Bauen auf dem Land Neues Baugebiet im Blick

Der Finanzausschuss der Gemejnde Breddorf hat die Eckdaten für den Etat festgezurrt. Eingeplant sind unter anderem 240 000 Euro für ein neues Baugebiet und 50 000 Euro für das Dach des Heimathauses.
04.03.2020, 18:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Kessels

Breddorf. Die Gemeinde Breddorf will ein neues Baugebiet ausweisen. Dafür sollen im Haushalt dieses Jahres 240 000 Euro eingestellt werden, damit die Gemeinde Flächen im Bereich Ostersoder Straße/Beckheuen kaufen kann. Um welche Grundstücke es sich genau handelt, steht noch nicht fest; das hänge vom Verkaufswillen der jetzigen Eigentümer ab, sagte Bürgermeister Günther Ringen jetzt im Finanzausschuss, der sich mit dem Haushaltsentwurf 2020 befasste.

Die Sitzung des Finanzausschusses, dem sieben der elf Gemeinderatsmitglieder angehören, begann im Dorfgemeinschaftshaus von Hanstedt wie üblich mit einem der kleinsten Haushaltsposten: Die Sankt-Gallus-Kirchengemeinde in Rhade, zu der Hanstedt im Unterschied zu Breddorf gehört, bekommt wie in jedem Jahr einen Zuschuss von 200 Euro für ihre Jugendarbeit.

Um größere Beträge ging es, als der Ausschussvorsitzende Georg Gerken (Wählergemeinschaft) die wichtigsten Daten des Haushalts vorlas. Im Ergebnishaushalt, der die laufenden Kosten der Gemeinde zuzüglich Abschreibungen und Zuschüssen enthält, belaufen sich die Erträge auf 1,4 Millionen Euro, die Aufwendungen jedoch auf 1,6 Millionen. Das ergibt ein Defizit von 154 000 Euro. Ein Haushaltssicherungskonzept muss die Gemeinde trotz des Defizits nicht aufstellen. Im Finanzhaushalt, der aus dem Ergebnishaushalt ohne Abschreibungen und Zuschüssen plus den Investitionen und Krediten besteht, beträgt das Minus sogar 606 000 Euro. „Das ist nicht weiter schlimm“, meinte Georg Gerken: Die Gemeinde verfüge über liquide Mittel, also Ersparnisse, in Höhe von rund zwei Millionen Euro, denen nur laufende Kredite von 96 000 Euro gegenüberstünden. Das Guthaben ist so hoch, dass im Haushalt Strafzinsen von 8500 Euro eingeplant sind. Neue Kredite werden dieses Jahr nicht aufgenommen.

Trotzdem sind erhebliche Investitionen geplant, insgesamt für 311 000 Euro. 20 000 Euro werden für neue Straßenlaternen ausgegeben, 50 000 Euro für Gemeindestraßen und 240 000 Euro für Grundstücke im geplanten Baugebiet. Aber dort, so Bürgermeister Günther Ringen, ziehe der Eigentümer der größten Fläche, auf die die Gemeinde ein Auge geworfen habe, einen Grundstückstausch einem Verkauf vor, und er habe Interesse an der gemeindeeigenen Fläche, die bisher für einen Mobilfunkmast vorgesehen ist.

Einer der größten Posten im Ergebnishaushalt sind 120 000 Euro für die Friedhofstraße in Breddorf, die zum Hepstedter Ummelbad führt und eine neue Teerdecke mit Asphaltdeckschicht erhalten soll, und zwar bis zur Waldmitte, wo die Gemeindegrenze verläuft. Rolf Bader (SPD) meinte, man solle auch die Gemeinde Hepstedt dazu auffordern, ihren Teil der Straße zu reparieren. „Die ist in einem katastrophalen Zustand.“

Für Straßenreparaturen sind wieder 20 000 Euro vorgesehen, hinzu kamen in der Sitzung auf Anregung von Heinz Witten (SPD) weitere 40 000 Euro für einen Teil der Ehebrocker Straße. 12 000 Euro sind für die Befestigung der Friedhofswege vorgesehen, 20 000 Euro für die Erneuerung der Gehwege an der Breiten Straße und in Hanstedt an der Hauptstraße. 50 000 Euro wird die Erneuerung des Daches des Heimathauses auf der Südseite kosten. Zuschüsse gibt es dafür nicht, hat Günther Ringen in Erfahrung gebracht.

Weitere vierstellige Posten betreffen das Aussägen von Bäumen, das Freischneiden von Wegen, das Mulchen von Seitenstreifen und das Material, mit dem der SV Eintracht Hepstedt/Breddorf die Löcher auf seinen Sportplätzen auffüllen will. In der Schützenhalle wird die Schießwand erneuert, im Sportzentrum die Wandbekleidung der Turnhalle. Für 2000 Euro sollen 14 neue Ortseingangsschilder angeschafft werden, auf denen auch die plattdeutschen Namen der vier Dörfer und Bauernschaften verzeichnet werden, aus denen die Gemeinde besteht: Breddörp, Hans, Breddörper-Moor und Eibrock für Ehebrock. Das könne, wie Günther Ringen vom Bremer Institut für Niederdeutsche Sprache mitgeteilt wurde, auch „Eihbrock“ geschrieben werden. Darüber sollen die Ehebrocker selbst entscheiden, fand Harm Rosenbrock (WG). Von der Idee, einfach auf die alten Schilder die Zusatznamen aufzukleben, ist man wieder abgekommen, sagte Günther Ringen. Die meisten Schilder seien so alt, dass sie noch keine reflektierende Oberfläche besäßen, wie es heute Vorschrift sei. Damit wurde der Haushaltsentwurf einstimmig dem Gemeinderat zur Annahme empfohlen.

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