Schach

Ein Verein will wieder wachsen

Die aktuelle erste Vorsitzende des Schachclubs Sottrum, Meike Schittek, hat sich für die Zukunft einige Ziele gesteckt. Über eine Wiederaufnahme der Jahresschluss-Open wird sich ebenso Gedanken gemacht.
26.02.2021, 16:00
Lesedauer: 3 Min
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Ein Verein will wieder wachsen
Von Jürgen Juschkat
Ein Verein will wieder wachsen

Meike Schittek, Vorsitzende des SC Sottrum, und Pressewart Jürgen Gerken zeigen, wie Schach in Corona-Zeiten aussehen kann.

FOCKE STRANGMANN

Der Schachclub Sottrum hat sich weit über die Grenzen Niedersachsens hinaus einen Namen gemacht. Der Grund: Der Klub aus dem Landkreis Rotenburg richtete über etliche Jahre sein Traditionsturnier – die Jahresschluss-Open – mit Bravour aus. Dies entfachte einen Boom im Wieste-Ort. Die Mitgliederzahl beim SCS stiegen an, mittlerweile sind sie aber rückläufig. Um die Existenz des kleinen Vereins zu sichern, hat sich die aktuelle Vorsitzende Meike Schittek einige Ziele gesteckt. Dabei kann sie auf die Unterstützung ihrer Vereinskameraden setzen.

Meike Schittek wurde während der Hauptversammlung 2019 zur ersten Vorsitzenden gewählt, nachdem die Kandidatur durch die anderen Vorstandsmitglieder an sie herangetragen worden war. „Zwischenzeitlich war für ein knappes Jahr der Rotenburger Manfred Klein Vereinsvorsitzender, doch er ist leider verstorben“, erklärt die Vereinschefin.

„Als leidenschaftliche Schachspielerin möchte ich den Schachclub voranbringen und langfristig in seiner Existenz absichern. Zu meinen Hauptzielen gehört daher die Gewinnung neuer Mitglieder. Einen besonderen Stellenwert hat für mich die Jugendarbeit, die vor allem auf den Schultern unseres Jugendleiters Reinhard Piehl liegt. Es sollen aber auch Erwachsene angeregt werden, sich für das Schachspiel zu begeistern“, nennt die 52-jährige Meike Schittek ihre Ziele. Die Mitgliederzahl des 1959 gegründeten SC Sottrum entwickelt sich seit einigen Jahren rückläufig. „Hauptgründe sind die Altersstruktur und der fehlende Nachwuchs“, nennt die Vorsitzende den Grund dafür. Aktuell hat der Verein noch 47 Mitglieder.

Auf der Homepage des SC Sottrum schreibt die Vorsitzende, dass sie hoffe, Corona an den „Kragen gehen“ zu können, um dann endlich wieder vernünftig Schach zu spielen. Und sie erwähnt den derzeitigen allgemeinen Schachboom. „Wir hoffen natürlich, dass sich viele Menschen impfen lassen und die Pandemie dadurch eingedämmt wird. Sobald dies durch das Gesundheitsamt wieder zugelassen wird, könnten wir auch mit den bereits entwickelten Hygieneregeln Schach spielen“, meint Meike Schittek.

Erfahrungen, auch während der Pandemie den Denksport auszuüben, wurden in Sottrum bereits gesammelt. „Im vergangenen Herbst hatten wir mit Maske und Sicherheitsabstand sowie regelmäßiger Lüftung des Raumes gespielt, um unsere Vereinsturniere zu Ende zu spielen. Dabei hatte jeder Spieler ein eigenes Schachbrett vor sich und bewegte auf seinem Brett auch die Figuren des Gegners auf dessen Zuruf mit. Ob diese Spielweise wieder möglich sein wird, wissen wir aber noch nicht. Auch muss man sich daran gewöhnen, die Züge des Gegners wirklich auszuführen. Sonst sitzen die Spieler vor verschiedenen Stellungen des Spiels, was anfangs noch passiert ist“, nennt Meike Schittek eine Möglichkeit, um Schach zu spielen.

Obwohl die Mitgliederzahlen schrumpften, sind die Sottrumer leistungsmäßig gut aufgestellt: Die erste Mannschaft spielt in der Bezirksoberliga, die zweite in der Bezirksliga West und die dritte in der Kreisliga West des Schachbezirks Lüneburg. Der Bezirk liegt zwischen Bremen und Hamburg und erstreckt sich von Cuxhaven im Norden bis Celle im Süden. Für die Auswärtsspiele sind daher oftmals relativ weite Fahrten erforderlich, zum Beispiel nach Lachendorf bei Celle.

Der erneute Aufstieg in die Bezirksoberliga durch den Gewinn der Bezirksliga-Meisterschaft in der Saison 2017/2018 sowie die Herbstmeisterschaft in der Bezirksoberliga in der Saison 2019/2020 waren die bislang größten Erfolge des SC Sottrum. Die sportlichen Erfolge werden jeweils im Rahmen des jährlichen Sommerfestes gewürdigt und gefeiert. Doch weder Spielbetrieb noch ein Fest sind derzeit aufgrund der Corona-Beschränkungen möglich.

„Der Verein ist strukturell gesund, weil von allen eine hervorragende Arbeit geleistet wird. Der Vorstand ist kompetent besetzt, und die Mannschaftsführer stellen eine verlässliche Teilnahme am Spielbetrieb sicher – sofern er denn stattfindet“, lobt Meike Schittek. „In der Jugendarbeit engagieren sich Reinhard Piehl und Kurt Therkorn seit Jahren in besonderer Weise. Reinhard Piehl leitet zudem eine Schulschach AG am Sottrumer Gymnasium“, fügt sie an.

Unter dem mittlerweile verstorbenen Bodo Becker hatte sich die Jahresschluss-Open zu einem Traditionsturnier entwickelt, doch dieses gibt es nicht mehr. „Es gibt innerhalb des Vorstandes und der Mannschaftsführer eine Initiative, ein Turnier in dieser oder in einer modifizierten Form wieder aufleben zu lassen. Eine Entscheidung darüber wird aber erst in der Zeit nach Corona fallen“, verrät die SCS-Vorsitzende. Dies gilt auch für den jährlichen Wieste-Cup, der sich im Laufe der Jahre als Sommerturnier mit stetig steigenden Teilnehmerzahlen etabliert hatte und stets mit Spitzenspielern besetzt war. Internationale Meister gingen in Sottrum an den Start. Die deutsche U18-Schachmeisterin der Frauen, Lara Schulze, bereitete sich hier auf ihre Teilnahme an der Frauen-WM vor.

„Corona hat das Spielgeschehen im Verein – Stand heute – komplett zum Erliegen gebracht. Das Schachspielen ist zwar auch im Internet auf diversen Online-Portalen möglich, der persönliche Kontakt im Spiellokal wird aber natürlich von allen vermisst. Die Freude wird daher groß sein, wenn wir uns wieder zum Schachspiel treffen können“, glaubt Meike Schittek.

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