Nach 30 Jahren blickt der Naturschutzbund Stuhr auf eine erfolgreiche Zeit zurück / Auch in Zukunft viel zu tun

Ein Zuhause für Vögel und Wassertiere

Stuhr-Seckenhausen. Nach einer nebeligen Sonnenfinsternis am Vormittag traute sich die Sonne zum 30. Geburtstag des Naturschutzbundes (Nabu) Stuhr am Freitagnachmittag dann doch hervor.
21.03.2015, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Ina Friebel

Nach einer nebeligen Sonnenfinsternis am Vormittag traute sich die Sonne zum 30. Geburtstag des Naturschutzbundes (Nabu) Stuhr am Freitagnachmittag dann doch hervor. Zur Feier des Tages pflanzten die Nabu-Mitglieder einen Tulpenbaum im Habenhauser Moor. Den brachte Heiko Engelbart von Leucht-Gärten mit. Im Sommer werde der Baum große gelbe Blüten tragen, sagte dieser.

Die Vorläuferorganisation des Nabu war vor über 30 Jahren die Kreisgruppe Hoya des Deutschen Bundes für Vogelschutz (DBV). Einer der Gründe, warum sich die Mitglieder des Stuhrer Nabu auch heute noch ganz besonders für Vögel einsetzen. Was haben über 30 Jahre Arbeit gebracht? Unter anderem wurden viele Nisthilfen für Schleiereulen gebaut. „Heute haben wir eine stabile Population“, berichtete Kassenwart Uwe Weitemeier stolz und ergänzte: „Auch die Turmfalken nutzen diese Kästen.“ Für andere Vogelarten stellte der Nabu ebenfalls Nisthilfen bereit. Nach und nach bekam der Nabu zudem insgesamt vier Grundstücke im Raum Stuhr, die vor allem für die Schaffung von Flachwasserzonen genutzt werden.

Der Stuhrer Bürgermeister Niels Thomsen lobte ebenfalls die Arbeit des Naturschutzbundes. „Besonders wichtig finde ich die Umweltbildung“, sagte er. Dazu gehöre unter anderem die Zusammenarbeit mit Schulen. „Es ist wichtig, grüne Oasen zu schaffen und zu erhalten und ein Bewusstsein für die Natur bei den Leuten zu wecken“, betonte Thomsen außerdem.

In den vergangenen fünf Jahren habe sich der Nabu vor allem auf die vier Grundstücke am Weißen Moor in Varrel, in der Brinkumer Marsch, am Kuhteichweg in Heiligenrode und im Henkenmoor in Neukrug konzentriert. Auf allen Grundstücken, mit Ausnahme des Henkenmoors, haben die Naturschützer in den vergangenen fünf Jahren Flachwasserzonen angelegt. „Denn wo Wasser ist, ist auch Leben“, weiß Uwe Weitemeier zu berichten. Zudem gab es niedersächsische Fördermittel für diese engmaschige Schaffung von Trittflächen für Amphibien. Also Teiche, die über ganz Niedersachsen so verteilt sind, dass die Tiere zwischen ihnen wandern können.

Am Kuhteichweg stehen außerdem Kopfweiden, deren Äste sich hervorragend für eine Hecke eignen, an der die Schüler der Heiligenroder Grundschule derzeit bauen.

Auch in Zukunft stehen der Vogelschutz und die Betreuung der Grundstücke ganz oben auf der Liste des Stuhrer Nabu. „Es gibt ständig Arbeiten zu verrichten und die Flächen müssen gepflegt werden, sonst ist es irgendwann nur noch Gestrüpp“, sagte Uwe Weitemeier.

Zusätzlich seien Erhebungen für bestimmte Pflanzenarten geschaffen worden, die ebenfalls spezieller Pflege bedürfen. Weitemeier und sein Team hoffen auf die Unterstützung von Firmen oder Landwirten, die entweder Geräte oder Tiere zum Mähen zur Verfügung stellen.

Außerdem hat der Nabu über 400 Nisthilfen angebracht, die betreut werden müssen. „Im Herbst werden die Nisthilfen abgenommen, gereinigt und wir schauen und katalogisieren, welche Vogelarten sie genutzt haben“, erzählte Weitemeier. Zusätzlich müssten eine Menge Reparaturen vorgenommen werden.

„Wir haben mit 70 Mitgliedern angefangen. Heute sind es 609“, berichtete Uwe Weitemeier, der von Anfang an dabei ist. Von den 70 anfänglichen Mitgliedern seien 17 immer noch aktiv dabei. „Von den aktuell 609 Mitgliedern sind etwa fünf Prozent aktiv“, sagte Weitemeier.

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