Volleyball-Oberliga Damen

SG Karlshöfen bleibt so oder so Oberligist

Der Trainingsbetrieb steht still, die Saison wurde vom Verband offiziell vorzeitig beendet. Nun ist eine weitere wichtige Entscheidung rund um das Team von SG-Trainer Alexander Maaser gefallen.
26.03.2020, 08:50
Lesedauer: 4 Min
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SG Karlshöfen bleibt so oder so Oberligist
Von Dennis Schott
SG Karlshöfen bleibt so oder so Oberligist

Lieber weiterhin Oberliga: Die Volleyballerinnen der SG Karlshöfen/Gnarrenburg, hier mit Amelie Vogel im Angriff, schenken den Aufstieg in die Regionalliga freiwillig her – und das aus nachvollziehbaren Gründen.

Guido Specht

Karlshöfen/Gnarrenburg. Wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich im Moment alle Sportler. Die Volleyballerinnen der SG Karlshöfen/Gnarrenburg bilden da keine Ausnahme. Die Saison in der Oberliga ist aufgrund der Corona-Pandemie bereits für beendet erklärt worden, der Trainingsbetrieb steht ebenfalls still. Wie überall. Dabei musste sich das Team von Trainer Alexander Maaser noch mit einer weiteren Frage beschäftigen, ehe überhaupt Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie eingeleitet wurden. Wo geht es weiter? Die Antwort steht nun fest: in der Oberliga.

Der unangefochtene Meister verzichtet damit freiwillig auf den Aufstieg in die Regionalliga. „Es gibt einfach zu viele Gründe, die gegen die Regionalliga sprechen“, sagt Alexander Maaser. Da wäre zum einen die Spielklasse selbst. Der Kampf um den Klassenerhalt hat sich für die meisten Aufsteiger zumeist als sehr schwieriges Unterfangen herausgestellt, da der Leistungsunterschied zwischen Ober- und Regionalliga ziemlich groß ist. Der SG-Coach denkt da an Mannschaften wie den TV Eiche Horn II, Leschede oder Göttingen, die es sehr schwer gehabt hätten, den Ligaverbleib zu sichern – oder direkt wieder abstiegen.

Zum anderen wäre ein Regionalliga-Aufstieg mit einem erheblich größeren finanziellen Aufwand verbunden. Die Volleyballerinnen müssten nicht nur größere Strecken zurücklegen, sondern gleichzeitig einige Spieltage mehr als bislang bestreiten, was zusätzlich ins Kontor schlagen würde. Offizielle Schiedsrichter müssten für die Heimspiele bezahlt werden. Außerdem sehen die Statuten vor, dass ein Regionalligist von einem B-Lizenzinhaber trainiert werden soll. Die Lizenz besitzt Alexander Maaser jedoch nicht. Und nicht zuletzt war nicht sicher, inwiefern die Spielerinnen den größeren Aufwand privat- und berufsbedingt auffangen würden. Ein Team, das mit seinen durchschnittlich 30 Jahren für Regionalliga-Verhältnisse altersmäßig zudem recht fortgeschritten ist.

Der Verzicht auf den Aufstieg steht fest – unabhängig davon, wie die Saison gewertet wird. „Es gibt noch keine Wertungsform ab Oberliga abwärts“, erklärt Alexander Maaser (siehe nebenstehenden Text). Die Corona-Krise hat alles mächtig durcheinandergewirbelt. Auch die Volleyballerinnen der SG Karlshöfen/Gnarrenburg konnten zu ihrem finalen Heimspieltag nicht mehr antreten. Wenn man so will, hat die Corona-Pandemie das Team um den krönenden Abschluss einer perfekten Saison gebracht. Zur Erinnerung: Die SG-Volleyballerinnen hatten bis dahin jedes Saisonspiel gewonnen, schwer vorstellbar, dass sich daran ausgerechnet am letzten Spieltag etwas geändert hätte. „Natürlich war es schade, dass wir nicht noch einmal antreten konnten. Ich hätte gerne den Spielerinnen mehr Einsatzzeiten gegönnt, die vorher nicht so zum Zuge gekommen waren. Für uns war es aber trotzdem eine perfekte Saison. Wir haben ja jedes Spiel gewonnen“, erklärt Coach Maaser, dessen Team schon Mitte Februar die Meisterschaft perfekt gemacht hatte.

Trotz des Spielausfalls ließen sich die SG-Volleyballerinnen den „runden Saisonausklang“, so Maaser, nicht nehmen. Gemeinsam mit der 2. Damenmannschaft, die in der Bezirksklasse Bremen/Lüneburg ebenfalls Meister wurde, stießen sie auf ihren Erfolg an. Das war auch so ziemlich das letzte Mal, dass der Trainer seine Mannschaft gesehen hat. Ein Versammlungsverbot herrschte bis dahin nicht, jetzt indes schon. Und das macht es Trainer Alexander Maaser nicht leicht, die Personalplanung voranzutreiben.

Ob die Mannschaft in der Form zusammen bleibe, konnte er nicht beantworten. Die Gespräche stehen noch aus. Sie werden wohl auch erst dann in Angriff genommen, wenn das Versammlungsverbot aufgehoben ist. „Wir haben solche Gespräche immer in einer Mannschaftssitzung geführt“, erklärt der SG-Coach. Derzeit gebe es aber Wichtigeres, meint Alexander Maaser. „Es sollen alle gesund bleiben“, sagt er. Erst danach soll auch in seinem Team eine Antwort auf die Frage gefunden werden: Wie geht es weiter?

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Zur Sache

Verband strebt faire Lösung an

Eine Entscheidung, wie die Volleyball-Saison bis zur Oberliga gewertet werden soll, steht noch aus. „Der Spielbetrieb unterhalb der Regionalligen liegt im Zuständigkeitsbereich der Landesverbände. Gemeinsam mit den Landesverbänden möchte der DVV in dieser besonderen Situation eine sportlich faire Lösung für Mannschaften und Vereine entwickeln. Auch wenn möglichst einheitliche Regelungen angestrebt werden, sollen die spezifischen regionalen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden“, heißt es dazu auf der Internetseite des Deutschen-Volleyball-Verbands (DVV). Für die oberen Ligen wurden indes bereits Regelungen getroffen. In der 1. Bundesliga sowie in den 2. Bundesligen wird es keine Meister und keine sportlichen Absteiger in dieser Saison geben. Ebenso wird der Meistertitel in der Regionalliga nicht vergeben. Für die Auf- und Abstiegsregelung spielt die vorläufige Tabelle eine maßgebende, aber keine ausschließliche Rolle. Diejenigen Mannschaften, die zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs als Aufsteiger beziehungsweise Absteiger eindeutig und sportlich nicht mehr änderbar feststehen, steigen auf beziehungsweise müssen absteigen. Mannschaften, die auf einem Abstiegsplatz stehen, den Klassenerhalt aber rechnerisch hätten schaffen können, erhalten das Angebot, in der jeweiligen Klasse zu bleiben. Potenzielle Aufstiegskandidaten, auch wenn sie zum Zeitpunkt des Abbruchs auf keinem Aufstiegsplatz stehen, dürfen für die höhere Spielklasse melden. Anpassungen der Staffelstärke werden dabei einkalkuliert.

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