An der Grundschule Tarmstedt Positive Signale in Richtung Tempo 30

876 Unterschriften für Tempo 30 an der Grundschule Tarmstedt hat der Elternrat jetzt beim Landkreis abgegeben. Die Behörde kündigte dabei einen neuen Ortstermin an.
Lesedauer: 2 Min
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Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Tempo 30 vor der Grundschule Tarmstedt – das wünschen sich in Tarmstedt zahlreiche Eltern, die sich um die Sicherheit ihrer Kinder sorgen. Aus dem Wunsch könnte tatsächlich bald Wirklichkeit werden, denn die Rotenburger Verkehrsbehörde ist in dieser Frage offenbar beweglicher geworden. Das erfuhren die Schulelternvertreterinnen Wiebke Scheidl und Kerstin Holle jetzt bei einem Besuch im Kreishaus aus erster Hand.

Sie überreichten einem Behördenmitarbeiter ihre Listen mit insgesamt 876 Unterschriften, die sie seit Oktober für ihr Anliegen in Tarmstedt gesammelt haben. Und bekamen gleich ein positives Signal mit auf den Weg: Möglicherweise noch im Januar könnte in Tarmstedt ein Ortstermin mit Vertretern des Landkreises, der Polizei, der Gemeinde und der Landesstraßenverwaltung an der Grundschule stattfinden, an dem auch der Elternrat teilnehmen dürfe.

Bereits im November hatte die zuständige Dezernentin Heike von Ostrowski im Ausschuss für Wirtschaft und Verkehr verkündet: „Wir wollen die rechtlichen Möglichkeiten großzügiger handhaben.“ Die Verkehrsbehörde wolle dem Wunsch vieler Eltern Rechnung tragen, dass der Landkreis Rotenburg Tempo 30 im Bereich von Schulen und Kindergärten auch auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen anordnet. Diese neue Betrachtungsweise gelte auch für die Grundschule Tarmstedt, sagte sie auf eine explizite Nachfrage.

Genau das fordert der Elternrat seit Monaten. Mehrfach haben die Eltern den Landkreis darauf hingewiesen, dass der Bundesrat bereits 2017 beschlossen habe, dass es künftig Standard sein solle, vor sozialen Einrichtungen nur noch 30 km/h zu fahren. In den Nachbarkreisen Osterholz und Verden sowie in Bremen seien daraufhin vor Grundschulen und Kitas Tempo-30-Zonen eingerichtet worden. Auch an der Tarmstedter Grundschule seien alle Voraussetzungen dafür erfüllt: Die Schule habe einen direkten Zugang zur Straße, es gebe regen Bring- und Abholverkehr, und viele Kinder müssten die Straße überqueren, um zur Schule zu gelangen.

Die Gemeinde Tarmstedt hat sich die Argumente der Eltern zu eigen gemacht und sich im September ebenfalls für Tempo 30 vor der Grundschule ausgesprochen. Wenn es nach dem Gemeinderat geht, werden die 30er-Schilder mit einem Zusatz ergänzt, wonach das Tempolimit nur von Montag bis Freitag jeweils von 7 bis 16 Uhr gelten soll, zu Schulzeiten eben. Das solle die Akzeptanz bei den Autofahrern verbessern. Genau solche Schilder für Tempo-30-Zonen vor Schulen, Kitas und Altenheimen gebe es in den Landkreisen Osterholz und Verden längst, hieß es im Gemeinderat. Mit der zeitlichen Begrenzung könne der Elternrat gut leben, so Scheidl.

Der Einsatz für „mehr Sicherheit im Straßenverkehrs und mehr Lebensqualität in unserem Dorf“ sei immens aufwendig gewesen, so Scheidl in einem Schreiben an den Landkreis, das sie den Unterschriftenlisten beigelegt hat. Auf die gemeinsame Ortsbegehung freue sie sich. Der Behördentermin sollte allerdings nicht wie beim letzten Mal gegen 10 Uhr stattfinden, wenn auf der Hauptstraße vor der Schule nichts los sei. Die Schülergrüppchen drängten sich nämlich gegen 7.30 Uhr vor Schulbeginn und nach der fünften Stunde auf dem Gehweg.

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