Schlechte Stimmung in Bülstedts Gemeinderat Politiker widersprechen Bürgermeister

Schlechte Stimmung in Bülstedts Gemeinderat: Ratsmitglieder kritisieren Bürgermeister Jochen Albinger Informationspolitik. Albinger bleibt wiederum bei seiner Kritik in Sachen Kita-Planung.
10.09.2019, 20:01
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Irene Niehaus

Bülstedt. In Bülstedts Gemeinderat rumort es. Von einer angespannten Stimmung spricht der stellvertretende Bürgermeister Stefan Grube. Er und sieben weitere Mitglieder des Gemeinderats haben sich mit einer gemeinsamen Stellungnahme gegen Bürgermeister Jochen Albinger positioniert. Damit beziehen sie klar Stellung gegen öffentlich getätigte Aussagen des Bürgermeisters in Sachen Kindergarten-Planung.

Denn im Gegensatz zu Albinger sehen sie die konzeptionelle Ausrichtung des Kindergartenanbaus als gegeben. „Der Aussage, es läge kein tragfähiges Konzept vor, muss widersprochen werden“, teilen Tanja Cordes, Stefan Grube, Lea Willenbrock, Timo Knoop, Klaus Heinrichs, Bernd Mindermann, Frank Schmätjen und Michael Schulze mit. Bereits in der Ratssitzung Ende Februar sei das vom Arbeitsausschuss unter Beteiligung der Kindergartenleitung und der Elternvertreter entwickelte Konzept einstimmig verabschiedet worden, dieses sei in der Ratssitzung Anfang Mai nochmals bestätigt worden.

Bürgermeister Jochen Albinger hatte im Gespräch mit der WÜMME-ZEITUNG bedauert, dass es in der jüngsten Ratssitzung nicht gelungen sei, sich auf ein tragfähiges Konzept zu verständigen, bevor sich die Gemeinde ein weiteres Mal auf die Suche nach einem Architekten begebe.

Die Ratsmitglieder widersprechen auch Albingers Behauptung, der Arbeitskreis für den Kindergarten habe drei Varianten genannt: zehn neue Plätze für Über-Dreijährige, eine altersgemischte Gruppe mit 25 Plätzen oder eine zehnköpfige Krippengruppe. „Diese Varianten sind von Bürgermeister Albinger im Rahmen der Gemeinderatssitzung vom 29. August vorgetragen worden, jedoch von den Ratsmitgliedern mit dem Verweis auf das bereits mehrfach per Ratsbeschluss verabschiedete Konzept und aus finanziellen Gründen wie Folgekosten für Personal und auch Abschreibungen abgelehnt und auch nicht weiter diskutiert worden“, so die Ratsmitglieder.

Die acht Frauen und Männer im Gemeinderat Bülstedt relativieren weitere Aussagen, die Albinger gegenüber unserer Zeitung geäußert hatte. Der Bürgermeister sprach davon, dass die Mehrheit der Ratsmitglieder derzeit eine Raumaufteilung von 20 Quadratmetern für eine Kindergruppe und 80 Quadratmeter für einen Trakt, in dem unter anderem die Verwaltung und der Personalraum untergebracht sind, favorisiere. Die acht Ratsmitglieder betonen, dass auch zukünftig „25 Betreuungsplätze in großzügigen Räumlichkeiten und kindgerechter Atmosphäre angeboten werden. Dabei sollen den Kindern zukünftig allein mindestens 70 Quadratmeter als Gruppenraumfläche in variabler Nutzung zur Verfügung stehen“, heißt es in der Stellungnahme. Der Ärger über Jochen Albingers öffentlich geäußerte Aussagen sei gewachsen, teilte Stefan Grube unserer Zeitung am Dienstag mit, die jüngsten Aussagen hätten das Fass zum Überlaufen gebracht. „Herr Albinger sagt gelegentlich gegenüber der Zeitung etwas anderes als wir es in den Sitzungen beschlossen haben“, so Grube.

Trotz der harschen Kritik aus den Reihen des Gemeinderats bleibt Jochen Albinger bei seinen Äußerungen gegenüber unserer Zeitung und über das in seinen Augen fragwürdige Kindergarten-Konzept. „Im Konzept fehlen Details, die für eine Ausschreibung wichtig sind“, so Albinger am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. „Die Ratsmitglieder sind immer noch in der Findungsphase.“ Äußere er sich gegenüber der Presse, gebe er das wieder, was in der Sitzung besprochen worden sei, aber nicht ohne seine eigene Meinung zu verhehlen.

An die demokratischen Beschlüsse in Sachen Kindergartenanbau habe er sich immer gehalten, für gut halte er sie aber nicht.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+