Der Nabu will den Vogel des Jahres nach Stuhr locken / Nistkästen auf Obstbaumwiese in Wulfhoop aufgestellt Für den Gartenrotschwanz ist alles bereit

Stuhr-Seckenhausen. Der Gartenrotschwanz ist in diesem Jahr vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zum Vogel des Jahres gekürt worden. In Stuhr findet man den Vogel im Moment nur in der Steller Heide, doch das will die örtliche Nabu-Gruppe ändern. Auf einer Obstbaumwiese in Wulfhoop schaffen die Naturschützer derzeit die Voraussetzungen, damit nicht noch mehr Gartenrotschwänze an Stuhr vorbeifliegen.
27.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Claudia Gilbers

Stuhr-Seckenhausen. Der Gartenrotschwanz ist in diesem Jahr vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zum Vogel des Jahres gekürt worden. In Stuhr findet man den Vogel im Moment nur in der Steller Heide, doch das will die örtliche Nabu-Gruppe ändern. Auf einer Obstbaumwiese in Wulfhoop schaffen die Naturschützer derzeit die Voraussetzungen, damit nicht noch mehr Gartenrotschwänze an Stuhr vorbeifliegen.

Ein enger Verwandter des Vogels hat das Gelände auch schon in Augenschein genommen, wie Nabu-Ornithologie-Experte Uwe Weitemeier erfahren hat. "Der Hausrotschwanz saß schon auf einem der Bäume", sagt er. Den Naturschützern wäre es aber noch lieber, wenn tatsächlich der Gartenrotschwanz den Weg nach Stuhr findet. Denn der Singvogel ist nach Angaben des Nabu in vielen Regionen selten geworden. Sein Bestand in Deutschland werde auf 110000 bis 160000 Brutpaare geschätzt, vor 30 Jahren sollen es noch drei- bis viermal so viele gewesen sein.

"Bestände sind eingebrochen"

"In der Nachkriegszeit sind die Bestände dramatisch eingebrochen", sagt Uwe Weitemeier. Dem Vogel würden rustikale Flächen und damit auch die Nahrungsgrundlage fehlen. Die Ursachen würden aber nicht nur hierzulande, sondern auch in Afrika liegen. Denn der Gartenrotschwanz ist ein Zugvogel, der den Winter in der Savanne verbringt. "Dazu muss er die Sahara überqueren, die durch die klimatischen Veränderungen immer größer geworden ist", so der Vogel-Experte weiter.

Weitemeier schätzt, dass in der Steller Heide etwa zehn bis zwölf Brutpaare zu finden sind. "Der Gartenrotschwanz mag lichte Wälder, Streuobstwiesen und Parkanlagen", beschreibt er den Lebensraum der Vögel. Die Streuobstwiese in Wulfhoop dürfte also ideal für den Gartenrotschwanz sein. Ein Problem gibt es aber: Die 66 Bäume wurden erst 2007 gepflanzt, dementsprechend klein sind sie noch. "Um den Gartenrotschwanz jetzt hier zu haben, hätten wir schon 20 Jahre vorher anfangen müssen", sagt Weitemeier. Denn der Gartenrotschwanz sei ein Höhlenbrüter und mag deshalb die Aushöhlungen in alten Obstbäumen ganz besonders.

Der Nabu möchte den Zuzug des Gartenrotschwanzes aber gerne beschleunigen und hat deshalb jetzt auf der Wiese sogenannte Halbhöhlen aufgehängt, in denen die Vögel nisten können. Ansonsten dürfte der Gartenrotschwanz auf der Wiese und drumherum aber schon einiges finden, was er zum Leben braucht. "Er isst fast ausschließlich Insekten", weiß Uwe Weitemeier. Dazu würden Hautflügler und Schmetterlinge, aber auch Raupen gehören. Seine Nahrung erbeute der Gartenrotschwanz in der Luft oder am Boden.

"Der Grundstein ist gelegt", sagt der Stuhrer Nabu-Vorsitzende Horst Ewald zu dem Biotop, das damit für den Gartenrotschwanz geschaffen wurde. Wenn der Vogel mit der orange-roten Brust beim Männchen sich tatsächlich in Wulfhoop ansiedelt, würde er im Mai fünf bis sieben Eier legen. "Die Eier sind blau", sagt Weitemeier, der außerdem weiß, wie man den Gartenrotschwanz am Gesang erkennt. "Es ist ein wohltönender und kurzer Gesang, für mich teilweise ein wenig traurig."

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