Lüder Meyer berichtet in der Bücherei Ein Tarmstedter in Schanghai

„In China gibt es von morgens bis abends etwas zu entdecken“, sagt der Tarmstedter Lüder Meyer, der am Dienstag, 19. März, 20 Uhr, in der Tarmstedter Bücherei einen Vortrag über seine Zeit in Schanghai hält.
12.03.2019, 11:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Was machen drei Jahre China mit einem jungen Mann aus Tarmstedt? Lüder Meyer wird darüber berichten, 90 Minuten lang: Am kommenden Dienstag, 19. März, hält der 34-jährige diplomierte Maschinenbauingenieur ab 20 Uhr in der Tarmstedter Bücherei einen Vortrag und beschließt damit vorläufig eine Veranstaltungsreihe mit Menschen aus der Samtgemeinde Tarmstedt, die in anderen Ländern gelebt und gearbeitet haben.

Andere Sicht auf viele Dinge

Die drei Jahre, die Meyer von August 2013 bis Ende 2016 in Schanghai verbracht hat, „haben auf jeden Fall meine Sicht auf viele Dinge verändert“, sagt er. Verbuchte er das erste Jahr noch als „Abenteuer“ und lernte im zweiten Jahr den Alltag kennen, so habe er im dritten Jahr gelernt, die fehlenden Dinge wertzuschätzen, die zuhause in Deutschland so selbstverständlich seien: „Vom Trinkwasser aus der Leitung bis zum geregelten Straßenverkehr.“

Lüder Meyer hat sein Studium 2007 in Kiel abgeschlossen und ist durch ein Praxissemester mit der international ausgerichteten Firma Lisega in Zeven in Kontakt gekommen, bei der er bis heute seine Brötchen verdient. Sechs Jahre arbeitete der Tarmstedter in Zeven als Konstrukteur für isolierte Rohrhalterungen, wie sie insbesondere in der Niederlassung in China hergestellt werden, als er zum Kandidaten für eine Auslandsmission wurde. „Ich sollte Wissen an die Kollegen in Schanghai vermitteln, sodass die Niederlassung eigenständig Aufträge aus aller Welt marktgerecht abarbeiten kann.“ Vom ersten Gespräch bis zu seinem Eintreffen in Schanghai seien nur drei Monate vergangen. Seit 2017 ist er wieder in Zeven und arbeitet als Gruppenleiter in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

In seinem Vortrag werde er schildern, wie er seinen Einstieg in das Berufsleben in einer anderen Welt erlebt hat, wie sein Tagesablauf war und welche kulturellen Unterschiede er wahrgenommen hat. „In China gibt es für den normalen Westler von morgens bis abends etwas zu entdecken. Das hört auch nach drei Jahren in einer so schnelllebigen Stadt wie Schanghai nicht auf“, so Meyer. In den drei Jahren habe er etwa 5000 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt und hat dabei zahlreiche Schnappschüsse gemacht, von denen er in der Bücherei etliche zeigen werde.

Viel gereist

Neben der vielen Arbeit habe es auch immer Auszeiten gegeben, die er für Reisen durch China genutzt habe. Schanghai sei ein perfekter Ausgangspunkt, um per Flieger, Bahn, Bus oder Fahrrad die vielen sehenswerten Orte in dem großen Land zu entdecken. Ums Reisen gehe es in der zweiten Hälfte des Vortrags: Eine nervenaufreibende Tour führte ihn auf den „tödlichsten“ Berg Chinas (Huashan), er entdeckte „die wilde unrestaurierte Chinesische Mauer“, und per Zug ging es auf das Dach der Welt nach Tibet. Bei seinen Reisen habe er „diverse chinesische Eigenheiten erlebt, von denen man hier wahrscheinlich noch nichts gehört hat“.

Was ihn am meisten beeindruckt hat? Zuerst einmal der riesige Unterschied zwischen Schanghai und seiner Heimat. „Die Stadt überwältigt mit ihrer Größe und mit den Einflüssen aus ganz China“, sagt Meyer. In dieser sehr geschäftigen Stadt tummelten sich Menschen aus allen Teilen des Landes und der übrigen Welt. Vom einheimischen Friseur um die Ecke, einem Alt-Hippie aus den Staaten bis hin zum Luxusinselmakler aus Schanghai könne man dort fast jeden erdenklichen Typus kennenlernen.

„Die kulturelle Vielfalt und insbesondere die verschiedenen Küchen haben mich sehr interessiert. Und ich habe nur selten Sachen abgelehnt, die Europäer wohl nicht essen würden.“ Mit dieser Kombination aus Offenheit und Neugier habe er die besten Voraussetzungen gehabt, „Land und Leute zu erkunden und Klischees zu bestätigen oder nicht“.


Lüder Meyers Erfahrungsbericht am kommenden Dienstag, 19. März, in der Bücherei Tarmstedt beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung unter Telefon 04283/ 17 73 erleichtert den Organisatorinnen die Vorbereitung.

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