Weyhe Ein Dorf sucht den Lotterie-Gewinner

Weyhe-Leeste. Plattdeutsch, turbulent und ausgesprochen lustig ging es am Sonntagnachmittag auf der Bühne zu. Das Ensemble der Lahauser Bühne brachte im Kulturforum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste ihre Premiere der Komödie 'Drievjagd in Knevelsfehn' von Helmut Schmidt auf die Bretter.
19.01.2010, 04:53
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Von Dagmar Voss

Weyhe-Leeste. Plattdeutsch, turbulent und ausgesprochen lustig ging es am Sonntagnachmittag auf der Bühne zu. Das Ensemble der Lahauser Bühne brachte im Kulturforum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Leeste ihre Premiere der Komödie 'Drievjagd in Knevelsfehn' von Helmut Schmidt auf die Bretter.

Zur Einstimmung ließ Dididoktor mit seinem Akkordeon passenderweise das plattdeutsche Lied 'Dat wi us dropen hebbt' erklingen - auch in der Pause kam er dann noch einmal zum Einsatz. Bei der Treibjagd handelte es sich allerdings nicht - wie der Titel vermuten ließ - um etwas aus dem Bereich der Jägerei, sondern um Menschliches - allzu Menschliches.

Die Geschichte spielt auf dem Lande, der Zeitungszustellerin Metha (gespielt von Amanda Nolte) kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Aus der Zeitung und von der Zustellerin nämlich erfahren die Einwohner, dass im kleinen Dorf Knevelsfehn ein Hauptgewinner der Lotterie 'Der goldene Hans' sitzen soll, Preisgeld: 250000 Euro. Da muss natürlich herausgefunden werden, wer denn nun der Glückliche (oder die Glückliche) ist. Das Ehepaar Martin und Regina (Inge Scholz und Joachim Kriesten) mit Tochter Schwanette (ganz hervorragend: Lena Speckmann) und die Nachbarin Bertha (urkomisch: Gitta Heinz) gehen mit Metha davon aus, dass es ja nicht allzu schwierig sein könnte, schließlich wohnen im Dorf nur 20 Erwachsene. Da müsste es doch ein Leichtes sein, den Gewinner zu ermitteln.

Und so geht die Treibjagd los, weil sich der Gewinner nicht von sich aus meldet. Bei jedem Bewohner wird nun ganz genau hingeguckt, und jede neue Anschaffung wird sogleich dem Hauptgewinn zugeordnet. Ob nun Metha bei Meyers durch das Fenster erspäht, dass die zum Abendbrot Schnitzel hatten - unerhört, so teuer wie das ist. Oder aber Schwanettes Verehrer Heinz-Rüdiger (Tom Speckmann) in neuen Seidenklamotten und einem flotten Sportwagen auftaucht. Oder Martin seiner Frau einen neuen Fernsehapparat schenkt... Da vermutet Bertha, dass der Nachbar seiner Frau wohl einiges verschweigt.

Aber auch Bertha wird unter die Lupe genommen mit ihren neuen Gartenmöbeln. Nur am schrägen Oswald (Guido Weckes), der mit seinem Pausenbrot, seiner alten Aktentasche und mitten im Hochsommer im Parka auf der Bank in der Dorfmitte sitzt, gehen die Verdächtigungen vorbei. Der schlägt sich mit der Frage rum, ob er nicht doch mal nach einer Ehefrau Ausschau halten sollte. Mit Anfang 40 löst er sich so langsam vom Einfluss seiner vor 15 Jahren verstorbenen Mutter. So bittet er seinen Kumpel Martin, für ihn eine Heiratsannonce aufzugeben.

Bei einer kleinen Umfrage in der Pause herrschte beim überwiegenden Teil des Publikums die Meinung vor, dass wohl Oswald der 'goldene Hans' sein müsste. Allerdings kamen nach der Pause zunächst einmal etliche Irrungen und Wirrungen ins Spiel, weil Martin den Zettel mit der Annonce verloren hat. Gefunden wird der von Metha, die sich ihren eigenen Reim darauf macht. Ein dubioser Herr mit Notizblock und Aktentasche (Heinrich Schröder) steht dazu immer dezent im Hintergrund und notiert sich das Geschehen.

Wer denn nun tatsächlich der glückliche Gewinner ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn es folgen schließlich noch weitere Aufführungen dieses komischen Stückes am 24. Januar und 27. Januar bei Scholvin-Ortmann in Riede, am 31. Januar noch einmal in der KGS Leeste. Auch im Februar und März gibt es noch etliche Aufführungen, unter anderem an der Arster Schule, bei Cordes in Ristedt und im Waldkater Melchiorshausen.

Weitere Informationen zu den Aufführungsterminen und zur Lahauser Bühne gibt es bei Geschäftsführer Gerd Moos unter der Telefonnummer 04203/1683.

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