Kreisliga-Trainer im Interview Woran Gnarrenburgs Coach Mirko Böttjer den schwachen Saisonstart festmacht

Null Punkte - so lautet die Ausbeute des TSV Gnarrenburg. Doch das hat für Trainer Mirko Böttjer seine Gründe.
26.03.2021, 13:52
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann
Herr Böttjer, Ihr Team ist ohne Punktgewinn Schlusslicht der Fußball-Kreisliga Rotenburg. Hatten Sie damit gerechnet, dass es so schwer werden würde?

Mirko Böttjer: Ja, zumal angesichts des Auftaktprogramms. Wir haben gegen den Topfavoriten auf den Titelgewinn, SG Unterstedt, sowie gegen den TuS Zeven, Bremervörder SC und den FC Alfstedt/Ebersdorf gespielt, also gegen Teams, die im oberen Drittel zu erwarten sind. Dennoch hatten wir die Chance, den einen oder anderen Punkt zu holen.

Weshalb hat es damit nicht geklappt?

Es lag auch an der Konzentration im Abschluss. Beim 1:4 gegen die SG Unterstedt haben wir zum Beispiel in der ersten Halbzeit einen Elfmeter verschossen. Es liegt an vielen Kleinigkeiten. Die Umstellung von der 1. Kreisklasse zur Kreisliga war schon recht groß.

Aber eigentlich sind Aufsteiger doch gerade zu Saisonbeginn gerne mal gefährlich.

Ja. Aber durch die Corona-Krise sind wir am grünen Tisch aufgestiegen. Es fand deshalb auch gar keine richtige Aufstiegsfeier statt. So konnte bei uns also auch keine wirkliche Euphorie aufkommen. Diese Situation hat uns nicht gerade in die Karten gespielt.

13 Gegentore in vier Spielen klingt nicht gerade nach einer sattelfesten Abwehr. Sehen Sie dort Defizite in Ihrem Team?

Wir müssen auf jeden Fall noch an der Defensive arbeiten und uns dort verbessern. Aber letztendlich geht nur die 0:4-Niederlage gegen den FC Alfstedt/Ebersdorf auch in dieser Höhe in Ordnung. Die Schlappe bei der SG Unterstedt fiel am Ende ein bisschen zu hoch aus. Zum Auftakt beim TuS Zeven hatten wir die Chance zum 2:2 und kassierten dann im Gegenzug das 1:3. Uns fehlte teilweise auch einfach das Matchglück.

Gibt es weitere Gründe für den verpatzten Saisonstart?

Ja, unser Verletzungspech. So haben Sascha Willen, der schon höherklassig gespielt und in der Aufstiegssaison eine tragende Rolle gespielt hat, und Marvin Dreyer, der zwei Jahre lang richtig gute Leistungen gezeigt hat, noch kein Spiel in dieser Saison bestritten. Mit Nico Sommer und Torben Grodewald sind uns auch beide Torleute ausgefallen, sodass Feldspieler Niklas Köstermann zwischen die Pfosten musste. Der hat seine Sache zwar gut gemacht, fehlte uns aber dafür in der Defensive.

Glauben Sie trotz aller Widrigkeiten noch an den Klassenerhalt?

Die Hoffnung ist auf jeden Fall da. Wir konnten schließlich bislang in allen Spielen mithalten. Für uns sollte die Saison ohnehin erst nach dem Spiel gegen Unterstedt so richtig losgehen. In den danach angesetzten Spielen beim MTV Hesedorf, gegen die SG Westerholz/Hetzwege und den TSV Bülstedt/Vorwerk hatten wir uns schon etwas ausgerechnet.

Das Gespräch führte Karsten Hollmann

Info

Zur Person

Mirko Böttjer (44)

trainiert den TSV Gnarrenburg in der dritten Saison und stieg mit diesem Team vor dieser Saison in die Kreisliga Rotenburg auf. Der Vertriebsmitarbeiter im Außendienst wuchs auch in der Gnarrenburger Jugend auf und ist mit einer kurzen Unterbrechung bereits seit knapp 40 Jahren für den TSV im Einsatz. KH

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+