Neuer Glanz für den Sudweyher Bahnhof

Fleißige Spender werden verewigt

Sanieren kostet Geld, das gilt auch für den Sudweyher Bahnhof. Weil der Förderverein dafür auch Spenden benötigt, will er sich bei den Gebern mit individuell gravierten Schienenscheiben bedanken.
25.06.2017, 18:36
Lesedauer: 3 Min
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Von Dagmar Voss
Fleißige Spender werden verewigt

Spende Filmgruppe / Verein Sudweyher Bahnhof, Susweyhe

UDO MEISSNER

Weyhe-Sudweyhe. Der Sudweyher Bahnhof soll von innen und außen wieder ein Schmuckstück werden. Damit das klappt, sind auch Spenden nötig. Für die Spender haben sich die Mitglieder des Fördervereins etwas Besonderes ausgedacht: Zum Dank bekommen sie eine drei Zentimeter dicke Schienenscheibe, auf der der Name des jeweiligen Gebers eingraviert ist. Den Anfang in Sachen Spende hat jetzt das Filmteam des Streifens „Eisenbahnen in Weyhe“ gemacht.

Bei einem Treffen mit dem Förderverein am und im Bahnhof konnten sich die Filmemacher am Wochenende über den Stand der Dinge informieren. Dabei übergaben sie auch die 1320 Euro, die sie als Reinerlös bei den drei Vorführungen ihres selbst gemachten, 53-minütigen Streifens eingenommen hatten. Sehr zur Freude der Mitglieder des Fördervereins. Denn schließlich steht das alte Gebäude im Mittelpunkt der Aktivitäten des Vereins um Christine Burda und Sönke van Hoorn, Andreas Gründemann und Antje Kiel.

Auch wenn der historische Bau an der Raiffeisenstraße von außen schon ganz attraktiv wirkt, so ist innen noch sehr viel zu tun. Die Pläne für die neue Nutzung des Gebäudes, das wieder komplett hergerichtet werden soll, sehen einen Kulturbahnhof und ein Café vor. Und das wird natürlich nicht gerade preiswert, da muss noch sehr viel Geld gesammelt werden.

Das einstige Empfangsgebäude der Kleinbahn Bremen-Thedinghausen, mitten im alten Dorfkern Sudweyhes, wurde 1910 fertiggestellt. Nach Angaben von Gemeindearchivar Wilfried Meyer, der auch zum Filmteam gehört, stand das alte Gebäude seit 1989 leer. Nachdem der Personenverkehr bereits im Oktober 1955 eingestellt wurde, hatte es bis dahin noch als Wohnung gedient. "Danach begann der Zahn der Zeit an Mauern und Fachwerk des einst schmucken Hauses zu nagen – es stank hier drinnen und war widerlich.“ Er erinnerte auch an die Zeit vor dem Bau, als noch Bauern gegen die Schienenstrecke protestierten: „Die Schienen zerschnitten ihr Weide- und Ackerland, das dadurch schlechter zu bestellen war und weite Wege erforderlich machte", so Meyer. In Sudweyhe hätten die Gleise sehr dicht an den durchweg mit Stroh gedeckten Häusern vorbeigeführt, die deshalb ‚hart’ umgedeckt werden mussten. Sudweyher Lehrer und Eltern hätten sogar eine Störung des Schulunterrichts wegen der Nähe zu den vorbeifahrenden Zügen befürchtet. "Die damalige Dorfschule befand sich zu der Zeit noch an dem Platz der heutigen Schlosserei Greve“, erklärt der Archivar.

Eigentlich gab es damals sogar Pläne, die Strecke über Thedinghausen, Martfeld und Hoya bis nach Hannover zu legen. Dann kam der Erste Weltkrieg dazwischen, daher ging es nur bis Thedinghausen. Deshalb sei dieser Bahn auch eine größere wirtschaftliche Bedeutung für unseren Raum versagt geblieben, sagt Meyer.

„Für die Außenrestaurierung haben wir Mittel von der Dorferneuerung bekommen“, erinnert er sich und fügt hinzu: „Aber für das Innen wird die Gemeinde wohl in die Tasche greifen müssen.“ Um dabei behilflich zu sein, kamen einige Weyher, genauer gesagt die Filmgruppe um Hermann Bischoff, Helmut Fellermann, Dieter Helms, Wilfried Meyer, Helmut Raddatz und Wolfgang Wortmann auf eine Idee: Die Einnahmen ihres Films „Eisenbahnen in Weyhe“ könnte man doch dem neuen Förderverein spenden. Quasi als kleine Aufstockung zu den Landesfördermitteln vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser, von denen ein Teil ebenfalls in die Restaurierung fließen soll. Mit diesen Mitteln sollen die Gemeinden mit nachhaltigen Investitionen in den Bereichen Dorfentwicklung, Basisdienstleistungen, Wegebau, Kulturerbe und Tourismus gestärkt werden.

Der Förderverein hat unterdessen noch weitere Pläne für die Schienen: Diese sollen nicht nur an die Spender verteilt werden, sondern auch rund um den alten Sudweyher Bahnhof – am Boden und an den Wänden, wo sie sich am besten sichtbar anbringen lassen.

„Für die Außenrestaurierung haben wir Mittel von der Dorferneuerung bekommen.“ Gemeindearchivar Wilfried Meyer
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