Die maroden Beckenköpfe werden ersetzt

Neuer Beton fürs Timkebad

Das Timkebad wird fit gemacht für die nächsten Jahrzehnte: Eine Spezialfirma und der Förderverein erneuern derzeit in Kirchtimke die maroden Beckenköpfe.
11.12.2020, 14:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg
Neuer Beton fürs Timkebad

Im Timkebad in Kirchtimke werden derzeit die Umlaufkanten der Becken erneuert, insgesamt rund 125 Meter. Im neuen Jahr werden die Becken dann mit einer speziellen Folie ausgekleidet, die das jährliche Streichen überflüssig macht.

FÖRDERVEREIN

Kirchtimke. Nach der Saison ist vor der Saison, und in dieser Zwischenzeit wird das Kirchtimker Freibad ertüchtigt für den kommenden Sommer und viele weitere. Die maroden, altersschwachen Beckenköpfe gibt es nicht mehr, Mitglieder des Timkebad-Fördervereins haben sie in den vergangenen Wochen abgerissen und damit Platz gemacht für Ersatz. 30 Kubikmeter Bauschutt zeugen von der schweißtreibenden ehrenamtlichen Arbeit, immerhin sei die Umlaufkante insgesamt gute 125 Meter lang. „Wir haben drei Container mit den Überresten gefüllt“, berichtet Oliver Moje vom Förderverein. Den Wert dieser Arbeit beziffert er mit 65 000 Euro, die Summe stamme aus dem Angebot der Betonfirma.

Derzeit sind Arbeiter dieses Fachbetriebs, die von Mitgliedern des Fördervereins unterstützt werden, dabei, den Beton für die neuen oberen Beckenabschlüsse zu gießen. „Der Mittelsteg ist schon fertig“, so Moje. Insgesamt die Hälfte der Betonarbeiten sei am Donnerstag erledigt gewesen. Nun würden die übrigen Bereiche noch eingeschalt und mit Stahlkörben versehen, denn die restlichen Betonarbeiten sollen kommenden Montag in Angriff genommen werden. Bis Weihnachten solle dieser Bauabschnitt erledigt sein.

Wo die Betonbauer schon mal da sind, sollen sie auch gleich zwei Treppen herstellen. Die eine ist ein Neubau fürs Schwimmerbecken, das bislang nur über Leitern zu erreichen war. „Vor allem ältere Badbesucher hatten sich auch fürs Schwimmerbecken eine Treppe gewünscht“, so Moje. Die zweite Treppe existiert bereits, sie führt ins Nichtschwimmerbecken und wurde 1962 beim Bau des Schwimmbads angelegt. Das recht schmale Treppchen wurde in den 1970er-Jahren allerdings mit reichlich Beton in Form einer neuen Treppe überbaut, die auch ein Rohr der damals neu eingebauten Durchströmungsanlage umschloss. Um nun die gewünschten breiteren Stufen für den Einstieg hinzubekommen, musste der Beton aus den 70ern abgerissen werden, was sich als sehr aufwendig erwies. „Bei der Gelegenheit haben wir auch die alten Metallrohre durch Kunststoffteile ersetzt und etliche Blechteile, die gar keine Funktion mehr hatten, entfernt“, erzählt Moje.

Zwei Mitarbeiter der mit den Betonarbeiten beauftragten Firma überprüfen den richtigen Sitz der Gitterkörbe in den Bad-Seitenwänden, bevor dort der Beton eingebracht wird.

Zwei Mitarbeiter der mit den Betonarbeiten beauftragten Firma überprüfen den richtigen Sitz der Gitterkörbe in den Bad-Seitenwänden, bevor dort der Beton eingebracht wird.

Foto: FÖRDERVEREIN

Sobald der Beton fest geworden ist, würden die Becken mit Wasser gefüllt, um sie bei Frost vor Beschädigungen zu schützen. Nach der Frostperiode werden die Becken gründlich gereinigt und mit einem Vlies ausgekleidet, auf das dann die stabile Folie aufgeklebt wird, die den jährlichen Anstrich der Becken überflüssig machen soll. Das Vlies habe auch die Funktion einer Drainage, die Schwitzwasser zwischen Folie und Beton abführt und somit den Beton schützt. Für die Montage der Folie seien allerdings Temperaturen im zweistelligen Bereich Voraussetzung, ideal seien 15 Grad. Die Folie sei zwar nicht billig, doch rechne sich diese Maßnahme schnell, denn allein die Materialkosten für die Farbe hätten ab dem kommenden Jahr jährlich mit rund 3500 Euro zu Buche geschlagen. „Wir haben gemeinsam mit der Schwimmbad-Firma Schmidt und dem Bauingenieur der Samtgemeinde, Cord Rosenbrock, hier eine sehr gute Lösung gefunden, die uns baulich für 25 Jahre erst einmal Ruhe verschaffen sollte", sagt Moje.

Mit der Beckenkopfreparatur würden gleich die Voraussetzungen für die Montage einer Wasserrutsche geschaffen, betont der Vorsitzende. Der Förderverein wünsche sich eine besonders breite Rutsche, auf der drei Personen nebeneinander Platz haben. Erste Recherchen hätten zweierlei ergeben: Neu kostet so ein Ding schnell mal 40 000 Euro, und gebraucht sind Rutschen für Schwimmbäder nicht zu haben. „Daraus folgt für uns, dass wir überlegen, eine solche Rutsche selbst zu bauen", sagt Moje. Daher befasse sich der Verein gerade mit allen möglichen DIN-Normen, Regeln und Vorschriften für Material, Konstruktion und Installation. "Am Ende muss der TÜV ja seinen Segen dafür erteilen." Auch würden noch Sponsoren für das Projekt gesucht.

Was fürs Frühjahr noch ansteht, sei die erneute Pflasterung um die Becken herum. Die ist zwar so gut wie neu, doch habe sie unter den derzeitigen Bauarbeiten gelitten.

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