Ehemalige Attraktion der Weltausstellung soll das Wir-Gefühl stärken Expo-Ei Walter ist jetzt ein echter Stuhrer

Stuhr-Brinkum . Passend zur Jahreszeit hat sich die Gemeinde Stuhr jetzt ein Ei gekauft - allerdings kein Osterei, sondern ein Expo-Ei. Ein ganzes Stück größer als ein herkömmliches Hühnerei ist es auch und dazu leuchtet es im Dunkeln. Zu sehen gibt es die Ei-Skulptur im Gewerbegebiet Brinkum-Süd-
26.03.2010, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Claudia Gilbers

Stuhr-Brinkum . Passend zur Jahreszeit hat sich die Gemeinde Stuhr jetzt ein Ei gekauft - allerdings kein Osterei, sondern ein Expo-Ei. Ein ganzes Stück größer als ein herkömmliches Hühnerei ist es auch und dazu leuchtet es im Dunkeln. Zu sehen gibt es die Ei-Skulptur im Gewerbegebiet Brinkum-Süd an der Ecke Diepholzer Straße/ Lise-Meitner-Straße.

Expo-Eier in Stuhr? Das ist nicht neu. Bereits im vergangenen Juni hatte der Stuhrer Geschäftsmann Bernd-Artin Wessels verkündet, dass er sich Rechte an den Eiern - eine Attraktion auf der Expo 2000 in Hannover - gesichert hat und sie nach Stuhr holt (wir berichteten). 'Meine Idee ist es, dass auch andere mittelständische Stuhrer Firmen diese Eier kaufen', sagte er damals. Dadurch könnten sich die Eier zu einem Stuhrer Merkmal entwickeln und so das Wir-Gefühl stärken.

Einige Unternehmen haben mittlerweile schon zugegriffen. '15 Eier stehen schon', sagte Wessels gestern bei der Einweihung des Gemeinde-Eis. Mit 21 weiteren Interessenten sei er noch in Verhandlungen. 'Ich gehe davon aus, dass ich noch 15 weitere Eier verkaufe', schätzte Wessels. Insgesamt gibt es 72 dieser Skulpturen, die von der Künstlergruppe BBM entwickelt wurden. Auf der Expo waren sie allerdings nicht - wie jetzt - von innen hohl, sondern mit Mini-Robotern versehen, die miteinander kommunizierten.

Noch mehr Kultur

Ein Symbol für Kommunikation und Zusammenarbeit sollen die Eier in Stuhr sein - auch ohne Innenleben. 'Stuhr ist eine Gemeinde mit einem guten wirtschaftlichen Wachstum, einer guten Entwicklung und einem funktionierenden Netzwerk. Die Stärkung des Wir-Gefühls bedeutet auch eine Stärkung Stuhrs', stellte Wessels die Verbindung her. Auch das Kulturleben in Stuhr lobte er, es könne aber ruhig noch ein wenig mehr davon geben. Auch dazu will er mit den Eiern beitragen.

Die Idee, durch die Eier das Wir-Gefühl zu stärken, stieß auch bei der Gemeinde auf offene Ohren. 'Wir finden es gut, dieses Netzwerk zu schaffen', sagte Bürgermeister Cord Bockhop. Das Ei sei im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Briseck angeschafft worden, die Ende April abgeschlossen würde. Dazu zähle nämlich auch das Gewerbegebiet Brinkum-Süd mit einer Fläche von 330000 Quadratmetern. Davon seien 175000 Quadratmeter verkauft, 78000 seien noch übrig, der Rest entfalle auf Gewässer, Grünflächen und Straßen. Als erster Betrieb hatte sich Anfang des vergangenen Jahrzehnts die Firma Buderus in dem Gewerbegebiet angesiedelt. Zurzeit sind dort 18 Betriebe mit 275 Arbeitsplätzen anzutreffen.

Doch zurück zum Ei, das nun pünktlich zum Abschluss der Arbeiten im Gewerbegebiet dort einen neuen Standort gefunden hat. Wie alle Expo-Eier trägt es auch einen Namen - und zwar Walter. Eine Urkunde besiegelt auch schriftlich, dass die Gemeinde Stuhr Walters neuer Besitzer ist. Walter gehört zu den Eiern der mittleren Größe und hat die Gemeinde 5000 Euro gekostet. Bockhop betonte, dass im Rahmen der städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme verschiedene Projekte unterstützt und finanziert worden seien, zum Beispiel auch der Kindergarten in Briseck und das neue Brinkumer Feuerwehrhaus. Zum Bereich der Kultur würde das Ei gehören. Insgesamt, schätzt er, hätte die komplette Maßnahme die Gemeinde rund acht Millionen Euro gekostet. Die endgültigen Zahlen würden aber noch nicht vorliegen. 'Der Betrag von 5000 Euro ist vertretbar', sagte er in Bezug auf das Ei. Überhaupt wolle die Gemeinde versuchen, auch in Zeiten knapper Kassen die Budgets für Kultur zu erhalten.

Bernd-Artin Wessels hofft indes, dass sich noch mehr Interessenten für die Skulpturen finden. Neben den mittleren Eiern gibt es noch große für 6000 Euro und kleine für 4000 Euro. Verkauft werden die Skulpturen aber grundsätzlich nur an Stuhrer Firmen und Privatleute. 'Ich hatte auch schon Anfragen aus anderen Gemeinden, aber die habe ich abgelehnt', sagte der Unternehmer. Wer Interesse an einem Ei hat, kann sich unter Tel. 0421/8783791 melden.

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