Tarmstedter Ausstellung

Aussteller mit Messeverlauf zufrieden

Die 71. Tarmstedter Ausstellung ist zuende, die Aussteller ziehen Bilanz. Und die fällt positiv aus, wie eine Umfrage auf dem Gelände ergab.
15.07.2019, 17:23
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Von Johannes Heeg
Aussteller mit Messeverlauf zufrieden

Fachgespräch zwischen Rasenmähern auf der Tarmstedter Ausstellung: Anne Grabau (Mitte) mit ihren Kunden.

Johannes Heeg

Wie schnell doch mal so eben vier Tage vergehen. Kaum hat sie angefangen, die Tarmstedter Ausstellung, ist sie schon wieder vorüber. Zum Abschluss zogen die Aussteller am Montag eine überwiegend positive Bilanz. „Wir sind immer sehr gerne hier, und das schon seit Gründung der Firma 1995“, sagt Heinrich Grabau vom gleichnamigen Landtechnik-Betrieb in Tarmstedt, „das ist wichtig für die Kundenbindung.“ Sie hätten aber nicht so viele Rasenmäher und andere Gartengeräte verkauft wie erhofft, sagt seine Tochter Anne, seit Anfang des Jahres ebenfalls Geschäftsführerin. Möglicherweise liege das daran, dass es am Stand keine Sonderpreise gebe. „Wir wollen niemanden bestrafen, der eine Woche vor der Ausstellung ein Gerät bei uns kauft“, sagt sie. Die vier Messetage seien vielmehr wie ein Tag der offenen Tür: „Bei uns trifft man sich, kann einen Kaffee trinken und mit anderen Besuchern klönen.“ Zwölf Leute kümmern sich um den Stand hinterm Riesenrad, sagt Heinrich Grabau, auch seine Frau Margret und die beiden anderen Töchter Meike und Michaela seien dabei.

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„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Gabriele Reich, zusammen mit ihrer Schwester Christiane Allermann Inhaberin von Schuh Otten. Seit genau 30 Jahren ist das Tarmstedter Schuhgeschäft auf der Ausstellung vertreten, sogar schon seit 120 Jahren existiert der Betrieb. „Die Messe liegt vom Timing her total günstig“, sagt Gabriele Reich, „und 110 000 Besucher an vier Tagen haben wir natürlich niemals in unserem Geschäft“, scherzt sie.

„Lebendes Inventar“

Marianne Thoden ist eigentlich die Leiterin des Rohdenburg-Baumarkts in Lilienthal und auch Chefin des Standes in der Zelthalle 4. Doch viel lieber nennt sie sich „lebendes Inventar“, was auch so auf ihrer Visitenkarte steht. Tatsächlich ist die Worpswederin schon seit 49 Jahren im Betrieb, sodass sie für die 72. Ausstellung 2020 schon mal „besondere Aktionen“ ankündigt. Im Job und auch auf der Messe ist Thoden jederzeit für einen plattdeutschen Schnack zu haben. Und ans Aufhören denkt die 65-Jährige überhaupt nicht: „Die Arbeit ist mein Hobby“, sagt sie. Und fügt gleich hinzu, dass sie „noch zehn Jahre weitermachen“ wolle. Im Zelt ist sie morgens stets die Erste, sorgt dafür, dass auch die Standnachbarn vor den Mühen des Tages ein Frühstück bekommen. Der Messestand lohne sich übrigens, meint sie, das Geschäft mit Fensterreinigern und Staubsaugern laufe sehr gut.

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Bei Fricke Landmaschinen, mit einem der größten Stände auf der Tarmstedter Ausstellung vertreten, spricht Heinz Gartelmann von einem „vollen Erfolg“. Man sei sehr gut in der Region verankert, da sei die Präsenz auf der Messe „absolut wichtig“. Er und seine Mitarbeiter kämen mit vielen Kunden ins Gespräch. Nach seinem Eindruck sei bei den Landwirten die Stimmung positiv. „Die geben uns jedes Jahr Hausaufgaben mit, um die wir uns natürlich kümmern“, so Gartelmann. Die Technik entwickele sich „wahnsinnig schnell“, da gehe es um Digitalisierung und Präzisionslandwirtschaft. „Die Landwirte wollen effizient und ressourcenschonend arbeiten.“

Windrad mitgebracht

Hartwig Schwieger ist der einzige Aussteller, der an seinem Stand mehr Energie erzeugt als er verbraucht. Er hat einfach eines seiner Windräder mitgebracht, eine Kleinwindanlage mit zehn Kilowatt Leistung, deren Rotor sich permanent dreht und über die vier Ausstellungstage etliche Kilowattstunden Ökostrom produziert. Nicht nur deshalb fällt seine Messebilanz positiv aus: „Meine Frau und ich hatten hier sehr viele gute Gespräche.“ Denn auch ein strategisches Interesse führe ihn Jahr für Jahr nach Tarmstedt, sagt der Mann, der in Celle kleine Windmühlen entwickelt und herstellt. Die dürften überall in Deutschland aufgestellt werden, außer in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Nur in diesen beiden Bundesländern dürften Privatleute im Außenbereich außerhalb von Windparks keine Windräder aufstellen, und seien sie noch so klein. „Obwohl diese Anlagen laut Baugesetzbuch als privilegiert gelten. Diesen politisch motivierten Blödsinn möchte ich an die Öffentlichkeit bringen, und dafür ist Tarmstedt ein guter Ort“, sagt Schwieger.

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Bei der Tarmstedter Tafel gibt es derweil nur Gewinner. „Unser Glücksrad wird gut angenommen“, sagt Wilfried Ruschmeyer, der seit zehn Jahren zum Fahrerteam gehört, das regelmäßig Lebensmittelspenden abholt und zur Ausgabestelle in Tarmstedt bringt. „Einmal drehen kostet 50 Cent“, erklärt Christine Wegner das Spiel-Prinzip, „und Orange gewinnt“. Zahlreiche Gewinne seien an den vier Messetagen schon ausgegeben worden, sie seien allesamt gespendet worden.

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