Breddorf muss investieren Auf dem Heimathaus wuchert das Moos

Die Gemeinde Breddorf muss Geld in die Hand nehmen: Das marode Reetdach des Heimathauses muss saniert werden, und auch im Schießstand gibt es Probleme.
11.10.2019, 17:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg

Breddorf. Das 1811 erbaute Heimathaus in der Ortsmitte von Breddorf macht dem Gemeinderat große Sorgen. „Das Reetdach ist verrottet“, sagte Bürgermeister Günther Ringen in der jüngsten Ratssitzung. Besonders schlimm stehe es um die Südseite des Daches, die total vermoost sei. Zwar regne es nicht hinein, doch müsse dringend etwas unternommen werden, um den weiteren Verfall zu stoppen.

Er habe von drei Fachbetrieben Angebote eingeholt, berichtete Ringen. Zwei Betriebe hätten vorgeschlagen, die Südseite des Daches vom Moos zu befreien und die schadhaften Stellen auszubessern, ihre Angebote lägen bei jeweils rund 15 000 Euro. Der dritte Dachdecker habe den Vorschlag gemacht, nur die untere Hälfte des Daches zu erneuern, was mit rund 34 000 Euro zu Buche schlagen solle. Die Ortspolitiker überzeugte das alles nicht. „Wir sollten einen neutralen Fachmann herholen, dem es nicht um Aufträge für seinen Betrieb geht“, schlug die Ratsfrau Heike Stöver vor. Auf diese Vorgehensweise einigte sich der Gemeinderat dann auch. Schließlich brauche man belastbare Zahlen auch als Grundlage, um Zuschüsse einzuwerben, so Stöver.

Hilfreich könnte da vielleicht das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden – überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“ sein, von dem die Samtgemeinden Tarmstedt, Selsingen, Sittensen und Zeven gerne profitieren möchten. Sie haben sich bereits vor Jahren zur Förderregion Börde Oste-Wörpe zusammengetan und wollen sich nun um Aufnahme in das Förderprogramm bemühen. Auch der Gemeinderat Breddorf unterstützt das, in seiner jüngsten Sitzung gab es einen einstimmigen Beschluss dazu. Wie es in den Zuschuss-Handreichungen heißt, können damit „bauliche Maßnahmen öffentlicher Einrichtungen für gemeinschaftliche Aktivitäten, Erholung, Soziales, Kulturelles, multifunktionelle Nutzungen von überörtlichem Gewicht gefördert werden“.

Ob das Breddorfer Heimathaus mit seinem maroden Reetdach förderfähig ist, müsste erst noch ermittelt werden. Bürgermeister Ringen, das hat der Ratsherr Rolf Bader angeregt, bekam von seinen Ratskollegen den Auftrag, sich generell nach Förderprogrammen zu erkundigen. Dass Eile geboten ist, darüber herrschte im Gemeinderat Einigkeit. „Da muss im nächsten Jahr was passieren“, stellte Ringen fest. Das Reetdach sei in den 1970er-Jahren im Zuge der grundlegenden Sanierung des Heimathauses komplett erneuert worden, so Ringen. Das für die Region typische Fachwerkhaus beherbergt unter anderem die Gemeindeverwaltung und dient auch als Trauzimmer für standesamtliche Hochzeiten. Es steht nicht unter Denkmalschutz.

Ein weiteres bauliches Problem hat die Gemeinde Breddorf im Sportzentrum. Als Eigentümerin der Anlage an der Ostersoder Straße muss sie sich darum kümmern, dass der dort untergebrachte Schießstand wieder auf den Stand der Technik gebracht wird. Das fordert nämlich der Landkreis, der die Schießstände alle paar Jahre überprüft. In Breddorf sei festgestellt worden, dass der Kugelfang im Luftgewehrstand modernisiert werden muss, wie Peter Mohrmann, der Vorsitzende der 140 Mitglieder starken Breddorfer Schützenkameradschaft erklärt. „Bis jetzt haben wir hinter den Scheiben einfach Teppichboden an der Wand. Doch das reicht jetzt nicht mehr aus“, sagt er. Nun werde der Einbau eines stabilen Bleches gefordert.

Zusammen mit der Erneuerung der rostigen Notausgangtür und einigen Putzarbeiten summierten sich die Kosten auf rund 8000 Euro, die der Verein allein nicht stemmen könne. Die Schützen haben daher einen Zuschussantrag an die Samtgemeinde Tarmstedt geschickt, den diese aber postwendend an die Gemeinde Breddorf weitergeleitet hat. Denn erstens bezuschusse die Samtgemeinde keine Vereine, weil dafür die Gemeinden zuständig seien. Und zweitens sei die Gemeinde Eigentümerin der Immobilie.

Der Gemeinderat hat daher beschlossen, kurzfristig ein Gespräch mit den Schützen zu führen, um das weitere Vorgehen zu erörtern. Schützen-Chef Mohrmann könnte sich folgende Lösung vorstellen: „Die Gemeinde finanziert das Projekt, und der Verein bringt sich mit Eigenleistung ein.“ Am liebsten wäre ihm zwar die Fünftel-Lösung, wonach Verein, Gemeinde, Samtgemeinde, Landkreis und Kreissportbund jeweils 20 Prozent der Kosten tragen. Doch leider habe er beim Landkreis erfahren, dass der nur Vorhaben mit einem Volumen von mindestens 10 000 Euro fördert.

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