Reh in Tarmstedt gerissen Jäger tippt auf einen Wolf

Erneut ist in Tarmstedt ein Reh von einem Wolf gerissen wurden, diesmal direkt am Ausstellungsgelände. Dass es ein Wolf war, vermutet jedenfalls der Jäger Heinz-Hermann Holsten, der Gewebeproben genommen hat.
02.08.2021, 19:00
Lesedauer: 1 Min
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Von Johannes Heeg

Tarmstedt. Erneut ist in Tarmstedt ein Reh von einem Wolf gerissen worden, diesmal direkt am Ausstellungsgelände. Dass es ein Wolf war, vermutet jedenfalls der Jäger Heinz-Hermann Holsten, der am Montag die Überreste des toten Rehs geborgen und zu einem sogenannten Luderplatz gebracht hat, wo sich Fuchs, Dachs, Krähe oder Rotmilan über den Kadaver hermachen können. Der studierte Tierarzt hat dem Reh Gewebeproben entnommen, die jetzt auf Genmaterial vom Wolf untersucht werden sollen.

Auf einen Wolf tippt Holsten wegen einiger typischer Merkmale, wie er sagt. So weise das Reh an der Kehle spezifische Biss-Spuren auf: "Der Abstand zwischen den Eckzähnen beträgt mehr als fünf Zentimeter. Einen Hund mit einem solchen Kiefer kenne ich hier nicht." Ein einziger Biss habe in diesem Fall genügt, um das Reh zu töten. Typisch Wolf sei es auch, die Beute nach dem Erlegen ein paar Meter weg zu ziehen. In diesem Fall sei das Reh wohl in Panik gegen den dort stehenden Zaun gerannt, bevor es gerissen wurde. Auf dem Grünstreifen am Zaun gebe es Kampf- und Schleifspuren und Blut. Nach dem Riss habe der Wolf, wieder typisch, "hinten angefangen zu fressen". Er habe dem Reh, eine zwei Jahre alte Ricke, wie Holsten schätzt, die Bauchdecke aufgerissen und ein Stück der Beckenmuskulatur gefressen. Möglicherweise sei er dann gestört worden, denn das meiste vom Reh hat er zurückgelassen.

Gefunden wurde der Kadaver am Montagmorgen auf einer Wiese südlich vom Ausstellungsgelände, die zu Messezeiten als Parkplatz genutzt wird, von einer Spaziergängerin. "Als ihr Mann am Vorabend mit dem Hund dort war, lag dort noch kein totes Reh", so Holsten. Es ist nach seiner Kenntnis bereits das sechste Stück Wild, das in diesem Jahr allein in Tarmstedt von einem Wolf gerissen worden sei. Unter anderem seien im Februar und März in der Nähe der jetzigen Stelle zwei tote Tiere gefunden worden, im Januar eins am Moorpfad. Eindeutige Nachweise, dass es jeweils ein Wolf war, gebe es nicht, sagt Holsten.

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