Ex-Gnarrenburger zu S04

Özil, Sané – Topp?

Das 16-jährige Fußball-Nachwuchstalent Keke Topp aus Gnarrenburg verlässt den SV Werder Bremen zum Saisonende und schließt sich ab dem 1. Juli der Schalker U19 an.
04.03.2021, 08:44
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Von Jan-Henrik Gantzkow
Özil, Sané – Topp?

Fünf Treffer und fünf Vorlagen in nur sieben Spielen: Der gebürtige Gnarrenburger Keke Topp, hier im Trikot der U16-Nationalmannschaft, hat auf sich aufmerksam gemacht und schließt sich im Sommer dem FC Schalke 04 an.

Ewert/Imago

Gnarrenburg. Viel Freude haben Fans des FC Schalke 04 momentan nicht: Seit Monaten taumeln die Knappen dem Abstieg aus der Bundesliga entgegen, und auch abseits des Platzes gibt der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet schon seit längerer Zeit keine gute Figur ab. Erst am vergangenen Wochenende wurden neben dem vierten Trainer in dieser Saison auch der Sportvorstand und weitere Mitarbeiter entlassen. Eine gute Nachricht für alle „Knappen“ kommt nun ausgerechnet aus Bremen: Das 16-jährige Nachwuchstalent Keke Topp aus Gnarrenburg verlässt den SV Werder Bremen zum Saisonende und schließt sich ab dem 1. Juli der Schalker U19 an.

Der SVW verliert damit eine riesige Sturmhoffnung, welche die Verantwortlichen gerne an der Weser gehalten hätten: „Wir konnten ihn leider nicht von unserem sportlichen Konzept überzeugen“, erklärt Björn Schierenbeck, Direktor von Werders Leistungszentrum. Für die Hansestädter also ein großer Verlust auf dem Transfermarkt, aber auch ein ebenso großer Schritt für den bodenständigen Topp. Leicht ist die Entscheidung dem torgefährlichen Mittelstürmer, der am Osterdeich zum Jugendnationalspieler reifte, dabei nicht gefallen. „Ich habe mein halbes Leben für Werder gespielt, der Verein hat mir unglaublich geholfen und mir die ersten Erfahrungen im Leistungsbereich ermöglicht. Natürlich war das sehr schwer für mich. Aber es ist einfach eine tolle Chance und der nächste Schritt. Ich möchte mich im neuen Umfeld beweisen und weiterentwickeln“, begründet Topp seinen Wechsel. Mit fünf Treffern und fünf Vorlagen in nur fünf B-Jugend-Bundesligapartien hat Topp, der das Fußballspielen einst beim TSV Gnarrenburg erlernte und 2013 mit neun Jahren von den Grün-Weißen entdeckt wurde, das Interesse einiger Klubs auf sich gezogen.

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Dass er sich letztlich für die Gelsenkirchener entschieden hat, hängt vor allem mit einem Mann zusammen: Norbert Elgert. Dieser trainiert die Schalker A-Junioren bereits seit 1996 und genießt weit über die Vereinsgrenzen hinaus einen exzellenten Ruf. So gilt er als einer der besten Jugendtrainer überhaupt und steht hauptverantwortlich für die erfolgreiche Jugendarbeit des S04. Weltstars wie Manuel Neuer, Mesut Özil, Julian Draxler, Leroy Sané oder Benedikt Höwedes sind in den vergangenen Jahrzehnten vom 64-Jährigen geformt worden – und schwärmen noch heute über dessen Einfluss.

Auch Keke Topp zeigt sich nach den ersten Eindrücken begeistert: „Norbert Elgert ist natürlich ein großer Name. Es ist eine tolle Möglichkeit, mit einem solchen Coach zusammenzuarbeiten. Er hat sich sehr um mich bemüht und mir seine Pläne aufgezeigt. Man spürt sofort, dass er eine unglaubliche Erfahrung und sehr viel Ahnung von Fußball hat. Ich bin richtig froh, mit ihm arbeiten zu dürfen“, erklärt Keke Topp.

Mit Mike Büskens, der interimsmäßig die Bundesligaelf trainiert, trifft Topp in Gelsenkirchen zudem auf einen Bekannten. Die Schalker Vereinslegende hat er bei der U17-Nationalmannschaft kennengelernt. „Das ist ein echtes Mentalitätsmonster“, schwärmt der Nachwuchskicker von Büskens. Da auch Teile von Topps Familie in Nordrhein-Westfalen leben, hat er vor dem Umzug in das Schalker Nachwuchsleistungszentrum keine große Angst. Vielmehr brennt er auf den nächsten Karriereschritt beim aktuellen Tabellendritten der A-Junioren-Bundesliga West. Und auch der Verein aus dem Revier freut sich auf den Gnarrenburger Neuzugang.

„Keke ist ein typischer Stürmer, der Bälle festmachen kann und Torgefahr ausstrahlt. In den Gesprächen waren wir auch charakterlich angetan und glauben, dass er zu uns ins Ruhrgebiet passt“, wird Schalkes Nachwuchsleiter und Ex-Bundesligakeeper Matthias Schober auf der Vereinsseite zitiert. Auch wenn die Bundesliga-Elf einen solchen Goalgetter momentan dringend benötigen würde, beschäftigt sich Topp derweil noch nicht allzu intensiv mit der Situation der Schalker Herren – wobei er sich einen Klassenverbleib doch wünschen würde: „Das wäre schon cool und würde mich freuen.“ Und falls das nicht klappt, kann er ja vielleicht in ein paar Jahren selber dabei mithelfen, den Traditionsverein zurück in die Erfolgsspur zu schießen.

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