Vernissage in der Wassermühle: Bei Manfred Schidlo greift der "nicht gesteuerte Prozess der Kreativität" Drehen, Kippen, Fließenlassen

Weyhe-Sudweyhe. Vom kreativen Zeitvertreib zur ernsthaften Beschäftigung mit Malen und Zeichnen - so bezeichnet Manfred Schidlo selbst seinen Weg als Künstler. Und der hat ihn jetzt zur ersten Einzelausstellung in die Wassermühle Sudweyhe geführt. Eröffnung war am Sonnabendnachmittag.
11.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Dagmar Voss

Weyhe-Sudweyhe. Vom kreativen Zeitvertreib zur ernsthaften Beschäftigung mit Malen und Zeichnen - so bezeichnet Manfred Schidlo selbst seinen Weg als Künstler. Und der hat ihn jetzt zur ersten Einzelausstellung in die Wassermühle Sudweyhe geführt. Eröffnung war am Sonnabendnachmittag.

Zu sehen sind Collagen, Monotypien und besondere Tempera-Bilder, die in den Jahren 2009 und 2010 entstanden sind. "Ich bin begeistert", erklärte der stellvertretende Bürgermeister Jürgen Borchers zur Begrüßung. Gemeint waren die 25 Werke, die nunmehr die Wände in den oberen Räumen der Wassermühle zieren. Zuvor hatte das Akkordeon-Duo Cornelia und Klaus passenderweise Mussorgskis "Bilder einer Ausstellung" erklingen lassen.

Nach einem Rückblick auf die Entwicklung, die der 61-jährige Schidlo bei seiner Lehrerin Brigitte Ewald angetreten hatte, ließ die Bremerin die letzten drei Ausstellungen, an denen Schidlo teilgenommen hatte, Revue passieren. Zwei davon hatten die beiden gemeinsam gestaltet. Für Brigitte Ewald bringt ihr Schüler alles mit, was ein Künstler günstigerweise besitzen sollte. Also Neugier, Faszination und ein Sich-Einlassen-Können. "Er hatte schon immer Spaß an verschiedenen Techniken, er konnte sich gut einlassen auf den nicht gesteuerten Prozess der Kreativität." Das Loslassen sei eine Grundbedingung, denn so könne sich die Kreativität, die bei vielen Erwachsenen verschüttet sei, wieder entfalten. Ewald erlebte ihren Schüler als sehr mutig bei der schöpferischen Auseinandersetzung mit den verschiedenen Techniken.

Dazu gehört die Drucktechnik für die Monotypien, die Schidlo mit anderen Malmitteln und Medien überarbeitet und kombiniert, mit Gouache-Farben, Pastellkreide oder Tempera. Zu seiner Collagentechnik sagt er: "Ausgangspunkt meiner Collagen sind nach dem Prinzip entstandene Blätter. Schwarze und weiße Gouachefarben lasse ich durch Drehen, Kippen und Schräglegen über verschiedene Papiersorten fließen. Dann beginnt das Weitermalen, Übermalen und Drucken mit Pinsel und Schablonen." So entstand auch "Der Reiter", bei dem eine Betrachterin spontan zu Assoziationen mit Don Quichotte und seinem Kampf mit den Windmühlenflügeln neigte.

Eine weitere Technik ist die Eitempera-Malweise wie bei dem großen Bild "Von einem, der auszog, Bilder zu malen". Kräftige Blautöne zeigen ein martialisches Gesicht und eine Hand, die einen Pinsel schwingt, während von rechts eine große rote Woge heranzurollen scheint.

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