Stuhrer Bibliothek E-Book-Leihe beschert zusätzliche Resonanz

In der Stuhrer Bibliothek geht es längst nicht mehr mucksmäuschenstill zu, die beiden Standorte sind zu Orten der Begegnung geworden. Immer beliebter wird auch die E-Book-Leihe.
09.04.2017, 18:20
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E-Book-Leihe beschert zusätzliche Resonanz
Von Claudia Ihmels

Stuhr. Mal eben schnell in der Bibliothek ein Buch heraussuchen und dann wieder raus – das war größtenteils gestern. „Bibliotheken werden immer mehr Orte der Begegnung“, hat Sigrid Mattner, Leiterin der beiden Stuhrer Einrichtungen in Brinkum und Moordeich, festgestellt. Daran ändert offenbar auch ein neues Angebot der Stuhrer Bibliothek nichts, das sich aber trotzdem wachsender Beliebtheit erfreut: die E-Book-Leihe.

Jedes Jahr fasst Sigrid Mattner zusammen, was sich im Vorjahr in der Bibliothek ereignet hat, was gut ankommt und was nicht und wie die Entwicklung der Nutzerzahlen und Ausleihen ist. Und letztere sind im Vergleich von 2015 (131 938 Ausleihen) zu 2016 (127 192) rückläufig. Auch der Bestand an Medien hat sich verringert, von 34726 in 2015 auf 33162 in 2016. Weniger geworden sind auch die aktiven Nutzer des Bibliotheksangebots der Gemeinde Stuhr: 2015 waren es 2111, 2016 zählte Mattner 2039 Nutzer.

Diese Zahlen sind für die Bibliotheksleiterin aber kein Grund zur Sorge. „Die Zeiten, wo eine Bibliothek eine Bücherausleihe war, wo Bücherwürmer in Katalogen wühlten und sich mucksmäuschenstill zwischen den Regalen bewegten, ist längst vorbei“, sagt sie. Zwar würden sich die Kunden auch heute noch in der Bibliothek ihre Bücher, aber auch zahlreiche andere Medien, ausleihen. Doch sie würden sich nicht mehr in Katalogen über das Angebot informieren, sondern an Bildschirmen in der Bibliothek oder schon zu Hause. „Die Bibliothek ist heute auch zunehmend ein Ort, der dazu einlädt, sich hier aufzuhalten und sich mit anderen zu treffen, ein Ort der Begegnung für Erwachsene und Kinder“, so Mattner. In den Lesecafés würden Zeitungen und Zeitschriften gelesen, es werde gespielt oder eine Tasse Kakao getrunken. Schüler würden sich in der Bibliothek verabreden, um ein Referat vorzubereiten. Ganze Familien würden in gemütlicher Atmosphäre den Nachmittag in der Bibliothek verbringen. „Deshalb kann man unsere Leistung auch immer weniger in Ausleihzahlen messen“, betont Mattner.

Als wichtig stuft sie nach wie vor den engen Kontakt zu Schulen und Kindertagesstätten ein. „Die Leseförderung und die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz sind uns sehr wichtig“, sagt die Bibliothekleiterin. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen Kindergärten und Schulen durch Bibliothekseinführungen, regelmäßige Besuche, Ausleihe von thematischen Medienzusammenstellungen in Kisten und die Beratung der Schulbibliothek seien ein Schwerpunkt der kommunalen Stuhrer Bibliothek.

Im vergangenen Jahr sei zudem die Integration von Flüchtlingen ein weiterer Schwerpunkt gewesen. Dazu wurden laut Mattner weitere Medien im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ angeschafft. In der Brinkumer Bibliothek seien diese über mehrere Monate gesondert aufgestellt worden, damit die Teilnehmer aus den Sprachkursen der benachbarten Volkshochschule sie auch sofort sehen. „Es fanden zahlreiche Einführungen für Flüchtlinge unterschiedlichen Alters in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, der Grundschule Brinkum und der KGS Brinkum statt“, ergänzt Mattner. Für die Bibliothek seien zudem neue Infobroschüren in Deutsch, Englisch und Französisch erstellt worden, auch gebe es jetzt mehrsprachige Anmeldeformulare.

Ein wesentliches neues Angebot der Stuhrer Bibliothek ging im Oktober 2016 an den Start. Seitdem können die Nutzer über den Onleihe-Verbund NBib 24 (Niedersächsische Bibliotheken 24 Stunden) E-Medien entleihen. „Seit dem Beitritt wurden insgesamt 73 Nutzerkonten von aktiven Nutzern der Bibliothek aktiviert und insgesamt 749 E-Medien heruntergeladen“, sagt Mattner. Sie spricht ausdrücklich von aktivierten Nutzerkonten, da auch mehrere Personen einen Zugang nutzen könnten. Auch könne ein Titel gleichzeitig auf mehreren Endgeräten genutzt werden. Als Konkurrenz zur klassischen Ausleihe sieht Mattner die Onleihe nicht. „Es ist ein Zusatzangebot, wir bekommen dadurch eher mehr Resonanz“, so ihr Fazit.

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