Für mehr als eine Million Euro Neue Wasserleitung für Bülstedt

Nach zahlreichen Wasserrohrbrüchen wird jetzt die Wasserleitung in Bülstedt und Steinfeld erneuert. Der Versorger investiert mehr als eine Million Euro.
21.06.2019, 07:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg

Bülstedt. Daumendick ist die Wandung der neuen Wasserleitung, die derzeit in mehreren Abschnitten zwischen Westertimke und Bülstedt verlegt wird. Das blaue Kunststoffrohr ersetzt eine marode und sehr störungsanfällige Leitung aus dem Jahr 1964. Diese besteht hauptsächlich aus Asbestzement, einem früher gängigen Leitungsmaterial, das bis 1988 auch beim für Bülstedt zuständigen Wasserverband Bremervörde eingebaut wurde.

Die alte Wasserleitung hatte in der Vergangenheit mehrere Male für Negativschlagzeilen gesorgt. Bei einem Wasserrohrbruch Mitte März 2018 stand die Dorfstraße in der Nacht stundenlang unter Wasser. Der Schaden sei entstanden, erinnert sich Bürgermeister Jochen Albinger, nachdem der Wasserverband Bremervörde am Tag zuvor die Wasserleitung zwischen Westertimke und Bülstedt repariert hatte. „Kaum war der Trupp abgezogen und wieder Wasser in der Leitung, ist durch den Druck eine Nebenleitung in der Königstraße geplatzt“, sagt der Bürgermeister.

Das Wasser hatte die Dorfstraße auf einer Länge von etwa 800 Metern überschwemmt, sodass Albinger die Feuerwehr alarmieren musste. Gegen Mitternacht sei ein Bautrupp des Wasserversorgers eingetroffen, der zur Verstärkung zwei weitere Fahrzeuge angefordert habe. „Die waren bis zum nächsten Morgen zu Gange“, erinnert sich Bürgermeister Albinger. Zwei Tonnen Sand seien in Folge des Schadens in den Regenwasserkanal gespült worden.

Der Bereich um den Sportplatz in Bülstedt war seit April 2017 gleich mehrfach betroffen, ein Baum sei unterspült und die Drainage verstopft worden. Der Platz war zeitweise nicht bespielbar, Fußballspiele mussten ausfallen. Angesichts der Häufung der Wasserrohrbrüche und der damit verbundenen Unannehmlichkeiten für die Einwohner hatte Albinger den Wasserversorger gefragt: „Wäre das Geld nicht besser in eine neue Leitung investiert als für den Reparaturaufwand und die Beseitigung der Folgeschäden?“

Das sah der Wasserverband Bremervörde letztlich auch so, denn 2018 brachte der Versorger eine Planung auf den Weg und stellte Geld bereit. Die Baumaßnahmen wurden in zwei Losen an zwei unterschiedliche Auftragnehmer vergeben. Mit einem Auftragsvolumen von insgesamt 1,15 Millionen Euro handelt es sich um das größte Einzelvorhaben des Wasserversorgers im Jahr 2019, so Geschäftsführer Stefan Kohl.

Wie der technische Leiter Werner Hoffmann erläutert, wird im Rahmen von Los eins eine neue, 4970 Meter lange Leitung von Westertimke zur Langen Straße nach Bülstedt verlegt und im Bereich Schulstraße an die vorhandene Leitung angeschlossen. Wie die alte Leitung verläuft sie zunächst an der Bülstedter Straße. Ab der Straße Zum Felde wird sie östlich um die Bebauung herum geführt bis zur Feuerwehr und weiter bis zur Schulstraße und schließlich zum Osterfeuerplatz am Vorwerker Weg. Der Sportplatz bekommt eine eigene Leitung, die etwa 150 Meter durch die alten Faserzementrohre durchgeschoben wird.

Los zwei betrifft die neue Wasserleitung nach Steinfeld. Sie ist knapp 3000 Meter lang, wird am Schweinestall des Landwirts Stefan Grube an die neue Hauptleitung angeschlossen und führt unterhalb des Naturschutzgebietes Schwarzes Moor an einem Feldweg entlang durchs Wochenendgebiet bis zur Landesstraße 132 nach Steinfeld. Dieser Bauabschnitt ist für September vorgesehen.

In einer Anliegerinformation teilt der Wasserversorger mit, dass die Arbeiten Ende Dezember abgeschlossen sein sollen. Die Hausanschlüsse werden nicht erneuert. Die ausgedienten Zementrohre werden abgeklemmt und bleiben im Boden, so der technische Leiter Werner Hoffmann auf Anfrage.

Bereits erledigt sei ein anderes Leitungsproblem, freut sich Bürgermeister Albinger: „Die Straßenbeleuchtung funktioniert wieder vollumfänglich.“ Zeitlich korrelierend mit der Verlegung der neuen Breitbandkabel in Bülstedt seien immer mal wieder Straßenlampen ausgefallen, und die Fehlersuche habe sich als sehr schwierig herausgestellt. Zwei Wochen lang habe der Stromversorger EWE „einen Messwagen im Dorf gehabt“, um die Leitungen zu prüfen. Dabei seien „zahlreiche Reparatur- und Flickstellen gefunden“ worden und so manche „chaotische Leitungsführung“, berichtet Albinger. Die Stromkabel seien eben auch schon 50 Jahre alt oder noch älter.

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