Alternative Energie

Sonnenenergie aus dem Moor

Das Unternehmen Anumar plant einen Solarpark in Augustendorf. Einige Hürden müssen aber noch genommen werden.
18.07.2020, 05:08
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Von Peter von Döllen
Sonnenenergie aus dem Moor

Ein Unternehmen aus Bayern will in Augustendorf einen Solarpark realisieren. Unser Foto zeigt eine andere, ähnliche Anlage.

von Döllen

Gnarrenburg. Andreas Klier war extra aus Ingolstadt nach Gnarrenburg gekommen, um die Pläne seiner Firma Anumar für einen Solarpark zu erläutern. „Es ist uns wichtig, uns persönlich vorzustellen“, erklärte er mit leichtem bayrischen Akzent den Aufwand. Was er in der Folge darlegte, gefiel den Mitgliedern des Ausschusses für Bauleitplanung und Umwelt offenbar. Anumar will in Augustendorf einen Solarpark errichten, der 43,88 Prozent des Energiebedarfs der Gemeinde Gnarrenburgs erzeugen kann. Das entspricht einer Einsparung von 27 000 Tonnen Kohlendioxid.

„Wir sind in diesem Bereich nicht gut aufgestellt“, sagte Bürgermeister Axel Renken. Bei alternativen und regenerativen Energieerzeugung erreiche Gnarrenburg nicht den Schnitt, der im Landkreis Rotenburg vorherrsche. Für Gnarrenburg wäre es ein passendes Projekt, glaubt er. Zumal Andreas Klier mit weiteren Argumenten überzeugen konnte. Die Gewerbesteuer soll beispielsweise vor Ort gezahlt werden. Bei der Realisierung und Wartung sollen möglichst regionale Firmen eingebunden werden. Anumar sei auch bereit, Bürgerbeteiligungen zu ermöglichen, einen Energielehrpfad zu eröffnen und eine E-Tankstelle zu errichten. Dass die Kosten für die Bauleitplanung übernommen werden, scheint fast schon selbstverständlich.

Der Solarpark soll laut Klier auf einer Fläche von 25 Hektar jährlich etwa 26 000 Megawattstunden Strom erzeugen. „Nur 50 Prozent der Fläche wird überbaut“, erläuterte Andreas Klier. Die Module erreichen eine maximale Höhe von drei Meter. Anumar verwende kein Beton zur Gründung der Module. Die Fläche liegt im Moor. Seine Firma habe viel Erfahrung damit und schon Solaranlagen in solchen Gebieten errichtet. Die Module ständen auf Metallpfählen, die in den Boden gerammt würden.

Andreas Klier sprach von einer positiven Entwicklung der Natur durch einen Solarpark. Unter den Modulen könnten sich Lebensbereiche für Tiere und Pflanzen entwickeln. Die Einfriedung erfolge meist mit Zäunen, die für Niederwild passierbar sind. Auch Kooperationen mit Imkern stellte Klier in Aussicht.

Einige Widerstände gilt es allerdings zu überwinden. „Der Bereich hat eine Bedeutung für Bodenbrüter“, informierte Volker Kullik (SPD). Das wäre abzuklären. Zudem liegt die Fläche in einem Vorranggebiet für den Torfabbau. Zwar hatte die Niedersächsische Landesregierung bei der vergangenen Änderung des Landesraumordnungsprogramms (LROP) sie als Vorranggebiet für den Erhalt von Mooren ausgewiesen. Doch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat diese Einordnung am 29. April als unwirksam erklärt. Derzeit könnte dort also wieder Torfabbau beantragt werden. Anumar hat laut Andreas Klier allerdings bereits einen Vorvertrag mit den Torfwerken Sandbostel geschlossen.

Eigentlich sei Anumar zwar auf genau diese Fläche fixiert. Sollte das Projekt allerdings als nicht realisierbar erweisen, wäre das Unternehmen aber durchaus bereit, sich andere Möglichkeiten in der Region anzuschauen, machte Klier klar.

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