Unternehmen in Stuhr Die Verpackungs-Spezialisten

Folie ist nicht gleich Folie: Die Firma Borrmannplus aus Stuhrbaum hat sich auf den Handel mit Stretchfolie spezialisiert und treibt Innovationen voran – immer die Natur im Blick.
07.06.2018, 18:37
Lesedauer: 3 Min
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Die Verpackungs-Spezialisten
Von Eike Wienbarg

Stuhr. Meterhoch stapeln sich die Paletten im Lager der Firma Borrmannplus an der Werner-von-Siemens-Straße in Stuhrbaum. Alle sind vollgepackt mit unzähligen Rollen voller Folie. Auf den ersten Blick scheinen alle gleich zu sein – aber nur für ungeübte Augen. Denn: Borrmannplus hat sich voll und ganz auf den Handel mit Stretchfolie für Verpackungen spezialisiert. Und auch wenn die Folie immer dursichtig ist, die Unterschiede in der Dicke und Haltefähigkeit der Transportfolien sind nicht zu verachten. Immer neue Innovationen sollen dafür sorgen, dass auch der Plastikmüll reduziert wird.

Im Jahr 2003 gründeten Sabine Heusmann und Detlef Borrmann das Unternehmen. Beide waren zu diesen Zeitpunkt schon lange Zeit in der Verpackungsindustrie tätig. "Ich habe noch nie etwas anderes gemacht außer Verpackungen", sagt Geschäftsführer Borrmann mit einem Schmunzeln. Er ist seit 1978 in dem Bereich tätig und hat nach eigenen Angaben miterlebt, wie die Folie als Verpackung von Transportgütern aus den USA über den großen Teich schwappte. "Das war eine Revolution", so Borrmann. Damals arbeiteten sowohl er als auch seine Geschäftsführungskollegin Heusmann in der Produktion der Stretchfolie. Bei einem großen Hersteller aus den USA trafen sich ihre Wege, erzählt Heusmann.

Nach Karrieren in verschiedenen Firmen und mit dem angehäuften Know-How entschlossen sich beide gemeinsam, in den Handel mit dem durchsichtigen Verpackungsmaterial einzusteigen. Die Standortwahl fiel dann auf Stuhr. "Wir sind aus privaten Gründen in den Norden gegangen. Das ist meine Heimat", erklärt Heusmann.

In Stuhr entwickelte sich die Firma kontinuierlich. So ist das Unternehmen laut Angaben von David Schulz, Produktmanager für den Bereich Stretchfolie, mittlerweile die Nummer eins im Handel mit vorgedehnter Folie, unter den Top drei der Strechtfolienlieferanten und ebenfalls unter den Systemlieferaten für Strechtanlagen und Verpackungsmaterial. Zu den Kunden der Firma zählen große Einzelhandelsketten, die ihre Paletten und Waren mit der Stretchfolie sichern, aber auch kleinere Unternehmen mit geringeren Umfang. "Wir sind überall da, wo Waren verpackt werden müssen", sagt Detlef Borrmann.

Dabei beschränkt sich die Firma aber nicht nur auf den einfachen Handel mit den Folien-Produkten. So arbeite das Unternehmen auch eng mit Produktionsfirmen und Produktentwicklern zusammen, betonen die Verantwortlichen. "Es ist der Umweltgedanke, den wir pflegen", beschreibt Detlef Borrmann seine Unternehmensphilosphie. Denn Folie ist nicht gleich Folie.

Die Firma Borrmannplus entwickelte vor Kurzem gemeinsam mit Produzenten eine neue Folie mit stärkerer Haltekraft und geringem Ressourceneinsatz. Während die Standardfolie im Sortiment eine Dicke von 17 Mikrometer (μm) aufweist und damit nur ein siebezehntausendstel Millimeter dick ist, hat die neu entwickelte Folie nach Angaben des Unternehmens sogar ein Dicke von nur fünf Mikrometer, erläutert Schulz. Daraus ergeben sich zahlreiche Vorteile. So reduzieren sich die Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) pro kompletter LKW-Ladung gegenüber den herkömmlichen Rollen um 66 Prozent, so Schulz. Auf eine alte Rolle mit Folie passen 300 Meter, auf die neue insgesamt 1000 Laufmeter, rechnet er vor. "Bei gleichen Gewicht gibt es mehr Material", sagt Schulz. Dadurch reduziere sich auch die Menge der Pappkerne, um die die Folie gewickelt ist.

Außerdem hat die Folie einen besonderen Clou: "Folie reißt immer von der Kante her", weiß Borrmann. Daher wurde die Kante der neuen Folie verstärkt und patentiert. Ergo: Der Kunde verbraucht mit dem neuen Produkt weniger Material bei besserer Leistung und kann viel Geld sparen.

Aber gräbt sich Borrmannplus damit nicht die eigenen Verdienstmöglichkeiten ab, indem sie ihre Kunden zum Sparen beraten? Nein, so die Geschäftsführer. Durch die enge Zusammenarbeit, die gute Beratung der Kunden und den Verkauf von kompletten, maßgeschneiderten Systemlösungen – Borrmannplus analysiert bei ihren Kunden vor Ort das Einsparungspotenzial – hätten die Kunden ein hohes Vertrauen in die Firma. Im Bereich der Ladungssicherung kooperiert Borrmannplus auch mit der Dekra. Aus allem dem resultieren lange Vertragslaufzeiten und feste Bindungen zu den Kunden, so Borrmann und Heusmann über den positiven Effekt für ihre Firma.

Mit seiner Innovation hat sich das Unternehmen in diesem Jahr auch für den "Pack The Future 2018 – Sustainable Plastic Packaging Award”, der im November in Paris vergeben wird, beworben, und wurde zugelassen. "Das ist schon ein Erfolg", freut sich Detlef Borrmann.

13 000 Tonnen Strechtfolie verkauft Borrmannplus pro Jahr, berichtet David Schulz. Die Abnehmer sind Kunden in ganz Deutschland und in den europäischen Nachbarländern. Insgesamt 30 Mitarbeiter, inklusive drei Azubis, sorgen für den reibungslosen Ablauf, ob in Stuhr oder als Berater vor Ort bei den Kunden.

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