Breddorfs Bürgermeister Ringen hört auch auf

Vier Gemeinden auf Chef-Suche

Jetzt hat auch Breddorfs Bürgermeister Günther Ringen bekundet, dass er nach der Wahl aufhört. Zuvor hatten schon die Bürgermeister von Hepstedt, Tarmstedt und Westertimke ihren Rückzug angekündigt.
06.03.2021, 17:00
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Von Johannes Heeg
Vier Gemeinden auf Chef-Suche

Will nach der Wahl aufhören: Breddorfs Bürgermeister Günther Ringen am Hanstedter Dorfgemeinschaftshaus.

Irene Niehaus

Breddorf/Tarmstedt. Breddorfs Bürgermeister Günther Ringen, seit 15 Jahren im Amt, will nach der Kommunalwahl aufhören, das hat er in der jüngsten Ratssitzung erstmals öffentlich verkündet. Die Suche nach einem Nachfolger laufe, sagt Georg Gerken, Fraktionschef der Wählergemeinschaft, auf Anfrage. Er selbst komme dafür nicht in Frage, aus Zeitgründen, so der Landwirt, der auf seine „70-Stunden-Woche“ verweist. Rolf Bader von der SPD, der vor fünf Jahren gegen Ringen angetreten ist, hat auch schon abgewinkt. „Zum Ende der nächsten Wahlperiode wäre ich 78“, meint er.

Ilona Schröder will nicht

Wem viele aus dem Breddorfer Gemeinderat das Amt zutrauen würden, ist Ilona Schröder, als Gemeindeangestellte seit Jahren die rechte Hand des Bürgermeisters. Doch entzog sie sich dieser vermeintlichen Verlockung, indem sie sich in der jüngsten Ratssitzung kurzerhand als stellvertretende Wahlleiterin für die bevorstehenden Wahlen zur Verfügung stellte. Sie wurde vom Gemeinderat ebenso einstimmig bestätigt wie Ruth Wülpern als Wahlleiterin. Ratsherr Rolf Bader bedauerte dies: „Schade, Ilona, eigentlich wollten wir Dich als Bürgermeisterin vorschlagen.“

Einen neuen Bürgermeister oder eine neue Bürgermeisterin braucht auch Hepstedt, denn Amtsinhaber Markus Schwiering möchte hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister in Tarmstedt werden und wird nicht auch für den Hepstedter Gemeinderat antreten. Was seine Nachfolge angeht, gebe es schon Signale, heißt es aus Ratskreisen. Ein Name soll aber noch nicht genannt werden.

Einen neuen Chef braucht auch die Gemeinde Tarmstedt, hat doch der seit 2006 amtierende Wolf Vogel schon vor langer Zeit seinen Rückzug aus der Politik angekündigt. „Es müssen jetzt mal Jüngere ran“, hatte der 75-Jährige kürzlich im Interview mit WÜMME-ZEITUNG gesagt. Einen Nachfolge-Kandidaten gibt es noch nicht. „Wir sind noch im Dialog“, sagt CDU-Fraktionschef Joachim Müller. Klar sei: Es werde nicht leicht, jemanden zu finden, denn der ehrenamtliche Job sei in einer so großen Gemeinde wie Tarmstedt „sehr anspruchsvoll“.

SPD-Fraktionschef Bernd Sievert, der für seine Partei Samtgemeindebürgermeister werden möchte, könnte sich zumindest vorstellen, erneut für den Gemeinderat zu kandidieren, falls die Parteifreunde dies wünschten. Das wäre schon mal eine Voraussetzung für die Wahl zum Gemeinde-Bürgermeister, den Sievert machen könnte, falls es mit dem Samtgemeindebürgermeister nichts wird. „Diese Frage stellt sich mir aktuell nicht“, sagt Sievert, „fragen Sie mich noch mal nach der Wahl.“

In Westertimke hört Bürgermeisterin Karin Gieschen auf – ein Abgang mit Ansage, denn das hatte sie gleich nach ihrer Wahl vor fünf Jahren gesagt. In den kommenden Wochen und Monaten würden sich die Ratsmitglieder darum bemühen, neue Bewerber für den Gemeinderat zu finden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir neue Leute finden und auch einen neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin“, so Gieschen. In Westertimke treten alle Ratsbewerber auf einer gemeinsamen Liste für die Kommunalwahl an.

Vier wollen weitermachen

Weitermachen wollen die Bürgermeister Traugott Riedesel (Wilstedt), Thomas Müller (Vorwerk), Frank Tibke (Kirchtimke) und Jochen Albinger (Bülstedt). Albinger arbeitet zwar gerade an seiner Samtgemeindebürgermeister-Kandidatur, wofür er noch Unterstützerunterschriften sammeln muss. Doch parallel dazu will er sich erneut um einen Sitz im Bülstedter Rat und im Samtgemeinderat bewerben. Sollte es mit dem Tarmstedter Rathaus nichts werden, stünde der 55-jährige Isoliermeister weiterhin als Bürgermeister in Bülstedt zur Verfügung, sagt er. Das Ehrenamt mache ihm Spaß.

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