Kranzniederlegung am 14. Juni

Bundespräsident besucht die Gedenkstätte Lager Sandbostel

Die Gedenkstätte Lager Sandbostel bekommt Besuch von Bundespräsident Steinmeier. Er wird am Montag, 14. Juni, zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion einen Kranz niederlegen.
03.06.2021, 16:39
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Von Johannes Heeg
Bundespräsident besucht die Gedenkstätte Lager Sandbostel

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt nach Sandbostel.

Bernd von Jutrczenka/DPA

Sandbostel. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Montag, 14. Juni, die Gedenkstätte Lager Sandbostel besuchen und zum Gedenken an den 80. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion einen Kranz niederlegen. Vorgesehen ist auch ein Rundgang auf dem Gelände, so Gedenkstättenleiter Andreas Ehresmann.

Nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 kamen die ersten sowjetischen Kriegsgefangenen Ende Oktober nach Sandbostel ins Stammlager (Stalag) X B. Die meisten der Gefangenen anderer Nationalität konnten hoffen, bald in die Heimat zurückzukehren. Väter von großen Familien oder Schwerkranke blieben tatsächlich meist nicht lange im Lager, heißt es von der Gedenkstätte. Doch für sowjetische Kriegsgefangenen galt das nicht. „Der Bolschewismus ist der Todfeind des nationalsozialistischen Deutschland. (...) Dadurch hat der bolschewistische Soldat jeden Anspruch auf Behandlung als ehrenhafter Soldat nach dem Genfer Abkommen verloren“, heißt es am 8. September 1941 in einer Anordnung des Oberkommandos der deutschen Wehrmacht.

Im Lager Sandbostel gab es eine von den Deutschen gewollte Hierarchie unter den Gefangenen. An der Spitze standen Amerikaner und Briten, gefolgt von den Franzosen und Belgiern, hinter ihnen Serben und Griechen. Ganz am Ende dieser Hierarchie stehen die Polen, Italiener und dann die sowjetischen Gefangenen, so die Dokumentationsstätte Sandbostel. Die Russen wurden erbarmungslos ausgebeutet. Wer nicht an Krankheiten starb, verlor durch Hunger und Entkräftung sein Leben. Viele von ihnen wurden erschlagen oder erschossen, weil sie, getrieben durch ihren immerwährenden Hunger, Diebstähle begangen haben sollen.

Das Oberkommando der Wehrmacht schrieb für die Russen im Jahr 1941 Hungerrationen vor: 100 Gramm „Russenbrot“ pro Tag, ein Brot, das meist zu 40 Prozent aus Strohmehl und Sägespänen bestand. Dazu nur eine Kartoffel und ein Liter Wassersuppe und Tee. Hilfspakete des internationalen Roten Kreuzes, wie für die anderen Nationen, gab es für sowjetische Kriegsgefangene nicht.

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