Blasorchester Melchiorshausen Dirigentensuche und Disney

Mit einem Frühlingskonzert hat das Blasorchesters des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen die neue Jahreszeit eingeläutet. Bei den Musikern steht derweil ein Umbruch an.
24.04.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Anke Bayer-Thiemig

Weyhe-Leeste. Mit einem Frühlingskonzert hat das Blasorchesters des TSV Blau-Weiß Melchiorshausen die neue Jahreszeit eingeläutet. Kein Wunder also, dass im Kulturforum der KGS Leeste an die 170 Besucher eingefunden hatten. Seit Wochen hatten sich die 31 Musiker unter Noch-Dirigentin Simone Frank eingestimmt. Und schnell stellten die Gäste fest: „Da sitzt jeder Ton.“

Mit Wissen um die einzelnen Stücke führte Gunnar Lübkemann durch das Programm, bei dem für jeden Geschmack etwas dabei war. Dabei wurde auch nochmals auf die vakante Dirigentenstelle hingewiesen. Ab Pfingsten soll die Stelle neu besetzt werden, informierte Helmut Drescher im Vorfeld. Es gebe Bewerbungen, so der Abteilungsleiter, ohne Namen zu nennen. Der nächste größere Auftritt sei beim Weinfest auf dem Marktplatz.

Ein sehr informativer Abend also. Für die Zuhörer waren neben einer spielerisch-musikalischen Qualität sicher die gelungene Programmauswahl das Wichtigste sowie die Güte der Arrangements. Mit beidem konnte das Blasorchester aufwarten – und dazu noch mit solistischen Leckerbissen. Stücke wie „Jesus Christ Superstar“ und „Pasadena“ wechselten sich mit Melodien von „Disney At The Movies“, einem Abstecher in die zahlreichen Filme von Walt Disney anspruchsvoll ab.

Das Repertoire des Blasorchesters umfasste sowohl traditionelle als auch moderne und sinfonische Blasmusik, darunter „Choral And Rock Out“, die das Orchester für das Wertungsmusizieren im Rahmen des Internationalen Deutschen Turnfestes in Berlin Anfang Juni ausgearbeitet hatte. Alle vier Jahre findet das Wertungsmusizieren statt, das Melchiorshauser Blasorchester ist wie immer dabei.

Mit „Free World Fantasy“ von Jacob de Haans, das von einer Welt ohne Krieg und ohne Leid erzählt, spiegelte sich Freude und Trauer wider. Der Huggens-Klassiker „Choral And Rock Out“, der übrigens 1973 entstand, vereinte traditionelle Musik, wie Choral und Fuge, mit modernem Arrangement. Ein Stück, dass beim Publikum sehr gut ankam. Musical-Freunde kamen bei Klängen aus „Jekyll & Hyde“ auf ihre Kosten. Mit abwechslungsreichen, eingängigen und kraftvollen Melodien überzeugten die Musiker das Publikum und ließen bei vielen das Interesse erwachen, das Musical einmal ganz hören zu wollen. Seit der deutschsprachigen Uraufführung in der Ins­zenierung von Dietrich Hilsdorf 1999 am Musical Theater Bremen ist das Stück auch auf dem deutschen Musical­markt der absolute Renner.

Ihre Vielseitigkeit demonstrierten sie zudem im Verlauf des Abends beim Olympiade-Marsch, komponiert von Jaroslav Labsky in einem Arrangement von Hans Kliment. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte die Pusztazauber-Polka, die ein Bild der ungarischen Pusztalandschaft malte.

Schon in der Pause zeigten sich die Konzertbesucher gleichwohl erstaunt und begeistert über die hohe musikalische Qualität der Darbietungen. Zum Schluss aber konnten alle Anwesenden in den Song „Us Leed“, dessen Text vorsorglich neben den ausführlichen Programmerläuterungen verteilt wurde, mit einstimmen. „Us Leed“ waren vom Posaunisten Dietrich Grimm geschriebene Melchiorshauser Anekdoten, zu der Melodie der Komposition „Unter der Burgruine“ von Timo Dellweg.

Das viele Üben hatte sich offenbar gelohnt, ihre Zufriedenheit jedenfalls brachten die Besucher durch „Bravo“- und „Jawohl“-Rufe und kräftigen Beifall deutlich zum Ausdruck. Eine Überraschung und den unbestreitbaren Höhepunkt des Konzerts bildeten der mitreißende Klang von „Highland Cathedral“ und „Alte Kamaraden“ als Zugabe für dieses gelungene Konzert.

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