Lehrerin geht nach über vier Jahrzehnten in den Ruhestand Für Gisela Rathjen heißt es jetzt: Ab ins Beet

Weyhe-Sudweyhe. Wenn es nach den Sommerferien am 18. August wieder los geht mit der Schule, dann ist Gisela Rathjen nicht mehr mit dabei. Zum ersten Mal seit über 40 Jahren. Im August 1969 hat Gisela Rathjen als Lehrerin angefangen - seit 1985 brachte sie in der Paul-Maar-Grundschule in Sudweyhe den Kindern Lesen und Schreiben bei. Jetzt wurde sie von Schulleiterin Ingrid Lühmann im Rahmen der Entlassungsfeier der drei vierten Klassen verabschiedet.
09.07.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von NILS HARTUNG

Weyhe-Sudweyhe. Wenn es nach den Sommerferien am 18. August wieder los geht mit der Schule, dann ist Gisela Rathjen nicht mehr mit dabei. Zum ersten Mal seit über 40 Jahren. Im August 1969 hat Gisela Rathjen als Lehrerin angefangen - seit 1985 brachte sie in der Paul-Maar-Grundschule in Sudweyhe den Kindern Lesen und Schreiben bei. Jetzt wurde sie von Schulleiterin Ingrid Lühmann im Rahmen der Entlassungsfeier der drei vierten Klassen verabschiedet.

"Es war immer mein Wunschberuf, ich habe so gerne mit Kindern gearbeitet", verrät die 64-Jährige rückblickend. Studiert hat sie in Hannover, anschließend ging es schon als sogenannte Junglehrerin an die Grundschule Hoyerhagen (Samtgemeinde Grafschaft Hoya). Im Alter von damals nur 22 Jahren. "Nervös war ich überhaupt nicht, ich fand das gut", erinnert sie sich. Eine Wohnung brauchte sie in dem kleinen Örtchen übrigens nicht zu suchen. "Dort habe ich in der Schule gewohnt", erzählt Gisela Rathjen.

Neun Jahre blieb sie in Hoyerhagen, anschließend wechselte sie an die KGS Leeste. Und nach Leeste folgte dann Sudweyhe. Wieviele Schüler oder Klassen sie in all den Jahren unterrichtet, kann sie selbst nicht mehr sagen. "Teilweise habe ich sogar zwei Klassen gleichzeitig als Klassenlehrerin gehabt", betont sie. Die Fächer: Deutsch, Sachunterricht, Religion und Musik. "Und die Garten-AG, die habe ich auch immer gerne geleitet", versichert Gisela Rathjen.

Garten ist ein gutes Stichwort, denn in Zukunft will sie ihre Zeit unter anderem im Garten in Ahausen verbringen. Dort wachsen Rosen und Lavendel, der Rasen leuchtet in saftigem Grün. Außerdem plant die Pensionärin natürlich Reisen. "Jetzt ist die Zeit gekommen, in der man wieder mehr Kontakte pflegen kann", sagt sie. Literatur und Musik gehören auch noch zu ihren Hobbys.

Nach über vier Jahrzehnten in der Schule bleibt natürlich die Frage nach den Schülern. Doch Gisela Rathjen ist überzeugt, dass sich die Schüler gar nicht so großartig geändert haben - dafür eher die Eltern. "Die haben heute oft weniger Zeit, da sie berufstätig sind", hat die Lehrerin festgestellt. Dadurch müssten die Schulen heute mehr leisten und auch immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen.

An das Kollegium in Sudweyhe hat sie nur die besten Erinnerungen. Auch wegen der bunten Mischung. "Wir hatten immer viele Referendare hier, wir waren ein richtiges Nest", betont die Ahauserin. Und die hätten auch neue Ideen mitgebracht. Gisela Rathjen geht deshalb mit einem "lachenden und einem weinenden Auge", sagt sie.

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