WLAN und Beamer fürs Heimathaus geplant Breddorf will besser kommunizieren

An ihrer Kommunikation arbeiten will die Gemeinde Breddorf: WLAN und Beamer sind fürs Heimathaus geplant, und ein eigener Bauausschuss kümmert sich um den Kita-Anbau.
08.03.2021, 20:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg

Breddorf. Die Gemeinde Breddorf will ihre Rats- und Ausschusssitzungen transparenter gestalten und die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern verbessern. Dazu sollen nun zügig Beamer und Leinwand fürs Heimathaus in Breddorf angeschafft werden, wo das Gemeindebüro sitzt und Ratssitzungen stattfinden. Gerade für die Arbeit der politischen Gremien seien diese modernen Präsentationsmittel wichtig, findet die Ratsfrau Heike Stöver. Schließlich lebten auch zahlreiche Neubürger in Breddorf und Hanstedt, „für die ist es nicht immer leicht, der Diskussion im Rat zu folgen“. Da sei es hilfreich, wenn ein Ortsplan an die Wand projiziert werden könne, um beispielsweise die Lage einer Straße oder eines Neubaugebiets zu erklären. „Oder man zeigt den Grundriss des geplanten Kindergartenanbaus.“

Mit der Zeit gehen müsse auch der Gemeinderat, der spätestens nach der Kommunalwahl im September mit iPads ausgestattet werden solle. Dazu werde im Heimathaus ein leistungsfähiges WLAN-Netz installiert, damit das „papierlose Büro“ nicht an der Datenübertragung scheitere. 5000 Euro stehen für die neue Technik im neuen Haushalt. Wäre die Gemeinde etwas schneller gewesen mit ihrer Meinungsbildung zum Thema Digitalisierung, wäre sie womöglich viel billiger davon gekommen. „Es gab da ein Förderprogramm der Stiftung Engagement und Ehrenamt“, berichtet Heike Stöver, das ziemlich genau auf die Bedürfnisse der Gemeinde und ihrer Vereine zugeschnitten gewesen sei. Sein Name: „Digitalisierung im ländlichen Raum.“ Also genau das Richtige für Breddorf und Vereine wie beispielsweise die Landjugend, die das Heimathaus regelmäßig nutzten. „Die könnten WLAN auch gut gebrauchen für ihre Musik, die sie jetzt noch auf CD einspielen“, so Stöver. Doch leider sei der Fördertopf der Stiftung, die 90 Prozent der Kosten übernommen hätte, schon leer gewesen. Umgesetzt werden soll das Modernisierungsprogramm aber trotzdem.

Mit der Gemeinde Breddorf trifft es ja auch keinen Armen, das zeigt ein Blick in den Haushalt 2021, den der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen hat. Zwar will Breddorf in diesem Jahr rund eine Million Euro mehr ausgeben als es einnimmt, doch stehen diesem Fehlbetrag liquide Mittel in Höhe von 1,7 Millionen Euro gegenüber. Weil weiterhin mit hohen Steuereinnahmen gerechnet wird, will die Gemeinde trotz erheblicher Investitionen ihren Schuldenstand weiter senken: von 55.460 Euro Ende 2020 auf 49.934 Euro Ende dieses Jahres.

Neue Schulden sollen nicht gemacht werden, obwohl allein 530.000 Euro für einen Anbau an den kommunalen Kindergarten eingeplant sind. In dem Betrag enthalten sind auch die Kosten für Container, die die Gemeinde für die Bauzeit anmieten will, um alle angemeldeten Kinder aus Breddorf betreuen zu können. Die Miete betrage 1200 Euro im Monat, berichtete Bürgermeister Günther Ringen, die Mietdauer gab er mit 18 Monaten an. Alternativen wie große Gartenhäuser und Tiny Houses habe man verworfen. Die seien nicht geeignet oder aber zu teuer. Die Mobilbauten seien zwar äußerlich nicht so hübsch anzusehen, dafür aber mit Toilette, Teppichboden und Heizung ausgestattet. Das benötigte Mobiliar müsse die Gemeinde beschaffen, die Tische und Stühle würden später selbstverständlich im Neubau weiter verwendet.

Wenn es gut laufe, solle der Anbau im Sommer 2022 bezugsfertig sein. Nach einer Ausschreibung habe die Gemeinde den Planungsauftrag für den Anbau an einen Architekten in Rotenburg erteilt, erklärte Ringen. Nun werde das Baufeld zwischen Kindergarten und Schießstand gerodet. Um nichts dem Zufall zu überlassen, würden regelmäßig alle 14 Tage Baubesprechungen mit dem Architekten angesetzt. „Wir wollen ja zügig den Bauantrag einreichen“, so Ringen.

Dass schon mindestens eine dieser Baubesprechungen stattgefunden habe, ohne dass sie als Mitglied des Bauausschusses dazu eingeladen war, monierte die Ratsfrau Antje Buschmann-Bryan von den Grünen. „Ich verstehe das nicht“, sagte sie, „ich bin echt sauer.“ So recht etwas drauf zu sagen wusste der direkt angesprochene Bürgermeister nicht, er blieb seiner Ratskollegin eine befriedigende Antwort schuldig.

Künftig braucht sie sich nicht mehr ausgeschlossen zu fühlen, denn Buschmann-Bryan wurde kurz darauf Mitglied in einem neuen Kita-Bauausschuss, der bei den Baubesprechungen eigenständig Entscheidungen treffen kann, ohne dass jedes Mal der komplette Gemeinderat zusammenkommen muss. „Entscheidend ist, dass es insgesamt einigermaßen im Rahmen der Kostenschätzung bleibt“, sagte Katrin Alpers von der Samtgemeindeverwaltung. Der neue Ausschuss solle sich um Details bei der Ausstattung kümmern. Dem Gremium gehören aus dem Gemeinderat noch Rolf Bader (SPD) sowie Heike Stöver und Robert Windt (beide Wählergemeinschaft) an, außerdem Bürgermeister Ringen, die Kindergartenleiterin Jaqueline Tusche und eine Vertreterin oder ein Vertreter aus der Verwaltung der Samtgemeinde Tarmstedt.

Erneut zusammenkommen soll der Kita-Ausschuss an diesem Dienstag um 8.30 Uhr im Breddorfer Feuerwehrhaus.

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