Handwerker im Wettbewerb Mit Talent und Ehrgeiz ganz nach oben

Der 22-jährige Kirchtimker Marlon Moderow will Deutschlands bester Feinwerkmechaniker in der Zerspanungstechnik werden.
06.11.2019, 17:48
Lesedauer: 3 Min
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Von Irene Niehaus

Marlon Moderow will Deutschlands bester Feinwerkmechaniker in der Zerspanungstechnik werden. Sein Beruf ist für den 22-Jährigen pure Leidenschaft: „Ich wusste schon früh, das ist das Richtige für mich.“ Großer Ehrgeiz paart sich mit Talent, gerade hat er sich auf Landesebene einen Namen im Metallhandwerk gemacht. In Niedersachsen wurde der Kirchtimker bester Geselle in seinem Beruf. Erst vor wenigen Tagen räumte der junge Mann den ersten Preis in seinem Fachgebiet ab, nun packt er schon wieder den Koffer: An diesem Donnerstag fährt der 22-Jährige zum Bundeswettbewerb in Northeim.

Nicht nur im Sport finden Wettbewerbe statt und werden Deutsche, Europa- und Weltmeister gekürt. Auch das Handwerk bietet Titelkämpfe an: Beim jährlichen Leistungswettbewerb kämpfen die Besten aus den Landesverbänden um den Titel. Vom 7. bis 9. November findet in Northeim bei Göttingen der Bundesleistungswettbewerb der Metallhandwerker statt. Rund 30 Nachwuchshandwerker kämpfen im Bundesfachzentrum Metall und Technik um den Titel „Bundessieger“ in ihrer Fachrichtung. Am 13. Dezember wird sich in Wiesbaden bei der Bundessiegerehrung zeigen, ob Moderow sich auch deutschlandweit durchgesetzt hat.

Als Vertreter aus Niedersachsen wird Marlon Moderow an diesem Wettbewerb teilnehmen. Beim Landesentscheid im Oktober sicherte er sich mit seinem Gesellenstück den ersten Platz vor der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Auf Bundesebene tritt er nun gegen die besten Feinwerkmechaniker in der Zerspanungstechnik aus der Republik an und muss seine Fachkenntnisse in verschiedenen Bereichen beweisen. Was ihn bei der Prüfung am Freitag, 8. November, im niedersächsischen Northeim erwartet, weiß er nicht. Aufgeregt ist er nicht. Moderow muss ein Stück anfertigen, dafür habe er geübt, um noch schneller zu werden, sagt er.

Praktisch ausgebildet wurde Marlon Moderow im Betrieb Stauch Metalltechnik in Tarmstedt. Er verkürzte seine Ausbildung um ein Jahr und bestand die Prüfung trotzdem mit der Note „Sehr gut“. Seit Februar arbeitet er bei Stauch als Geselle.

Seine Freundin, seine Kollegen, Familie und Freunde unterstützen Moderow und drücken ihm für den Bundesentscheid die Daumen. „Wir sind mächtig stolz auf ihn, ich finde es super, dass er das alles geschafft hat“, sagt Heike Stauch, die Marlon seit vielen Jahren kennt. Er ist mit ihrem Sohn Pascal befreundet. Beide besuchten die Kooperative Gesamtschule Tarmstedt, an der der Kirchtimker im Jahr 2016 sein Fachabitur machte, beide arbeiten im selben Betrieb. Pascal Stauch schätzt das Talent seines Kumpels: „Marlon hat sich seinen Erfolg durch Fleiß verdient“, sagt der Tarmstedter, mit 22 Jahren selbst schon Meister in der Feinwerkmechanik.

Schon als 16-jähriger Schüler jobbte Marlon Moderow bei der Tarmstedter Firma, um sich sein Taschengeld aufzubessern. In der 8. Klasse machte er ein Praktikum im Metallbau. Von da an war klar, dass ihm die Fachrichtung liegt. „Das haben auch wir sehr schnell bemerkt, als er seine Ausbildung bei uns begann“, erinnert sich Stefan Stauch.

Kaum hatte Moderow den Gesellenabschluss in der Tasche, visierte er die nächste Etappe an: einen Meisterlehrgang an einer Fachschule in Lüneburg, den er gerne im Februar beginnen möchte. Für die sechsmonatige Weiterbildung bewarb er sich um ein Stipendium der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade. Danach will er bei seinem Ausbildungsbetrieb weitermachen.

Seine Fachkenntnisse setzt Moderow auch bei seinem Hobby ein: Regelmäßig schraubt und tüftelt er an seinem Motorrad, einer umgebauten Yamaha R 6, auf der er bis zu sechs Mal im Jahr Rennen fährt. Das Hobby teilt er mit seinem Vater. „Meinen ersten Kindercrosser bekam ich mit sechs Jahren“, erzählt der Kirchtimker, der sich in seinem Heimatort in der Feuerwehr und in der Dorfjugend engagiert. Doch sein liebstes Hobby, so scheint es, ist sein Beruf.

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