Am Ummelweg in Hepstedt

Steinschlange wird immer länger

Aus lauter bunt bemalten Steinen besteht eine Schlange am Ummelweg in Hepstedt. Jeden Tag kommen neue Steine hinzu, mittlerweile sind es wohl so um die 600, schätzt Julia Heuduk, die Erfinderin der Aktion.
30.04.2020, 10:56
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg
Steinschlange wird immer länger

Die Steinschlange am Ummelweg wird immer länger.

Johannes Heeg

Hepstedt/Wilstedt. Am Ummelweg in Hepstedt wächst hinter der Bahn eine Schlange heran, die aus lauter bunt bemalten Steinen besteht. Jeden Tag kommen neue Steine hinzu, mittlerweile sind es wohl so um die 600, schätzt Julia Heuduk, die Erfinderin der Aktion. Wie es dazu kam? Ihre dreijährige Tochter Paula sammele bei Spaziergängen leidenschaftlich gerne Steine, die sie dann zu Hause mit Acrylfarbe bemale. Weil auch ihre Schwester, die zehn Jahre alte Lilli, gerne Steine bemalt, war „irgendwann kein Platz mehr auf der Fensterbank“, erzählt ihre Mutter. „Ich bin dann im Internet auf eine Mutter in Rheinland-Pfalz gestoßen, die eine zwei Kilometer lange Steinschlange durch ihr Dorf initiiert hat“, so Julia Heuduk.

„Eine gute Idee“, dachte sie sich, legte einige bunte Steine am Ummelweg in Richtung Freibad aus und postete das in ihrer Hepstedter Facebookgruppe. Am Donnerstag vor Ostern war das, und seitdem wächst und gedeiht die Steinschlange. „Die Leute schauen sich das an, lassen sich inspirieren und machen eigene Steine, die sie dazulegen“, so Heuduk. Mittlerweile tauchten Steine als Profilbild bei Whatsapp auf, ihr betagter Nachbar mache Fotos von der Schlange, die er sich dann zu Hause auf dem Fernseher ansehe. Nicht nur Kinder machten mit, wie die Steine der Freunde Europas, der örtlichen Feuerwehr und einer Hepstedter Autowerkstatt zeigten. Es gibt Werder-Bremen-Steine ebenso wie Bayern-München-Steine, die Größen variieren zwischen zwei und 50 Zentimetern.

Das Kunstwerk am Ummelweg zählt schon mehr als 600 Steine.

Das Kunstwerk am Ummelweg zählt schon mehr als 600 Steine.

Foto: Johannes Heeg

Weil auf dem Ummelweg so viel Betrieb ist, hat Silvana Zampich vom Ummelcafé längst ihre Eistruhe vors Haus gestellt. Im Selbstbedienungsbetrieb kann sich jeder ein Eis rausholen, bezahlt wird per SB-Kasse.

Bemalte Steine gibt es auch in den Kirchengemeinden Wilstedt/Tarmstedt und Kirchtimke – dort heißen sie Hoffnungssteine. „An den Kirchen in Wilstedt, Tarmstedt und Kirchtimke wurden viele verschiedene kreative Hoffnungssteine abgelegt und zu Ostern verteilt. Dem einen haben sie ein Lächeln ins Gesicht gezaubert, jemand anderem Halt und Frieden in einer schweren Zeit gegeben“, berichtet die Diakonin Sandra Rudat. „Die Botschaft von Ostern, dass wir Hoffnung über das Normale hinaus haben dürfen, begleitet nun viele Menschen der Region in diesen besonderen Zeiten weiterhin. Das ist Osterfreude“, sagt sie. Noch liegen ein paar Steine an den Kirchen. Wer mag, könne sich dort einen nehmen.

An den Kirchen in Wilstedt, Tarmstedt und Kirchwimke wurden bunt bemalte Hoffnungssteine wie diese abgelegt.

An den Kirchen in Wilstedt, Tarmstedt und Kirchwimke wurden bunt bemalte Hoffnungssteine wie diese abgelegt.

Foto: Rudat
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