weyhe, die Kühn mitorganisiert. Sogar Fahrten veranstalten die Aquarianer, natürlich immer mit Fachbezug. "Wir waren zum Beispiel im ,Sealife' in Hannover und Timmendorfer Strand", erzählt Kühn. Ansonsten ist Klönschnack angesagt, wenn die Fischliebhaber unter sich sind. Es geht um Züchtungstricks, gutes Wasser oder die richtige Ernährung.

Kühn gibt seinen unzähligen Fischen einmal am Tag zu fressen. Es gibt Trockenfutter, aber er variiert. Mückenlarven, Wasserflöhe - was der Fisch eben so begehrt. "Die Welse bekommen auch schon mal eine halbe Salatgurke, die schaben die dann ab", verrät der 44-Jährige. Nur aufpassen müsse man, dass die Gurke nicht zu lange im Wasser bleibt - denn sonst fault das Gemüse im Wasser. Auch sonst schwimmt teilweise Ungewöhnliches in Kühns Becken. Glasmurmeln zum Beispiel. Die dienen als Schutz für den Laich. "Sonst fressen die Fische alles auf", erklärt Kühn.

Apropos fressen: Eines der Hauptprobleme bei Nachwuchszüchtern sehen Kühn und seine Mitstreiter vom Verein in der mangelnden Information. "Da werden Fische dann teilweise nur aus optischen Gesichtspunkten angeschafft, ohne darauf zu achten, ob die zusammenpassen. Und dann wundern sich die Leute, dass es immer weniger Fische im Becken werden - während der eine immer dicker wird." Um aufzuklären, gibt es Hilfe. Zum Beispiel vom Verein. Dort gibt es Tipps für Züchter und solche, die es gerne mal werden wollen. "Damit ich auch weiß, welchen Fehler ich vermeiden kann", betont Kühn.

Übrigens: Auch eine Katze wohnt bei ihm oben unterm Dach. Aber die lässt die Fische in Ruhe. Wahrscheinlich ist sie zu schläfrig vom ewigen Blubbern. Mehr Infos unter www.aquarienfreunde-weyhe.de.

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