Urgestein macht Platz für Nachfolger

Fast schon Familie

Hubert Schröder geht mit 63 Jahren in den Ruhestand und übergibt sein Allianz-Büro an Jens Schmidt. Der hat ganz besondere Pläne für die Zukunft,
19.06.2017, 17:41
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Von Ina Ulbricht
Fast schon Familie

Noch zu zweit: Hubert Schröder (links) und Jens Schmidt. Den Nachfolger zieht es nach Kattenturm.

UDO MEISSNER

Weyhe-Sudweyhe. Ein Sudweyher Urgestein macht Platz für seinen Nachfolger, der jedoch seine neue Aufgabe in Kattenturm antritt. Hubert Schröder, Agenturinhaber des Allianz-Büros an der Sudweyher Straße, geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger Jens Schmidt zieht am 1. August mit der Agentur um nach Kattenturm. Die Sudweyher Kunden nimmt er mit. „Jede Agentur ist selbstständig, hat einen eigenen Kundenstamm“, erläutert Jens Schmidt. Deshalb sei der Standort letztendlich egal.

27 Jahre lang hatte Hubert Schröder sein Büro in Sudweyhe. Zehn weitere Jahre ist er bereits für die Versicherung tätig. „Erst im Außendienst und seit 1990 mit der eigenen Agentur“, erzählt er. Auch er habe das Büro von seinem Vorgänger übernommen, weil der in Rente gegangen war. Das alteingesessene Versicherungsbüro wird es jedoch künftig nicht mehr geben. In die Räume zieht eine Fahrschule ein.

„Ich bin gelernter Groß- und Außenhandelskaufmann und habe zunächst acht Jahre beim Bundesgrenzschutz gearbeitet“, erzählt Schröder. Danach habe er zum Versicherungskaufmann umgeschult. „Das hat sich so ergeben“, sagt er. Auch er habe damals den bereits bestehenden Kundenstamm seines Vorgängers übernommen. „Ich habe den Sprung hierher gewagt und bin sehr gut aufgenommen worden“, erinnert sich der 63-Jährige, der damals noch so etwas wie eine Rarität in der Branche war, denn: „Früher war man eigentlich nur nebenberuflich Versicherungsvertreter. Das war bei mir nicht so.“

Im Laufe der Jahre hat er einige Veränderungen beobachten können. „Die Leute informieren sich viel über das Internet“, so Schröder. „Trotzdem suchen sie aber auch noch die Beratung vor Ort“, fügt er hinzu. Früher sei es gang und gäbe gewesen, dass die Kunden wegen jeder kleinen Frage ins Büro gekommen sind. Das sei heute nicht mehr der Fall. „Über das Internet verliert man auch schon mal den einen oder anderen Kunden“, räumt Schröder ein. Allerdings sei die Beratung vor Ort immer noch gefragt. „Die Kunden brauchen ein Gesicht“, weiß der Generalvertreter aus Erfahrung. Einen großen Vorteil habe das Internet aber: „Die Kunden sind besser informiert und wissen, welche Felder sie abgedeckt haben möchten“, sagt Jens Schmidt.

Eine weitere Sache habe sich ebenfalls verändert: „Die jungen Leute beschäftigen sich vermehrt mit Vorsorgethemen“, hat Schmidt festgestellt. „Früher dachten die Leute, der Staat wird es schon richten.“ Für ihn sei es in erster Linie wichtig, dass die Kunden vernünftig beraten und betreut werden, betont Hubert Schröder. Das gelte nicht nur für die Verträge, sondern auch für die Schadensabwicklung. Darüber hinaus sei man für die Kunden manchmal viel mehr als nur Versicherungsvertreter, finden die beiden. „Wir sind auch Seelsorger für alle familiären Belange“, erzählt Schmidt. In den Gesprächen erfahre er viele persönliche Dinge. „Manchmal fühlen wir uns schon fast als Teil der Familie“, sagt Schmidt und erinnert sich an einen erst kürzlich unerwartet verstorbenen Kunden und dessen Familie.

Jens Schmidt hatte bereits Gelegenheit, sich in seine neue Tätigkeit einzufinden – seit dem 1. Februar arbeiten die beiden Versicherungsfachmänner gemeinsam in dem Büro an der Sudweyher Straße. „Gleichzeitig richte ich mein neues Büro ein“, verrät Schmidt. Die neuen Räumlichkeiten an der Alfred-Faust-Straße 17c sollen etwas ganz Besonderes werden. „Eine Wohlfühl-Agentur mit Kaffeespezialitäten, einer gemütlichen Sitzlounge und vielen Farben“, zählt der 48-Jährige auf, der vorher als selbstständiger Geschäftsführer einer Medien- und Werbeagentur in Weyhe tätig war. Der dreifache Vater wohnt auch seit einigen Jahren hier. Als Ausgleich zu seiner Arbeit dienen ihm seine zwei Hunde. „Nach Feierabend mache ich große Radtouren mit ihnen“, erzählt Schmidt. Diese Leidenschaft für Tiere soll sich ebenfalls in der neuen Agentur widerspiegeln, verrät er.

Hubert Schröder freut sich derweil darauf, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Der zweifache Vater und bald dreifache Großvater will seine neu gewonnene Freizeit außerdem möglichst viel im eigenen Garten in Twistringen verbringen.

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