Kommentar zur Tarmstedter Ausstellung

Ein Lob der Familie

Die Tarmstedter Ausstellung hat einen Besucherrekord aufgestellt. Das ist dem Wettergott zu verdanken und den Veranstaltern. Das hat aber auch mit den Tarmstedtern selbst zu tun, kommentiert André Fesser.
21.07.2019, 10:56
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Ein Lob der Familie
Von André Fesser
Ein Lob der Familie

Zwei, die mitgeholfen haben, die Messe zum Gelingen zu bringen.

Christian Kosak

So viel Miteinander ist selten. Es spricht für die Organisatoren der Tarmstedter Ausstellung, dass sie es abermals geschafft haben, weit mehr als 100 000 Menschen auf das Messegelände am Wendohweg zu locken. Gewiss, der Wettergott hatte gute Laune, er ließ es rechtzeitig regnen und verwöhnte die Besucherinnen und Besucher mit angenehmen Temperaturen, sodass es leicht fiel, den Ausflug nach Tarmstedt zu unternehmen. Den Veranstaltern ist zudem wieder der Spagat gelungen, eine Fachmesse mit einem Volksfest zu verbinden: tagsüber Information und Geschäft, abends Party – eine Mischung, die funktioniert.

Das Lob gebührt aber nicht allein den Machern, sondern den vielen, vielen Helferinnen und Helfern auf dem Gelände und den geduldigen Menschen, die in Tarmstedt zu Hause sind. Vieles steht und fällt zwar mit dem organisatorischen Rahmen – sind zum Beispiel die Anfahrtswege gekennzeichnet und das Parkplatzangebot ausreichend bemessen, dann fällt das Frustrisiko bei Einheimischen und Ankommenden schon mal ein bisschen niedriger aus. Es kommt aber auch auf die Einstellung der Gastgeber an, auf die Bereitschaft, diese Großveranstaltung zum Gelingen zu bringen. Und den Fragen und Sorgen der Gäste mit einem Lächeln zu begegnen.

In Tarmstedt nimmt man den Menschen ab, dass sie diese Rolle gern ausfüllen. Den Feuerwehrleuten zum Beispiel, den Helferinnen und Helfern der Sportvereine oder jenen, die auf dem Parkplatz ihren Dienst tun. Dazu gehören aber auch die Anwohner. Sie können den Rummel vielleicht nicht immer gutheißen, ertragen ihn aber geduldig. Und in manchen Fällen machen sie aus dem Treiben auch ihr eigenes Ding, indem sie den alten Anhänger in ihre Einfahrt schieben und ein Preisschild draufkleben.

Die Bereitschaft, die Messe mitzugestalten, ist über Jahrzehnte gewachsen. Die Veranstaltung in diesem Jahr war die 71. Tarmstedter Ausstellung, und es gibt wohl niemanden, der im Ort aufgewachsen ist und nicht irgendeine Kindheitserinnerung mit diesem ganz besonderen Jahrmarkt verbindet. So ist im Laufe der Zeit eine große Familie entstanden, und mit jedem Schüler, der seine ersten Euros auf dem Parkplatz verdient, wird sie ein bisschen größer. Diese Familie ist das Geheimnis des Erfolges der Tarmstedter Ausstellung.

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