Messerundgang

Schluck und weg

Beim Rundgang über das Messegelände der Tarmstedter Ausstellung muss Niedersachsens Landwirtschaftsministerin beweisen, dass sie viel durcheinander trinken kann. Immerhin: Sie hatte sich vorbereitet.
07.07.2018, 06:18
Lesedauer: 2 Min
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Schluck und weg
Von André Fesser
Schluck und weg

Ministerin mit Milch: Barbara Otte-Kinast am WESER-KURIER-Stand.

von Lachner

Am Morgen der Auftritt im Zelt, am Abend ein Galaabend und zwischendrin ein Rundgang über das Messegelände – Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hatte zum Auftakt der Tarmstedter Ausstellung ein strammes Programm zu bewältigen. Der Rede im Festzelt zur Eröffnung, bei der die 53-Jährige auch ein paar ernste Worte zur Lage der Landwirtschaft fand, folgte immerhin ein großer Teller Erbsensuppe. Diese Grundlage war auch nötig, denn die Runde über den Festplatz, die die CDU-Politikerin noch zu bestreiten hatte, hatte es in sich.

Gemeinsam mit den Messe-Chefs Dirk Gieschen und Frank Holle sowie mit Tarmstedts Bürgermeister Wolf Vogel ging es von Stand zu Stand, die Organisatoren hatten gleich 15 Stationen für Otte-Kinast ausgesucht. Da alle Standbetreiber angesichts des hohen Besuchs gute Gastgeber sein wollten, bekam die Ministerin auch überall was in die Hand gedrückt, und das in wechselnden Farben. Bei WESER-KURIER und WÜMME-ZEITUNG zum Beispiel erhielt sie ein großes Glas Milch, beim Energieversorger EWE gab es einen Fruchtcocktail.

"Man muss schon einen Pferdemagen haben, um eine solche Tour zu überstehen", empfahl Messe-Chef und Samtgemeindebürgermeister Frank Holle. Otte-Kinast aber sah sich ausreichend vorbereitet: "Wer die Grüne Woche mitgemacht hat, ist gut trainiert." Auch wenn die schon lange her ist – die weltgrößte Agrarmesse fand im Januar in Berlin statt.

Dass sie der Runde gewachsen war, bewies Otte-Kinast auch im weiteren Verlauf der Tour. Der Tross aus mehreren Dutzend Anzug- und Kostümträgern rollte am frühen Nachmittag immer weiter über das Messegelände, von Stand zu Stand, von Zelt zu Zelt, und wurde an vielen Stellen zum Probieren eingeladen. Im Biogenusszelt etwa gab es Honig aus der Region, und wer wollte, konnte bei den Leuten von "Burzel-Bräu" auch ein Glas Bier aus Tarmstedt probieren. Otte-Kinast wollte. Aber nur ein halbes Glas, denn sie ahnte wohl, dass da noch mehr kommen würde.

Richtig getippt. Am Raiffeisen-Zelt gab es nicht nur dicke Landmaschinen zu sehen, sondern auch ein Glas Schnaps in die Hand. Otte-Kinast hatte sich schon ein farbiges Getränk gegriffen, tauschte dann aber noch mal aus. Denn dies sei der Ort, erzählte einer der Gastgeber, an dem traditionell der neue Kartoffelschnaps ausgeschenkt würde. An dem kam die Besucherin also kaum vorbei: Schluck und weg, und sie hat nicht mal das Gesicht verzogen. Muss wohl so sein, sie ist ja auch eine Ministerin.

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