Zusammenarbeit in Hellwege

Alter Kesselwaggon löst großes Problem

Das Löschwasserproblem auf dem Standortübungsplatz der Rotenburger Bundeswehr in Hellwege ist gelöst. Die örtlichen Brandschützer, die Bundeswehr und Landwirt Sören Lohmann haben gemeinsam eine Lösung gefunden.
17.07.2020, 14:11
Lesedauer: 2 Min
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Alter Kesselwaggon löst großes Problem
Von Lars Köppler

Es ist ein gemeinsames Projekt zwischen den Feuerwehren der Samtgemeinde Sottrum, der Rotenburger Bundeswehr und dem Hellweger Landwirt Sören Lohmann, das darauf abzielt, den Brandschutz auf dem Gelände des Standortübungsplatzes in Hellwege zu verbessern. Immer wieder war es in den vergangenen Jahren zu Vegetationsbränden gekommen und die Wasserversorgung für die Brandbekämpfung erfolgt unter schwierigen Bedingungen. Doch jetzt – nach einer langen Zeit des Tüftelns – scheint eine Lösung für das Problem gefunden zu sein. Im Mittelpunkt steht ein 55 Kubikmeter fassender gebrauchter Kesselwaggon, der bei Landwirt Lohmann ausgedient hatte und eigentlich für die Verschrottung vorgesehen war.

Doch weil Lohmann selbst aktives Mitglied der hiesigen Feuerwehr und ihm das Problem daher geläufig ist, kam ihm ein Geistesblitz. Er bot seinem Ortsbrandmeister Erik Robin den Waggon an, der die Offerte dankend annahm. Der neue Standort des riesigen Behälters war sofort auserkoren, nämlich in der Nähe des Standortübungsplatzes. „Natürliche Entnahmestellen stehen so gut wie gar nicht zur Verfügung“, weiß Robin zu berichten. Auch die Bundeswehr habe schon in zahlreichen Probebohrungen feststellen müssen, dass es nur wenige Stellen gibt, an denen Bohrbrunnen ausreichend Löschwasser fördern würden. Lediglich ein Bohrbrunnen konnte laut Robin von der Bundeswehr in dem weitläufigen Gelände zuletzt installiert werden.

Angebot der Zusammenarbeit

Eine weitere Entnahmemöglichkeit für Löschwasser bietet derweil ein Hydrant auf dem Gelände. „Für einen ausgedehnten Vegetationsbrand war das aber immer noch recht knapp. Wollte man den Behälter außerhalb des Standortübungsplatzes aufstellen, hätte man das nur mithilfe kommunaler Gelder machen können“, erklärt der Hellweger Ortsbrandmeister. Doch dann habe Stabsfeldwebel Martin Andert, unter anderem verantwortlich für die Bundeswehrliegenschaft in Hellwege, das Angebot zur Zusammenarbeit nach kurzem Überlegen gerne angenommen. Flugs brachte die Feuerwehr den Behälter an den zukünftigen Standort, den man gemeinsam festgelegt hatte.

Die Bundeswehr übernahm die Vorarbeiten, die Schweiß-, Brenn- und Schneidearbeiten führten die Brandschützer selbst aus und die benötigten Armaturen beschaffte ebenfalls das Bundeswehrdienstleistungszentrum. Bernd Schumann leitete und koordinierte die Abläufe und packte kräftig mit an. Sobald eine Brandgefahr bei den Arbeiten auf der trockenen Wiese absehbar war, nahm er die Feuerwehr Hellwege sofort wieder mit ins Boot. Schließlich spülte die Feuerwehr den noch vorhandenen Sand aus dem sonst sauberen Behälter und befüllte das neue Löschwasser-Reservoir mit 55 000 Litern Wasser, das man aus dem Bohrbrunnen in rund einem Kilometer Entfernung entnahm.

22 Fahrzeugfüllungen

Für die in der Samtgemeinde Sottrum vorhandenen Tanklöschfahrzeuge der Feuerwehren sind 55 Kubikmeter Löschwasser immerhin wenigstens 22 Fahrzeugfüllungen. „Jedes wasserführende Fahrzeug in der Samtgemeinde Sottrum, aber nötigenfalls auch aus dem Landkreis Verden, kann im Einsatzfall schnell und einfach Löschwasser aus dem Behälter entnehmen. So sind kurze Wege zur Brandstelle und damit eine hohe Wasserverfügbarkeit in einem Gelände gewährleistet, das uns zuvor häufiger Kummer gemacht hat“, zählt Robin die Vorteile dieser Kooperation auf.

Und er fügt hinzu: „Die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und dem Dienstleistungszentrum der Bundeswehr in Rotenburg hat hervorragend geklappt. Gemeinsam ist mit viel Engagement eine Lösung geschaffen worden, die für alle Beteiligten hilfreich ist.“

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